Von der Whiskyfair nach Schottland...ein Bericht...

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      McLarsen schrieb:

      Danach war ich mit Ulli im sicherlich schlechtesten Chinesen außerhalb Chinas (wirklich ganz ganz schlecht...)

      Keine Sorge, Lars. In Campbeltown hättest Du auch den schlechtesten Pub, den schlechtesten Italiener usw.usf. erleben können... :D
      Meine Top 3 - Whisky´s:
      Macallan 1965/2008, Fino Sherry Butt 2114 (484 Bottles) 54,1 % Scottish Liqueur Centre "Cárn Mór"
      Glenglassaugh 1972/------- Cask 2891, 59,4 % Fass-Sample (Andrea Caminneci)
      Tamdhu 1961/2000, 40,0 % Gordon & MacPhail "Rare old"



      Mitglied bei "Diem No. 2" :prost2:
      Kapitel 6 : Islay / arriving
      ...das mit der Wirkung der Pillen gegen Zahnschmerz war von kurzer Dauer, die Nacht war dementsprechend lästig aber heute ist ein neuer Tag und ich schaue nach vorne. Nach dem Frühstück haben wir ausgecheckt und sind bis der Bus kam, noch etwas in der "Stadt" gelaufen und am Hafen gesessen. Bei dieser Gelegenheit noch ein paar wohlwollende Worte über unser Quartier. Das Westbank B&B ist preiswert und sehr empfehlenswert. Es wurde vor nicht allzu langer Zeit ordentlich renoviert, alles ist sehr sauber und das Frühstück ist sehr gut und Fiona, die Wirtin ist sehr engagiert und lustig drauf. Das Westbank House liegt oberhalb von Springbank nahe dem Gallowhill, bis zum Hafen läuft man vielleicht 5 Minuten. Mittags ging es los Richtung Islay, das heißt knapp eine Stunde Busfahrt bis zum Hafen Kennacraig und zwei Stunden mit der Fähre bis zum Hafen Port Askaig. Da am Samstag das Islay Festival, die Feis Ile startet und die Insel, die normalerweise etwas über 3000 Einwohner hat, sich in ihrer humanen Population vervielfacht, war die Fähre gut gefüllt. Geschätzte 200 Fahrradfahrer waren auch dabei und unterhielten mich sehr mit ihren hautengen, bunten Radfahrerstrumpfhosen...oder wie man die taucheranzugähnlichen Gummifrommse nennt... Vom Hafen ist es dann noch eine etwa halbstündige Busfahrt bis zur Hauptstadt der Insel Bowmore. Dort wurden wir von Rena, der Gastwirtin herzlich begrüßt und nahmen unser vorläufiges Quartier ein. Es handelt sich dabei um so eine Art Riesencaravan auf dem Grundstück hinterm Haus, der geräumiger ist als fast jedes B&B Zimmer. Am Sonntag ziehen wir dann in das Haus, auf Grund der eher spontanen Reiseplanung war das nicht anders möglich. Später gab es noch einen kurzen Gang durch die Gemeinde, drei Bier bei Lucci's Bar gleich gegenüber (auch dort wurde ich sofort wiedererkannt...tzzzzz...) und ich zog mich dann auf Grund meiner anhaltenden Probleme im Rachenbereich zurück und machte mal einen ruhigen Abend. Morgen startet das Festival mit Lagavulin, ...schaun 'mer mal...
      SPREESIDE WHISKY MESSE BERLIN
      Nächste Vorstellung : 08.-09.05.2020

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      Prima Bericht - ich wünsch Dir gute Besserung bzgl. der Zahnschmerzen, vielleicht doch mal zum Onkel Doktor??
      Slàinte Mhath Niels
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      Nimm das Leben nicht zu ernst - es ist ja nicht von Dauer!!!
      Kapitel 7 : Islay / Lagavulin

