Tastingnotes schreiben, lesen oder lassen?

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      Tastingnotes schreiben, lesen oder lassen?




      Tastingnotes schreiben, lesen oder lassen?


      Brauchte man das je und braucht man das noch in Zukunft.
      Sinn und Unsinn einer alten Sitte.


      Was unterscheidet eigentlich den Whiskygenießer vom Obstlertrinker ? Sicher einiges aber augenfällig ist, das beim Whisky immer wieder versucht wird Gerüche, Geschmäcker und Noten hinein zu interpretieren oder heraus zu riechen, die man mit anderen Sinneswahrnehmungen gleichstellen und Analogien finden kann.
      Mal ist es nur der Austausch unter Gleichgesinnten in einer trauten Runde, mal sind es Tastingnotes die in Büchlein, Foren, auf Flaschen oder in Blogs niedergeschrieben werden und schließlich sind es Videoblogs die im Netz durch eine Flut von Leuten präsentiert werden.
      Nicht zuletzt hier im Forum findet man eine breite Palette sehr unterschiedlicher Arten wie man seine Geschmackseindrücke niederlegt.
      Ein paar Beispiele gefällig von ganz unterschiedlichen Typen …

      Kurz und knapp – andreas_k

      andreas_k schrieb:

      Farbe: Dunkles Gold.

      Nase: Rauch. Kräftige Würze. Bitterorange. Früchte.

      Geschmack: Kräftiger pfeffriger Antritt. Rauch. Früchte. Würze. Hinten raus leicht bitter.

      Abgang: Lang und würzig.

      Fazit: Schlicht und ergreifend legger Stoff


      Blumig und persönlich - rednose

      rednose schrieb:


      Farbe/Verh. im Glas: Satter Bernstein, leicht trüb im Glas. Wahnsinn, das sind die Legs die mir gefallen. Gut definiert und reichhaltig.

      Nase : Der old Bottle Flavour besticht und geht mit voller Kraft in einer satte Paarung mit Kartoffelfeuer - Rauch und faulig schimmeligen Orangen in die Nase. Dunkle reife Früchte. Pflaumen und guter britischer Marmelade. Holz. Getrocknete Minze. Kerzenwachs einer alten verrußten und verstaubten Kerze auf Toffee. Altes Pony am Meer.
      Mit Wasser süßer und runder. Nicht komplexer und eigentlich zu schmeichelnd. Ich würde das Wasser raus lassen.

      Geschmack : Oh tief, tief und sehr schwer anzusprechen. Staubige Marmelade. Weiße Schokolade mit Rosinen und Weißtorf. Dunkle Süße von angebranntem Karamell.
      Mit Wasser leicht kühlend und schnell flach werdend.

      Abgang : Lang mit ersten Eindrücken von ordentlich Holz und nachlassenden Früchten. Dann steht ein Nachklang der vom Torf geprägt endlos steht. Frisch gegerbtes Leder.

      Fazit : Die Nase ist für mich, ja, wie soll man es sagen. Ja – die Nase, das ist es. Einfach sehr gut. Die Palette im Mund ist schon gut- aber mit Sicherheit noch zu steigern. Der Abgang ist mehrdimensional und holzig grandios.
      Der Tropfen ist ein Großer. Wer noch eine Flasche findet, lässt mich bitte teilhaben.
      :rauf: :rauf: :rauf: :rauf:



      Umfangreich und ausführlich - Altstadtneipe

      altstadtkneipe schrieb:

      Optik: Heller Weißwein. - Am Glasrand bildet sich ein sehr zarter Kranz, der eine feine und sehr langanhaltende Perlenkette bildet... Von der laufen erst nach längerer Zeit - recht zögerlich - ein paar einzelne Tropfen die Glaswandung in Zeitlupe hinab. Dabei haben sie Mühe, den Flüssigkeitsstand überhaupt je wieder zu erreichen... Und dies tun sie auch nicht... "Beinchen" bilden sich dabei auch nicht wirklich. Es werden kleine Nasen, die - noch bevor daraus Legs werden könnten - vom Kranz abreißen und sich tatsächlich als Tropfen auf den mühevollen Weg machen... Diese Tropfen machen dann teilweise auf halbem Wege halt. Und sie zeichnen sich auf der Glaswandung als wirklich fette Tropfen ab, die dann irgendwann vom langsam absackenden, nun auch fetter sich abzeichnenden Kranz, eingefangen werden...

