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  • Na gut, ich auch...

    Oute mich mal als GT-Trinker, nicht nur in der Sommerhitze, sondern auch, wenn ich einfach mal ein herbes Getränk mit einigen geheimnisumwobenen Aromen im Hintergrund möchte. Erinnere mich gern an den letztjährigen Bottle Market in Bremen, an dem uns Uwe und ich dank tatkräftiger Hilfe der netten Kollegen vom Perola Stand mit Brockmans Tonic super über die Messe gekommen sind (Falls einer von Perola mitliest, bringt bitte dieses Jahr wieder so viel Eis mit, danke!)

    Aber als ernsthafte Konkurrenz zum Whisky würde ich Gin niemals sehen. Rum und der von mir so geliebte Brandy de Jerez ist da schon vergleichbar, aber Gin? Bevor ich mich intensiv für Whisky interessierte, hätte ich es nicht für möglich gehalten, mit 2-4 cl den ganzen Abend zu verbringen, immer wieder zu schnüffeln, die Aromen entwickeln sich, dann irgendwann an Zunge und Gaumen... So etwas geht beim Gin gar nicht. Ich habe schon bei vielen Gins versucht, diese pur zu trinken, ich habe genau einen gefunden, den ich auch pur genießen konnte. (Welchen, sage ich bei Interesse gern per PN, sonst mache ich hier vielleicht Schleichwerbung...) Gerade im London Dry Bereich wird meines Empfindens nach auch gar nicht für "Pur" produziert, sondern eigentlich nur für einen ordentlichen GT. Deshalb mache ich mir auch keine Gedanken über Aromen beim Gin, worüber auch, über Wacholder, Koriander, diverse Zitrusnoten erzeugende Südfrüchte, die eine oder andere geheime Zutat (bei meinem pur zu trinkenden Gin übrigens marokkanische Minze)? Muss nicht sein, Longdrink oder Cocktail mit Gin erfüllt seinen Zweck, als Getränk auf einer Party oder in einer Bar Begleiter von guten Gesprächen oder guter Stimmung zu sein. Beim Whisky ist alles tiefsinniger, nachhaltiger, nicht einfach so "Ich schwatze mit Euch und nippe nebenbei an meinem Glas".

    Deshalb ganz klar, Berechtigung haben beide Spirituosen, Vergleichbarkeit gibt es meiner Meinung nach aber nicht!

    Eines noch, abschließend, auch meine Meinung zur Preispolitik. Ich bemängele hier vor allem die Abfüllproblematik vor allem deutscher Ginproduzenten. Habe bereits auf der Hanse Spirit 2016 viele sehr interessante und teilweise kontroverse Gespräche geführt! Warum füllt ihr auf 0,5 Liter Flaschen ab? Ein Hersteller hat mir tatsächlich erzählt, die Industrie stellt keine anderen Flaschen zur Verfügung. Ich lache heute noch! Und genau hier finde ich mich als Konsument voll verar... Der einzige für mich erkennbare Grund ist, wenn ich eine 0,5l Flasche für 40 bis 50 Euro verkaufen möchte, müsste ich vergleichbar für 0,7l 56 bis 70 Euro verlangen. Und das würde wohl niemand auf die Theke legen. Hier sollte man in der Ginindustrie anfangen, umzudenken. Auch der deutsche Käufer lässt sich nicht auf Dauer verdummen.

    Darauf gibt es, meinem Avatar entsprechend, einen RumCola zur Nacht! Liebe Grüße...