      Kapitel 7... das heißt also, ich bin schon eine Woche in der großen weiten Welt des Whiskys unterwegs, die Halbzeit steht aber noch bevor. Heute war Auftakt der Feis Ile und Destille des Tages war Lagavulin. Lagavulin ist eine Brennerei die ich sehr schätze, auch ich war bei meinem ersten Dram vom 16jährigen erstaunt, was alles so geht. Die Beschreibungen die ich dann im Laufe der Zeit von Freunden oder Gästen so gehört habe, bewegten sich zwischen Faszination und Ekel, irgendwer nannte ihn mal Käsefußwhisky... Durch den großen Erfolg dieses Lagavulin 16 Jahre, mußte die Produktion den Bedürfnissen des Marktes schnell angepaßt werden, niemand konnte 16 Jahre im voraus mit diesem Erfolg rechnen. Die Produktpalette bietet in den letzten Jahren also nur den 16jährigen, einen 12jährigen in Fassstärke und die Distillers Edition, bei denen noch ein Finishing im Pedro Ximenez Sherryfaß stattfindet. Den unverhältnismäßig teueren 21jährigen und einige Sonderabfüllungen lasse ich mal außen vor. ...nun ging es heute also zu Lagavulin, dort angekommen, war dort eine Schlange zu sehen, wie es sie vielleicht damals im Osten gab, wenn die Konsum Kaufhalle Bananen verkaufte. Obst gab es bei Lagavulin freilich nicht, dafür eine dieser bereits erwähnten Sonderabfüllungen. Die Feis Ile Sonderabfüllung dieses Jahres ist ein 1995er aus Sherryfässern, etwas über 3000 Flaschen wurden abgefüllt, so das ich meine kostbare Zeit heute auch nicht dem Anstellen widmete, sondern meine Flasche in den nächsten Tage holen werde. Als eine der ersten Amtshandlungen mogelte ich mich aus Versehen in ein ausgebuchtes Tasting, ich nahm die vorhandene Kette nicht wirklich wahr und wurde Zeuge, wie man aus dem guten Zeuchs Cocktails mixen kann... Niemand bemerkte es, falls DIAGEO dieses Jahr rote Zahlen schreiben sollte, bin bestimmt ich schuld... Weiterhin konnte man an einem Gewinnspiel teilnehmen, wo es das Alter dreier Samples zu erraten ging, es gab Futterstände mit Austern und anderen Fischkram, es spielten Livebands und es gab Tastings, allesamt ausgebucht, Ulli hatte Glück und bekam noch eine Karte von einem Bekannten. Den Lagavulin 16 und die Distillers Edition konnte man mehr oder weniger unbegrenzt für lau nachschenken lassen. Außerdem noch zu erwähnen ist das Wetter, ich habe selten so schöne Fotos hingekriegt, wie heute, mit einem blauen Himmel vom Feinsten, so wie sich das gehört... Abends ging ich zum Inder, bei dem ich vor zwei Jahren auch schon öfters war. Für dieses Restaurant kam das Festival offenbar sehr plötzlich und unerwartet. Der Laden war brechend voll, etwa 5 Leute standen immer da und warteten auf freiwerdende Plätze und nochmal etliche Leute warteten auf Takeaway Essen, zumal klingelte das Telefon ununterbrochen für Bestellungen. Das angedachte Personal für das alles : einer. Der konnte einem schon leid tun, besonders schön war dann eine 1a Slapstickeinlage aus der Küche mit vollen Tabletts a la Dinner For One, aber sauber aufgefangen Nach einer Stunde hatte ich dann auch etwas auf dem Teller und konnte dann noch zur zweiten Halbzeit ins Pub das Champions League Finale schauen. Das sollte es auch für heute gewesen sein, die Distillery für den morgigen Tag heißt Bruichladdich, mal sehn was da so geht... Achso, eins noch... heute früh beim Frühstück sah ich in den Nachrichten, das gestern ein großer Teil der Glasgow School Of Art abgebrannt ist, das ist sehr schade, erst vor ein paar Tagen war ich dort und habe Fotos von ihr gemacht, nun das... Tragisch auch für die Studenten, deren Abschlussarbeiten Opfer der Flammen wurden...

      ...achja nochwas, ab morgen hab ich wieder vernünftiges Internet und werde auch auf euere Posts eingehen...
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      Kapitel 8 : Bruichladdich