      Nase: Die erste Nase dieses Malt beißt recht ordentlich in die Nasen-Schleimhäute... Aus der Flasche roch dies noch leckerer - und nicht so spritig... Doch das kommt nicht einmal vordergründig vom Alkohol. Hier findet sich Waschbenzin (?) oder Verdünnung (?)... Jetzt im Glas ist diese Verdünnungs- und Lösungsmittel-Note in irgend einen blumigen Duft eingebunden (Flieder!)... Doch das hält glücklicherweise nicht lange... Danach finden sich ganz verhaltene Weißwein-Noten (und dieser Weißwein scheint mir ein Gewürztraminer zu sein - denn hier findet sich auch Muskat) und Getreide-Noten... Kurz darauf kommen auch noch Torf-Noten und Lakritz-Aromen dazu... Dann wird der Duft sogar richtig schön! Hier war ich dann soweit, daß ich begann, diesen Duft mit "Laphi-Maßstäben" zu messen - denn nun erinnert das Aroma tatsächlich eher an einen jungen, ungestümen Laphroaig. Hier findet sich auch die oft gerochene Pertinax-Note (Phenol-Harze, angeschmortes, sehr trockenes Papier, Formaldahyd). Und auch die verschmorten Leiterplatten (mit elektrostatischen Aufladungen) sind hier zu finden... Es findet sich grünes Torf und grünes Malz. Und auch die medizinischen Noten sind hier alle versammelt. - Trotzdem hat dieser Malt eine sehr intensive Süße. Die kommt allerdings (so glaube ich!) nicht aus einem Sherry-Fass. Denn hier sind nur die typischen Bourbon-Noten auffindbar: ein wenig vom maisigen Bourbon, etwas Vanille, leicht säuerlich-käsige Noten (Chester)... Vielleicht auch etwas Fensterkitt... Nicht, daß wir uns falsch verstehen: ich finde das alles nicht unangenehm... Aber ich mag die sherrylastigen Bunna´s lieber... Dieser hier riecht wie eine rauchende japanische Geisha mit Fußgeruch... Salz habe ich hier keines. Und auch den Seetang habe ich hier nicht, auf den Serge Valentin so schwört... Trotzdem ist dieser Tropfen küstenlastig und meerig... Doch woher diese Assoziationen stammen, vermag ich nicht wirklich zu sagen... Der Torf und der deutlich medizinische Laphi-Einschlag allein kanns wohl nicht gewesen sein...
      Bei zwei nachfolgenden "Nach"-Verkostungen hatte ich dann deutlich jene Seetang-Aromen, noch deutlichere Geflügelfleisch-Noten, ein Hauch Gischt und sogar auch ein wenig Salz in der Nase... Und: die Geisha hatte sich offenbar das Rauchen abgewöhnt! - Dafür klapperte sie nun unablässig mit verkohlten Holzstückchen und rührte mit ihnen im nassen Sand...

      ....
      Ich breche hier mal ab. Wer mehr lesen will, hier gehts weiter.


      Blind und Blau - openmind

      Openmind schrieb:

      Guten Abend liebe Malt-Liebhaberinnen und -Liebhaber,

      anbei Tasting Notes aus der letzten Bottling List.

      Die Fakten:
      SMWS ...
      Blindverkostet in blauen Riedel-Tasting-Gläsern.