    P.S. Lieber Markus, schön, dass Du hier diese Diskussion angestoßen hast. Ich bin immer wieder von Deinen Artikeln begeistern, liebe Deine hintersinnigen Vergleiche und Denkansätze. Vielen Dank dafür, immer wieder!
  • Grundsätzlich habe ich auch keine Aktien in Gin. Durch einen Freund habe ich jedoch hier und da Berührungspunkte und kann im Sommer einem GinTonic schon ne Menge abgewinnen.
    Die "eine Leber" Realität mal aussen vor gelassen: Wenn ich Wahl hätte zwischen einem 8,99 Whisky oder Gin hab, würde ich den Gin bevorzugen. Was ich in dieser Preislage an Gin probieren konnte, war sogar tatsächlich pur genießbar. Was dann die Qualitätsunterschiede ab 20,-, 30,- € anbelangt, gebe ich, ohne mich in dem Preissegment bei Gin wirklich auszukennen, den Vorschreibern recht. Da geht die Whisky vs. Gin Schere weit auseinander.

    Interessieren würden mich aber schon solche Experimente wie unten, falls mir das auf einer Messe unterkommen sollte.
    Aber hier lebt dann letztendlich auch nur der Gin vom Whisky...

    Alambic Classique Gin

    Alambic´s Special Islay Gin "Port Ellen - Finish" - Whisky & Cigars

    Hat hier jemand schon was aus der Reihe testen können?
  • An sich, finde ich den Gin-Hype der letzten Jahre positiv. Vor allem weil dadurch der komplett alberne Premium-Wodka-Hype zurückgegangen ist.

    Andererseits nimmt das Theater um den Gin auch groteske Züge an. Da wird stundenlang über die perfekte Kombination aus Tonic und Gin geredet, aber wenn man einen simplen John Collins trinken möchte, schaut man in ahnungslose Gesichter. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Islay-Kenner noch nie von Talisker gehört hätte...

    Und auch die Preisentwicklung beim Gin ist nicht mehr lustig. Was da für ungereiften, aromatisierten Industriealkohol aufgerufen wird, steht in keinem Verhältnis zum Produkt. Selbst wenn die Kräuter mühsam im Wald gesammelt werden und das Destillieren in der selbst gedengelten Kupferblase stattfindet... Am Ende kommt doch "nur" Gin raus, der zwar hin und wieder ganz interessant ist, aber pur in Sachen Komplexität trotz 273 Botanicals einem guten Whisky (oder für mich sogar einem Mezcal) das Wasser nicht reichen kann.

    Und um noch eine Frage aus dem Eröffnungpost aufzugreifen:

    rednose schrieb:

    Warum es mehr Freude macht aromatisierten Industriealkohol in den unendlichen Cocltailweiten zu vermixen als sich stundenlang einem Malt hinzugeben. Nur weil es eben schmeckt ?

    Die Freude liegt einerseits im Prozeß des Mixens selbst. Beim Malt heißt es Flasche auf, einschenken, genießen. Beim Mixen kann man das Ergebnis im Glas selbst beeinflussen und optimieren. Und ich spreche beim Thema Cocktails bewußt nicht von Ananas-Saft, Sahne und blauem Sirup um den Alkohol zu kaschieren. Ein guter Cocktail lebt für mich von seiner/seinen Basis-Spirituose(n). Das muß kein Premium-Gin sein. Selbst ein Tanqueray hat seinen Charme. Die restlichen Zutaten dienen zur Untermalung. Dann kann z.B. auch ein einfacher Bowmore als Sazerac-Variante zu einem tollen Erlebnis für einen ganzen Abend werden.
  • kallaskander schrieb:

    Wenn die Käufer jeden Preis für alles mitgehen


    Also ich nicht! Wie bestens informierte Kreise berichten, wurde bei Diageo bereits eine Krisengruppe eingerichtet, da die Port Ellen Verkaufszahlen rapide eingebrochen sind. Da zeigt sich wieder mal, das "just in time" und "die Autobahn ist unser Warenlager" der letzte Scheiß sind und nur eigene Warenhaltung Engpässe (und Hochpreisphasen) abfedern kann. Und wenn es nie wieder nach unten geht, was ja zu befürchten steht, hilft nur ein ausreichendes eigenes Warenlager... :smoke:

    Tiefenentspannte Grüße,
    pikesandmalts
  • kallaskander schrieb:


    Für das was Gin ist, sind 90% auf dem Markt überteuert. (...) Aber mehr als 30.-€ für 0,5 ltr. ist unverschämt.