      Bruichladdich hat viele Fans. Die Brennerei war lange geschlossen und wurde 2000 von einem kleinen, aber kompetenten Team von Leuten erworben, die mit wenigen Mitteln viel bewirken konnten. Im Mittelpunkt stand / steht der ehemalige Produktionsmanager Jim McEwan. Der Kaufpreis für die damals marode Brennerei lag bei etwa 7,5 Millionen Pfund, der Bestand der Lagerhäuser war nicht üppig. Mit McEwans teils unkonventioneller Art und Weise Whisky zu produzieren, wurde Bruichladdich schnell zu einer Art Kultbrennerei. Die Sammler waren begeistert, jedes Weinfaß, was irgendwo rumstand, wurde mit Whisky befüllt und gut verkauft. Innerhalb von 10 Jahren entstand ein Poll von Abfüllungen, wie es sie wohl nirgendwo anders gab. Dann kam der französische Konzern Remy Cointreau. Bruichladdich wurde 2012 von dieser Firma für etwa 58. Millionen Pfund aufgekauft, der Ausgangswert steht oben... Der Aufschrei war groß, die liebe nette unabhängige Brennerei in den Händen von geldgierigen Franzosen..., sicher habe ich auch bedauert, das sich das nette Konzept nicht ewig halten konnte, aber rein wirtschaftlich betrachtet, konnte es nicht besser laufen, schliesslich haben alle Leute 10 Jahre lang nur reingesteckt...und dann für diese Summe, Whiskyromantik beiseite, ein guter Deal, zumal sich die Firma Remy Cointreau auch noch nichts auf dem Whiskymarkt hat zu Schulden kommen lassen, es ist eh ihre erste Distillery. Heute nun war Volksfest bei Bruichladdich, die wohl einzige Veranstaltung, wo bestimmt ein Drittel Einheimische mitwirken, schließlich ist Sonntag und Bruichladdich genießt große Sympathien auf der Insel. Die erste Hürde war dorthin zu kommen, Ulli machte abends zuvor mit einigen Schotten einen Platz im Großraumtaxi klar, Sonntags fahren prinzipiell keine Busse auf Islay... Dort angekommen fiel erstmal die Schlange auf, die sich bereits für die Festivalabfüllung gebildet hatte. Es handelt sich um einen Octomore, 7 Jahre alt, aus Sherryfässern, 4fach (!!!!) destilliert, mit 69,5% (!)... etwa 1600 Flaschen. Ich hab ihn später probiert und fand ihn am Rande der Untrinkbarkeit. Schon beim Eintritt in die Rachenhöhle ziehen sich alle Poren zusammen, so trocken ist er, dar Alkohol erledigt den Rest. Erst mit viel Wasser kann man etwas schmecken..., das ist definitiv eher eine Flasche für Sammler. Schnell wurde es eng auf dem Gelände, es spielten Bands, es gab folkloristische Tänze, Robin Laing trat auf und die von schwerer Krankheit gekennzeichnete Norma Munro, ein sehr anrührender Auftritt. Als ich dann auch etwas gekauft habe, mußte ich sehr lange warten, da nur ein Kartenlesegerät vorhanden war, die Zeit wurde mit Freigetränken überbrückt, nach dem vierten Octomore Orpheus war mir das dann auch egal, selten war warten entspannter, überhaupt habe ich nicht einen Dram gekauft, irgendwer hat mir immer einen in die Hand gedrückt... Der Nachmittag hat viel Spaß gemacht. Abends war ich mit Ulli im Lochside Hotel essen und danach ging es für mich in die Heia. ...die nächste bitte : Caol Ila, mal schauen, was die so können...
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      ...zunächst erstmal vielen Dank für die Blumen, die ihr mir täglich auf die Lesebühne werft, wenn ich mal groß bin, dann singe ich das alles und bekomme Unterwäs.....ähhmn, nein, war ein Scherz... :D
      Was meine Gebrechen im Eingussschacht für den Whisky angeht, so kann ich zumindest aktuell Entspannung vermelden, nach langen GutZuReden, haben die Schmerzen ihren Jahresurlaub genommen, so das ich die Angelegenheit wohl zuhause regeln kann. Was die nächtlichen Darbietungen akustischer Art meines Mitreisenden Ulli angeht, so wußte ich schon sehr gut, auf was ich mich einlasse, wir sind nicht zum ersten mal in Schottland zusammen unterwegs, mich stört das überhaupt nicht, es amüsiert mich gelegentlich und den Rest der Zeit bin ich sicher kein bisschen besser, meine Freundin behauptet sowas zumindest immer...:D
      So, nun aber zum aktuellen Tagesgeschehen ...palümmpalümm.