      Nase:
      Die Abfüllung beginnt leicht stechend alkoholisch mit würzigen Aromen und Tönen nach frischen Früchten (Äpfel, Birnen und Trauben). Dann findet sich ein Geruch nach Vanille und Blütenhonig.
      Durch die Zugabe von Wasser tritt die stechende Alkoholnote zurück und die würzigen Früchte werden deutlicher. Parallel dazu findet sich nun Sandelholz sowie reife Mirabellen, Birnen und Aprikosen, unterlegt mit Vanille und einem Touch Säure. Komplex.

      Geschmack:
      Pur ist der Geschmack weich und cremig mit Vanille, Malz und reifen Früchten. Der Körper ist voll und die Komplexität mittel. Durch die Zugabe von Wasser verändert sich der Geschmack nicht.

      Abgang:
      Mit und ohne Wasser ist der Abgang mittellang mit einem leicht öligen Einschlag. Auch hier finden sich Malz und Würze wieder. Dazu süßliche Fruchttöne und eine fleischige Basis.

      Fazit:
      Die Nase entwickelt sich mit Wasserzugabe deutlich nach vorne und das Ganze wird schön rund und komplex. Der Geschmack passt gut zu diesem Eindruck.

      Gelegenheit zu Trinken:
      Ein schöner Absacker am Abend oder zur Stärkung bei der Wanderung.

      Slainte
      Openmind


      Oder einfach nur “I’m in heaven” - AS-Whisky :

      ASWhisky schrieb:

      ...

      Farbe: helles Bernstein
      Nase: Rauch, Moor, Nebel , Meer, Islay , wilde Schlehen,
      Hafen, altes Schiffsholz, Schokolade, etwas alter Portwein
      Mund: vom Hafen weht der leicht scharfe Rauch der Fischräucherei herüber
      in dem alten Portweinfass liegt ein Schiffstau, Du willst es raus holen,
      drehst das Fass auf die Seite , es fällt auf den Boden, Heidekraut und dumpfer Moorgeruch steigen auf, Deine alten Lederstiefel werden feucht vom Moorwasser, das Tau sitzt fest, Du greifst in Deine Jackentasche für Dein Messer, in Deiner Hand zerbröselt trockene Schokolade… Du nimmst Deine Finger an die Lippen, der alte Portwein vom Fass klebt an ihnen und mischt sich in deinem Mund mit der dunklen trockenen Schokolade…..mmmh
      Erinnerung: Lang, sehr lang Holz, Schokolade, Malzsüße, Tabak, Rauch, etwas Fisch, Lakritze…. Torf, >> Tabakrauch mit Malzsüße, im Rachen lang wärmender Torfrauch

      ein toller Whisky, wunderschön eingebundener Torfrauch schön mit Süße durchzogen, lang anhaltend und intensiv

      90 von 100 Punkten
      Yes, I’m in heaven



      Und noch mal ein paar bekannte oder unbekanntere Videoblogs :
      Ralfy – Malmaniac mit 100 Punktewertung und immer wieder amüsant und lehrreich



      Marco Bonn macht die Whiskyshots kurz und knapp



      Horst L. Klassiker für den Shop und den Content



      Oder mal für mich zwei sehr persönliche Videoblogs :
      Peat Head :



      Die kleine Schlampe...



      Von den klassischen Blogs sollen hier zwei genannt werden. Serge Valentin aus dem benachbarten Elsass schreibt seit über zehn Jahren und mit inzwischen fast 10.000 Tastingnotes, den wohl bekanntesten Tastingblog.
      whiskyfun.com

      Daneben ist in den letzten Jahren (genauer seit 2008 ) der Belgier Ruben eifrig bemüht mit über eineinhalbtausend Notes den tiefen Fußabdrücken von Serge zu folgen.
      whiskynotes.be/

      Um das Thema hier auch ein wenig über den Tellerrand des Forums hinaus zu betrachten wurden diese beiden Blogschreiber mal mit ein paar Fragen belästigt.