    Für das, was Gin ist, halte ich 30 Euro schon für überteuert. - Selbst wenn dafür die ausgefallensten, seltensten und teuersten Gewürze und/oder Zutaten verwendet wurden...

    Als Kneiper bin ich dennoch froh, einen Gin-Tonic nach speziellen Wünschen meiner Kundschaft herstellen zu können und mit den Aromen spielen und experimentieren zu können.

    Letztlich: es gibt auch in der weiten Whisky-Welt genügend (für mein Gefühl zu viele) faßgelagerte Brände, die mir zu nahe am Wacholder-Schnaps sind... :naja: :ups:
  • Hi there,

    alles richtig. Aber selber schuld. Wenn die Käufer jeden Preis für alles mitgehen - die Hersteller werden nicht sagen, wir haben es übertrieben und gehen freiwillig zu einem Preis-Leitungsverhältnis zurück, das frei von Preistreiberei und Hypeaufschlägen ist... das passiert nur wenn die Käuferseite Widerstand leistet und das überteuerte Zeug stehen läßt.
    Diageo und Pernod Ricard können in den USA mit ihrem Smirnoff und ihrem Absolut Vodka ein Lied davon singen.
    Da hat der Markt funktioniert.
    Beim whisky funktioniert er auch. Die Hersteller geben vor und die käufer folgen, nicht klaglos aber sie folgen.
    Greetings
    kallaskander
  • Den Aufstieg des Gins als Hype-Getränk habe ich mit der Hoffnung verbunden, dass die Preise für Whisky nicht noch weiter anziehen. Doch ich denke, diese Hoffnung war vergebens.

    Für mich spielt Gin eine untergeordnete Rolle. Ich trinke gerne mal ein Bier, einen Rotwein, einen Cocktail, einen Likeur oder einen Longdrink, vielleicht auch mal einen Gin Tonic.

    Aber kein Getränk ist bisher an das "Erlebnis Whisky" herangekommen. Eine solche Aromen-Vielfalt - von Blumen über Kräuter bis hin zu Aschenbecher und Krankenhaus - gibt es eben nur beim Whisky.

    Deshalb kann ich einem Gin nicht viel abgewinnen. Muss ich aber auch nicht. Ich habe ja Whisky. Diejenigen, die nun vom Whisky zum Gin weiterziehen, ordne ich in meinen Schubladen gerne in die Hipster-Ecke ein, auch wenn ich damit bei einigen vielleicht daneben liege. Es gab immer mal 'In-Getränke', ob nun Kleiner Feigling, Tequila, Absinth, etc. Derzeit wird halt der Gin gefeiert.

    Ich persönlich habe schon sehr früh (mit Anfang 20) den Whisky für mich entdeckt und sehe (zumindest vorerst) keinen Grund, mir ein anderes Getränk zu 'suchen'. Zumal ich dem Whisky auch sehr viele, sehr nette Bekanntschaften zu verdanken habe.

    Fazit: Ich bleibe 'meinem Whisky' treu.

    Edit: Liebe Grüße, Kea
  • Ich hab ja auch schon viel probiert. Aber wie heißt es in einem etwas älteren Film m.b.M.n. so treffend: "Es kann nur Einen geben".
    ... ;)

    pikesandmalts schrieb:

    Diese Phantasiepreise lassen sich nur über globales Käuferverhalten steuern und da sehe ich beim Whisky und auch vielen anderen Sachen vollkommen schwarz.
    Dazu müsste einem ein Licht auf od. zumindest das Geld aus gehen.
    Beides scheint mir äusserst unwahrscheinlich zu sein.



    Bis neulich,

    Det
  • Vieles wurde ja schon geschrieben... Ich finde das eine muß das andere nicht ausschließen.... Gestern in lockererer Runde ein paar Gin Tonic... nichts wildes, nichts aufregendes... aber auch nichts kompliziertes.....

    Und so ein Botanist ist ja immerhin auch von Islay...