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  • Schöner Artikel, entspricht recht genau auch meiner Meinung.
    Was den Titel angeht, NP fände ich in der Tat auch geil, ist mit Brora und Caperdonich (ah diese geilen Fruchtbomben) mir lieber als PE ehrlich gesagt. Haben doch genug Islay-Hypezeug. :D
  • Ich kann Kallaskanders Argumentationen zu den 3 Brennereien größtenteils teilen.
    Einige Anmerkungen zu PE kann ich mir aber nicht verkneifen. Die Brennerei war für damalige Verhältnisse hochmodern und hatte eine deutlich größere Produktion als Lagavulin. Natürlich fehlte aufgrund der langen Schließungsphase das Standing bei den Blendern. Deshalb war sie die Brennerei die auf Islay schließen musste.
    Übrigens waren die Umsatzzahlen der Scotch Malt Distillers 1982 wieder steigend.
    Zur Produktion: Uns ist über 2 Jahrzehnte suggeriert worden, dass die Produktion der PE Brennerei sehr klein war. Lange stand in Fachbüchern etwas von 750.000 Litern. Das war mit den 4 Brennblasen natürlich Unsinn. Geht mal davon aus, dass PE einige Jahre deutlich über 2,5 Mill. Liter produziert hat. Auch 1981 und 1982 also zur Zeit des Whisky-Lochs (Überproduktion, volle Fasslager) wurde noch deutlich mehr als 1 Million Liter produziert.
    Zu den ausgelaugten Fässern eines anderen Beitrages. Ihr würdet Euch wundern wie viele Sherry-Fässer damals bei PE verwandt worden. Grob geschätzt waren da mehr als 30%.

    Slainte

    LowRobertson


    LowRobertson
  • Werden das u. U. gute Whiskies werden? Gut möglich. Werden die den alten ähneln? Da bin ich sehr skeptisch. Und insofern sind diese Wiederbelebungen für mich einfach nur Maßnahmen, um diese drei großen Namen weiterhin vermarkten zu können, nachdem jetzt auch langsam die letzten Fässer zur Neige gehen. Bis die neuen Destillen fertig sind, produzieren und die neuen Whiskies mit den alten Namen wieder zum Verkauf im Regal stehen, werden sehr viele der potentiellen Käufer ohnehin nie einen der alten Malts je im Glas gehabt haben. So kann dieses Konzept sicherlich aufgehen. Wem es gefällt, soll es gerne gefallen. Ich brauche das nicht.
  • Ahab schrieb:

    Dürfen natürlich, müssen ganz und gar nicht. Ich behalte jedenfalls nach wie vor meine Skepsis


    Nicht vergessen, Käpt´n - meine Stimmung war im Chor der Kritiker die Lauteste, siehe Beiträge oben. Aber mit einem hat doch Charly MacLean wirklich Recht: Diageo kleckert nicht, die klotzen. Und wenn die zwei Destillerien mit großem Namen wiederbeleben, dann machen die das gut. Ich persönlich hätte das nullkommanull gebraucht und glaube nicht eine Sekunde das jemals wieder die Qualität der (ersten) annual releases bei Brora und PE erreicht werden wird. Dennoch unterstreicht dieses hohe Invest das diejenigen Recht behalten könnten die ein Platzen der Whiskyblase auf absehbare Zeit verneinen. Ich erlaube mir dazu eine andere Meinung und bin gespannt wer Recht behält.

    Edit: @ kallaskander: sehr gute Ausführungen!
  • Hi there,

    die Verhältnisse sind heut ja auch ganz anders.

    Die drei Destillerien wurden damals - wie andere auch - zugemacht, weil sie selbst ungünstige Voraussetzungen hatten. Sie waren zu klein, unmodern oder hatten strukturelle Probleme die große Investionen gebraucht hätten.
    1983 war es einfacher und billiger, einfach dicht zu machen. blended Scotch whisky war schwer verkäuflich. single malts hatten wahrscheinlich einen Anteil von unter 1% am Markt.
    Keiner hätte 1983 eine Destillerie offen gelassen weil ihr single malt als solcher begehrt war.
    Für alle drei gab es außerdem Alternativen im Konzern.