      Kapitel 9 : Caol Ila

      Zu Caol Ila sagt man auch gerne, der Whisky wäre der Ardbeg des kleinen Mannes. Hmmm..., da frage ich mich natürlich ein wenig, was aus der Upperclass geworden ist...nun gut, Caol Ila ist hauptsächlich für die Blends von Johnnie Walker zuständig, im Black Label dieser weltbekannten Marke, ist reichlich Caol Ila drinnen, Caol Ila ist für fast alle rauchigen Noten in den DIAGEO Blends verantwortlich. Single Malt spielt bei dieser Brennerei, die mit 6,5 Millionen Litern Alkohol im Jahr die viertgrößte schottische Destille ist, nur eine kleine, nebensächlige Rolle. Caol Ila liegt etwas versteckt in det Nähe des Hafens Port Askaig im Osten der Insel. Hier gab es heute nichts umwerfend neues, man konnte sich mit Caol Ila 12y, Caol Ila Distillers Edition und Caol Ila Moch durchgängig betrinken (wenn man denn wollte), es gab wieder drei Samples am Alter zu erraten, die üblichen Austernstände und...und...und...,wie bei den anderen auch. Die Festivalabfüllung fand ich gänzlich uninteressant, die wird den Weg nach Berlin nicht mit antreten, zumal ich sowieso langsam Sorgen habe, wie hoch das Gewicht meines sperrigen Koffers mittlerweile ist. Der Abend wurde dann in den gastronomischen Abteilungen des direkt auf der anderen Straßenseite gelegenen Bowmore Hotel verbracht, erst feste Nahrung, danach ein paar Bierchen. Morgen gibt es ein Highlight, da bin ich mir sicher, eine weitere Distillery aus meiner Top 3 läd ein : Laphroaig. Heute bei Caol Ila habe ich nicht viel erwartet, morgen schon, mal schauen...
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      Hi Lars, super Bericht, man hat das Gefühl, live dabei zu sein. Ich freue mich schon auf die nächste Folge. :yes:

      Schön, dass es mit den Schmerzen besser geworden ist.
      Slàinte Mhath Niels
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      Nimm das Leben nicht zu ernst - es ist ja nicht von Dauer!!!
      Kapitel 10 : Laphroaig

      ...das war ein sehr schöner Tag heute bei Laphroaig. Das Wetter meinte es wieder sehr gut, mittlerweile sehe ich schon aus wie Mr. Tomatohead, heute war nicht einmal Wind und dazu nette Temperaturen, beste Voraussetzungen für ein wenig Party in der Distillery. Ich erwähnte gestern bereits, das ich Laphroaig sehr schätze. Der Whisky dieser Brennerei ist sicher nicht jedermanns Sache, wer mit rauchig - torfigen Destillaten nicht zurecht kommt, der sollte seine Finger davon lassen. Ergänzend zum Islay-typischen Torfrauch kommen beim Laphroaig noch medizinische Jodnoten und ein Hauch von vermodertem Seetang dazu. Die Ursache liegt im Torf, der im Falle Laphroaig immernoch von den eigenen Torffeldern in der Nähe des Flugplatzes stammt. Bei meinem letzten Besuch durfte ich mich in der Kunst des Torfstechens auf diesen Feldern versuchen. Vor einem vernünftigen Ausbau von Infrastruktur in Schottland, wurde nahezu überall mit Torf geheizt, Torf ist nahezu überall reichlich vorhanden, die Speyside Brennereien verwendeten damals auch Torf. Torf ist aber nicht gleich Torf, der Torf von Islay bzw. Der gesamten Westküste entstand aus anderen pflanzlichen Fossilien wie der auf dem Mainland, es waren viele Pflanzen aus dem Meer dabei, wie eben Seetang, verbrennt man das Zeug dann, gibt es die Noten seiner Bestandteile wieder preis und beim Darren des Grünmalzes bleibt die intensive Note in den Körnern und den weiteren Stationen erhalten. Während der Prohibition in den USA ging Laphroaig einigerortes sogar als Medizin durch, was so riecht oder schmeckt, trinkt bestimmt niemand freiwillig, dachte der Gesetzgeber damals... So, aber ich wollte jetzt garnicht Whiskyschool unterrichten, kommen wir zum Fest... Es gab 6 verschiedene Laphroaigs, mit denen man sich unbegrenzt einen schönen Tag machen konnte, ...und das gratis bis zum Abwinken. Folgende Laffis standen zur Auswahl : Laphroaig Select, 10 Jahre, 10 Jahre Fassstärke (batch 6), 18 Jahre, Triple Wood, Quarter Cask und die aktuelle Festivalabfüllung Cairdeas 2014. Der Select ist eine neue Abfüllung, die gerade auf den Markt kommt, es war eine gute Gelegenheit, ihn zu probieren... ich bin sehr enttäuscht, er ist dünn, flach und ohne Charakter, der Warsteiner unter den Laphroaigs. Der Cairdeas ist ohne Altersangebe und reifte erst in Bourboncasks und später in Amontillado Sherryfässern. Ich fand ihn recht lecker und habe das häufig nachgeprüft... Der beste Whisky von denen war aber der 10 Jahre alte in Fasstärke, Batch 6. Leider wird auch er nicht den Weg auf den deutschen Markt finden, warum auch immer..., nun ich habe jedenfalls schon einige davon auf Vorrat getrunken... Zwischendurch machte ich einen Spaziergang zu Lagavulin, etwa 20 min zu Fuß entfernt und holte mir meine Festivalflasche, auch das hat viel Spaß gemacht. Ansonsten gab es immer Leute mit denen man sich austauschen konnte, auch viele Deutsche dabei. Sogar ein Mikroforumstreffen zwischen Roman, Mathias (Port Ellen) und mir war zu verzeichnen. Livemusik, Fressbuden und Kleinkunststände waren natürlich auch vorhanden, wie bei allen anderen auch. ...ja Laphroaig, Hut ab, das war ein schöner Tag bei dir... Morgen : Heimspiel... Bowmore !
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      Kapitel 11 : Bowmore