      Wenn ich für mich als Tastingnotesschreiber hier immer meine Meinung vorneweg setze, so soll das vielleicht eine etwas kontroverse Meinung rein bringen, den oft habe ich gemerkt, das gerade meine Notes und Beweggründe einen anderen Hintergrund haben als bei anderen. So muss ich mitteilen, das ich gerne Tastingnotes als eigenes Archiv in diesem Forum sehe. Mein Mitteilungsbedüfnis bei Tasting Notes richtet sich darauf, Leuten, die einen ähnlichen Geschmack haben wie ich, beim Wandeln in den Labyrithen des Whiskymarktes Fingerzeige zu geben. Genauso wie Ich mich durch deren Tasting Notes inspirieren lasse.
      Warum schreibt du Tastingnotes Serge ?
      Serge : “Because it’s the best way to keep a whisky alive once the bottle is empty. It’s like capturing it, in a way. It’s like a photography, if you prefer, a tasting notes is like a photography of a whisky that you can keep in an album (or a website) long after the whisky’s gone.”
      Ruben was sind deine Beweggründe ?
      “The bottom line is that I like to taste. Not only whisky, but also in food or wine or whatever, I enjoy picking up flavours, even when I don’t write them down. I started to write tasting notes as a personal archive, when I was still finding out my own preferences and discovering new styles. Obviously this has changed, I still write them because I enjoy doing it, but a lot of secondary elements have appeared: bottlers who want your opinion or support, friends who trust me for their purchases, etc. And let’s be honest, I’m grateful for having early access to some things, it helps me as a whisky consumer as well.”

      Da gleichen Ruben und ich uns ja sehr stark. Mir geht es so, das ich nicht alle Blogs sehe, lese oder beobachte. Dennoch bin ich an den Notes von Leuten interessiert, von denen ich festgestellt habe, das ihre Vorlieben den meinen folgen.
      Ruben :” Yes, of course I read tasting notes from other blogs. I always try to “get to know” the taster a bit before paying too much attention to his notes. You have to put every note in the context of the taster: his experiences, his preferences, etc. In fact I only trust notes from maybe five people. With other notes I will be more cautious and try to taste it myself before jumping to conclusions.”
      Serge : “It can happen that I read other Tastingnotes. What’s sure is that I read tasting notes by people I know, even if we never met, rarely anonymous ones. Or friends. I believe it’s very important to know about the taster, his tastes and his experiences. I believe taste can be educated.”
      Ich denke, gerade das scheint wichtig zu sein. Tastingnotes beruhen auf den eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen. Den eigenen Vorlieben und Geschmäckern.
      Trotzdem erscheinen in Tastingnotes bei dem ein oder anderen den man kennt, doch Notes und Beschreibungen über Sachen, die selbst Leute die einen kennen, Kopfschüttelnd zurück lassen. Ich habe den ein oder anderen sicher schon Verstört, wenn ich Notes wie “Sägespänen mit fruchtigem Bienenwachs”, “Überreife Pflaumen mit Wurm” oder “… etwas staubig, frischer Waldboden mit wenig verrotteten Blättern und Regenwürmern.” Geschrieben habe.
      Es gibt einfach Beschreibungen da steigen alle aus und manche denken sich, was zum Teufel nimmt der Spinner in den Mund um nachvollziehen zu können, wonach dieser Whisky schmeckt. Bekannt ist auch die Tote Maus von Serge…
      Serge : Haha, that one! First, I don’t think I wrote that I found dead mice in the palate, only in the nose. Second, my father used to be a beekeeper and when I used to help him clean the hives in the Spring, we were often finding dead mice that had entered the hives and that the bees had killed and embalmed. I remember that smell very well, I can tell you. Smelled like Ben Nevis heavy sherry ;-).
      Ruben :” Recently I’ve had a comment on my website from someone who called me a “pretentious prick”. He thought it was totally impossible to pick up leather, mint, polished furniture and dusty books. Those are not even extreme flavours, right? Anyway you need a certain mindset to understand tasting notes. Of course there is no horse dung in 1970’s Brora, but in a way it can remind most people of it. It’s an association, the same way music can express feelings that aren’t written down in the score. I don’t think it’s pretentious, but it can be slightly abstract or very personal sometimes.
      Also it requires a big interest in all kinds of things. Travel around the world and eat / drink / experience whatever you can find. I wouldn’t try a dead mouse though.”