    Heute macht der single malt Markt schon etwas mehr als 10% aus, villeicht auch 12% und ist eine Kategorie von whisky, die sich um den Absatz von blended whisky nicht so viel zu kümmern braucht wie früher.
    Im Gegenteil, bei rückläufigen blend Absätzen kann man heute recht sicher auf single malt setzen.
    Insofern ist die Wiedereröffnung von Port Ellen, Brora und Rosebank eher logisch.

    Keiner von uns wird ja wohl glauben, daß Diageo die wg. der distilling Kapazitäten wieder aufmacht. 1 Mio Liter im Jahr ist nix bei dem was andere Destillerien im Stall heute können.

    Wenn die blended whiskies weiter straucheln, ist das revival einer Kultdestillerie gradezu eine Bank. Nicht um Milliarden zu machen, aber ein ganz nettes Zubrot um über die Runden zu kommen, bis der nächste whisky boom einsetzt.

    Um den whisky Stil braucht man sich auch keine Gedanken zu machen... Brora hat vor dem Neubau und bevor sie Caol Ila Erstz wurde - Clynelish gemacht und er wurde zusammen mit dem malt von Clynelish II einfach als Clynelish verkauft.
    Der Brora-Stil wäre also Clynelish, da wird man sicher mehr Torf verwenden, um an glorreiche Zeiten zu erinnern.
    PE hat in den letzten Jahren auch eher auf Zuruf gearbeitet, was grade gebraucht wurde und war als Islay malt immer schon torfig. Das wird bleiben.

    Rosebank liegt in den Lowlands und wird wieder Lowland sein. Der Aufwand ist hier am größten.

    Aber ich denke alle drei Wiedereröffnungen sind nicht gedacht, um jetzt noch schnell das große Geld zu machen sondern sind eher Investitionen in die post boom Zeit. Auch dann können sie als reine malt Destillerien existieren ohne vom Absatz an blends abhängig zu sein. Das war 1983 anders.

    Greetings
    kallaskander
  • Nein, das meine ich durchaus ernst. Ich glaube nicht dass neue Broras und PEs an die alten herankommen, werte aber das Investment das getätigt wird nun etwas anders. Man muss und darf dies als Versprechen auf hochwertige und (positiv) spannende Single Malts sehen.
    Diageo prüft solche Invests sehr lange und man sieht dort den Markt usw. als noch nicht erschöpft an - und das kann man durchaus positiv sehen!

  • Man of Skye schrieb:

    Egal wie diese Experimente ausgehen, die neuen Brora-, Port Ellen- und Rosebank-Abfüllungen werden sicher hochwertig produziert und geschmacklich spannend werden. Insofern hat dieser Ausdruck des Vertrauens in die schottische Malt-Welt doch etwas Gutes.
    Nur zum Verständnis. Ist das Ironie oder ernst gemeint?
  • Ich habe ein bisschen nachgedacht die Tage und habe nun dahingehend eine differenziertere Meinung - auch Dank des Charly MacLean-Interviews - dass die Neueröffnungen von Brora, Port Ellen und Rosenbank zum Ausdruck bringen, dass die handelnden Unternehmen, allem voran der Platzhirsch Diageo, offensichtlich an den Whisky- und v.a. Single Malt-Markt glauben und dies mit hohen Investitionen unter Beweis stellen. Egal wie diese Experimente ausgehen, die neuen Brora-, Port Ellen- und Rosebank-Abfüllungen werden sicher hochwertig produziert und geschmacklich spannend werden. Insofern hat dieser Ausdruck des Vertrauens in die schottische Malt-Welt doch etwas Gutes. Darauf einen 30y 1st release von Brora ;-).