      Den Whisky von Bowmore vergleiche ich gerne mit einer Jugendliebe. Als ich vor geraumer Zeit anfing, mich für Malt Whiskies zu interessieren, war der Bowmore 12 Jahre und der Bowmore 15 Jahre (Mariner), damals noch mit dem direkt auf der Glasflasche bedruckten Label, sowas wie eine Initialzündung. Den üblichen Werdegang mit Jim Beam, später Glenfiddich oder sowas habe ich nicht mitgemacht. Ich interessierte mich vorher prinzipiell nicht für Schnäpse jeglicher Art, egal ob da Goldbrand, Wodka oder Macallan draufstand. Schnaps trank man nach dem Essen oder zum Besaufen, hopphopp rin in' Kopp und dann schnell ein angewidertes Gesicht verziehen...,mir war seinerzeit viel, viel wichtiger, daß genügend gutes und kaltes Bier vorrätig war. Nachdem ich Anfang der 1990er Guinness als Lebenselixier entdeckt hatte, wurde es noch eingleisiger...,aber dann kam irgendwann Single Malt auf den Tisch und es war halt Bowmore, der mich angefixt hat, oder man kann auch sagen, der mich versaut hat... Längst bin ich natürlich die Straße der großen Maltwhiskies einige Kilometer weitergelaufen und habe unzählige neue Bekanntschaften und auch Freundschaften mit Whiskys geschlossen, von denen ich damals noch nicht einmal im Entferntesten etwas geahnt hatte. Wenn ich dann heutzutage einen Bowmore 12y oder ähnliches im Glas habe, fühlt es sich für mich ein wenig so an, als würde ich meine Exfreundin aus ganz jungen Jahren wiedertreffen. Man erinnert sich schnell an gewisse Details im Geschmack, die man mittlerweile vergessen hat, man denkt an vergangene Zeiten und ist trotzdem froh, das man heute auf andere Sachen steht, die Exfreundin ist Nostalgie aber man möchte sie höchstens als Kumpel... (Etwas gegen diese These spricht allerdings die Tatsache, das der Bowmore vor 10-20 Jahren auch mal besser war, aber ok, damals war die Ex ja auch noch jung...) So, heute nun Whiskyfest im Hofe meiner ersten Whiskyliebe. Ich sage mal so, das mit der ersten Liebe galt ja dem Whisky, wenn das nicht so wäre, dann würde ich behaupten, die alte Liebe ist beliebig und geizig geworden, alte Schapracke quasi... Gerade einmal drei Stände waren aufgebaut, dazu ein LKW auf dem Livemusik gespielt wurde, die Ex Bowmore 12 konnte man bis zum Abwinken haben, alles andere durfte man schön bezahlen, noch nichtmal etwas zu essen wurde angeboten, da war ja selbst bei Caol Ila mehr los, traurig, ...und das bei dieser großen Destille... Einziger Schnickschnack den es anderswo nicht gab, war sowas wie Murmeln mit Faßverschlüssen, wer ein Rechteck in ca. 3 Metern traf, bekam einen Freidram, wer das mittige Kreuz darin traf, gewann eine Bowmore Holzschaufel... Die Festivalbbfüllungen waren ein Bowmore Singlecask Whisky aus dem Bourbonfaß und ein 1989er für ein Geld, womit ich vor zwanzig Jahren zwei Monatsmieten mit hätte begleichen können (ok, kein Penthouse freilich, eher mit Ofenheizung...). Ich habe mir da lieber selber eine Flasche aus einem schönen Sherryfaß abgefüllt, super Stöffchen....aber ansonsten...schwache Leistung, Bowmore. Morgen sind zeitgleich die Destillen Kilchoman und Jura dran. Morgens will ich aber erstmal die Port Ellen Maltings besuchen, was danach kommt, weiß ich noch nicht, beide Brennereien sind ohne Auto schwierig zu erreichen, mal sehen, könnte kompliziert werden...
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