      Für mich kann ich hier auch wieder Ruben sehr gut folgen, wenn gleich ich gerade bei dem angedeuteten Beispiel von Serge mit der toten Maus, seine Tastingnotes voll unterschreiben würde. Ich für mich, versuche in meinen Tastingnotes weniger analytisch wie in einem Labor vor zu gehen. Für mich gilt, dass ich aufschreibe welche Bilder beim Riechen oder schmecken aus dem Nebel meines trüben Geistes, vor meinem geistigen Auge auftauchen. Wenn das Bild nun mal eine tote Maus ist, weil mich dieser Geschmack daran erinnert, kann das doch genau so real sein, wie der Eindruck von Waldboden im Frühherbst, der Geschmack einer nassen Pferdedecke ode rein Whisky der einfach nur Lila schmeckt.
      Dabei scheint es aber, das die zwei Mitsreiter hier anders dran gehen oder Ruben …:
      “My Notes are more of an analysis. I have the feeling that the more tasting notes I write, the easier I pick up things because you have an ever expanding set of profiles in your head that you can relate to. It’s only the very special drams that are foggy because they don’t fit your schemes – those are the ones that I keep looking for.”

      Vielleicht kannst du Serge mir und meinem Nebel im Kopf eher folgen ?
      Serge : “Well I certainly try to help the fog dissipate. Remember I really believe in tasting notes (and scores) only when a session is done properly. I use benchmark whiskies, always the same glasses and water, always at home (well in 99% of the cases) and I always compare whiskies, almost always from the same distilleries. That’s how I try to make the fog a little less thick. But yeah, no rocket science, and always opinions, never a judgement. Even a score is only a personal opinion, but the key is to compare. Only comparison is reason.”
      Das trifft es für mich. No Rocket Science !
      Aber vielleicht ist das auch ein Problem. Wenn man die Vielzahl der Videoblogs sieht, ist der Wandel doch lange schon im Gange. Weg von den klassichen Tastingnotes, hin zu “mehr”. Mehr Show, mehr Unterhaltung, mehr neben den eigentlichen Tastingnotes.
      Dabei erscheinen Tastingnotes eigentlich doch viel zu spät. Können Notes im Zeitalter von Single Casks die nur unter dem Ladentisch länger als eine Woche halten, Ardbegs, Littlemills usw. Online in Stunden ausverkauft sind.
      Gleichzeitig sind Flaschen im Markt, bei denen die Preise so hoch sind, das die Blogbetreiber Samples und Flaschen in einem Wert der höher ist als mancher Lohn eines Vollzeit-Mindestlohnempfängern zur Verfügung gestellt bekommt um entsprechende, natürlich am liebsten wohlwollende, Blogbeiträge zu verfassen.
      Kann da die klassische Tastingnote überhaupt noch eine Hilfe sein ?
      Serge : “I agree Markus, things are becoming hectic. Having said that I never considered my website as a buying guide, it’s just a personal tasting diary. I do not want to lead people to buy, or not to buy this or that bottle just because of one guy’s opinions. That’s why I often say that a high scores means “try to taste this one!” rather than “rush out and buy a bottle or three!” Having said that, the only way to take these moves into account would be to taste the whiskies before they’re out. But I’m very wary of pre-production samples… But again, I’m an amateur whisky taster, and even if I do write in friends’ magazines, I’m not a whisky journalist (although I used to be a professional journalist in my olden days, specialised in business). Let’s put it this way, imagine you’re a lover of sports cars and you have the opportunity to test drive and write your impressions of a 1960 Ferrari, what would you do? Say you’d prefer a VW Polo because it’s easily available and cheap? ;-) I know that large brands and widely available whiskies appeal to many more people, and that I’d probably pull many more visits by focussing on large batch whiskies only, but that would mean no fun for me. Never! Just one example that I noticed only this morning, I’ve never published notes for a modern regular Glenlivet 12! Tell me about a whisky blogger…”
      Ruben : ”A couple of years ago everyone could try a whisky for themselves and then decide whether to buy it or not. Nowadays you’re forced to rely on tasting notes of people you trust, otherwise indeed the best ones are gone already. So tasting notes are important, but on the other hand the explosion of available notes (of different quality levels) may lead to a certain disinterest.”
      Das Fragezeichen ob Tastingnotes noch notwendig und sinnvoll sind, bleibt. Das muss aber jeder für sich selber wohl entscheiden und vielleicht gibt hier der ein oder andere mal dazu seine Meinung ab. Ruben sagte noch etwas gutes, was ich nicht vergessen will.
      Ruben :”It’s still stunning how the vast majority of official tasting notes on boxes and labels are just plain bullshit, or at least very generic. These are generally no help.”

      Epilog ...
      Lange Zeit keine Cuttynews und dann ein solch langer Bericht mit viel Lesestoff und Videos usw usw.
      Mir brante das Thema aber gehörig unter den Fingern, weil es für mich ein Teil meines Genusses ist, welche zu schreiben und welche zu lesen/sehen. Erst wenn ich schreibe genieße ich mit der entsprechenden "Andacht". Nicht immer brauche ich diese, manchmal ist es auch einfach nur schön einen Tropfen zu konsumieren.

      Mich würde schon mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Ob jemand schon mal nach Tastingnotes von Forumskollegen blind gekauft hat und nicht nur nach Punkten von Serge? :D
      Gibt es Leute die Notes schreiben aber nie hier veröffentlichen und wenn dem so ist, warum nicht ?
      Was sagen die Zittierten zu den anderen Tastingnotes ?
      Interessieren euch als Kaufberatung die Cuttynotes ? Sind für euch Tastingsnotes überhaupt von Interesse oder reichen die Flaschenteilungen ?
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!
      Erstmal herzlichen Dank für diesen tollen und ausführlichen Artikel! :rauf:

      Für mich sind Tasting Notes sehr interessant, aber nicht unbedingt kaufentscheidend. Ich lese die Notes, egal in welchem Stil geschrieben, sehr gerne und lasse mich auch gerne davon inspirieren - mal zum Samplekauf, aber auch mal zur Suche nach einem Großsample. In erster Linie interessieren mich die Notes aber wegen der Vielfalt sowohl der Geschmackseindrücke des Whiskys als auch der Eloquenz der Schreiber wegen - und weil ich mich immer noch am Anfang der Reise sehe, diese ganzen Eindrücke wahrnehmen und dann auch zu Papier bringen zu können. Deswegen hier auch mal ein dickes Danke :abwuschel: an alle diejenigen, die mit ihren Notes zur Erleuchtung (und Unterhaltung) beitragen - Ihr tragt einen ganz wesentlichen Teil zu einem wunderschönen Hobby (und in diesem Falle: eines unheimlich interessanten Forums) bei!
      And malt does more than Milton can
      To justify God's ways to man.

      (A. E. Housman)

      Samples: Samples zum Probieren

      Ich trenne mich von... (Flaschen abzugeben)

      rednose schrieb:



      Mich würde schon mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Ob jemand schon mal nach Tastingnotes von Forumskollegen blind gekauft hat und nicht nur nach Punkten von Serge? :D
      Gibt es Leute die Notes schreiben aber nie hier veröffentlichen und wenn dem so ist, warum nicht ?
      Was sagen die Zittierten zu den anderen Tastingnotes ?
      Interessieren euch als Kaufberatung die Cuttynotes ? Sind für euch Tastingsnotes überhaupt von Interesse oder reichen die Flaschenteilungen ?


      Blindkauf nach lesen von Tastingnotes hier im Forum? Nein, dass nicht. Ich lese von manchen die Notes, weil ich ungefähr einschätzen kann, wie sie die Dinge in Sachen Whisky sehen und die können dann meine Neugierde wecken. Zum Blindkauf können mich höchstens die Tipps von guten Freunden verleiten, da man sich gut kennt und das jeweilige Geschmacksempfinden einschätzen kann.

      Ich lese auch lieber die Tastingnotes die hier einfach so eingestellt werden, als die "offiziellen" Cuttynotes. Die kommen mir ehrlich gesagt manchmal so vor, als würde bei der Meinungsäußerung mitunter ziemlich rumgedruckst werden, wenn der Whisky mal überhaupt nicht gefällt, anstatt sie wirklich frei von der Leber weg zu schreiben. Mag mich ja täuschen, aber mir kommt es so vor.

      Ich selbst schreibe ja auch hin und wieder Tastingnotes und stelle sie hier ein, aber eher nach Treffen unserer Gruppe oder wenn mir halt einfach mal danach ist, was jetzt nicht so häufig der Fall ist. Ich mache das, weil es mir Spass macht. Wenn andere Leute die vielleicht mit Interesse lesen freut es mich, missionieren möchte ich aber keinen. Ich selbst mag es dann eher kurz, ohne große Schnörkel und Geschichten und die lese ich eigentlich auch von anderen so am liebsten. Aber da hat jeder seinen eigenen Stil und die Vielfalt macht die Sache ja auch erst interessant und möglich, dass da wohl (fast) jeder das Passende für sich finden kann.

      So ist mein Fazit: Ich lese ganz gerne mal Notes, ich schreibe ganz gerne mal Notes und möchte sie hier im Forum auf keinen Fall missen.
      Langer post und viel zu lesen,
      das tat ich nun Markus.

      Bei mir ist es mehr der Wandel der Zeit( Blase?/NAS/ Preisanzug), der mich von TN(Tastingnotes) abhält.
      Ich lese, bzw höre gerne hier und da bei den Genannten rein, ist ja auch for amusement only gut :D

      Um mir eine Meinung zu einen bestimmten Tropfen zu bilden, waren noch nie Punkten oder Marktschreierei für mich massgebend.
      Z.B. in der base schaue ich nur auf TN, wenn ch die Leute einordnen kann, die diese verfasst haben.
      Z.B. der Littlemill Hype, wo mich keine Abfüllung überhaupt reizen konnte, trotz eines - only selected by pangalctic whisky blaster,
      da können sie 90+ haben, wie auch Ardbeg, es schmeckt mir einfach nicht und gut bleibt mehr für die Anderen.

      Mir reichen drei vier Freunde/Bekannte wo ich weiß wie die Ticken und da nehme ich gerne mal einen Tip.


      Nichts desdo trotz gehören TN dazu und bereichern die Foren und gerne liest man es "blumiger" als kurz und knackig,
      wer liest schon das Telefonbuch von Berlin lieber als einen schönen Würsching Whiskykrimi.

      Just mein 2 cents
      Ingo
      El Tren "Die Pangalaktischen Whiskygurgler"

      FT - Theater: z.Z geschlossen
      Lounge und Bar geöffnet
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Die Hoffnung ist das wichtigste Organ und daher das größte."
      Erstmal vielen Dank für den Artikel, wieder sehr lesenswert!

      Das Schöne am Lesen von Tastingnotes sind für mich ein paar einfache Dinge:
      1) Die Möglichkeit Aromen zu benennen, für die ich selbst keinen Referenzpunkt habe
      2) Abgleich mit anderen Geschmacksprofilen - wenn sich meine Notes häufig mit denen einer anderen Person überschneiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir ein ähnliches Geschmacksempfinden haben und ich mich auf die Empfehlungen dieser Person verlassen kann
      3) Entertainment

      Das Schreiben von Notes gehört dann umgekehrt auch dazu, um anderen die gleichen Vorteile zu ermöglichen. Außerdem ist es wie auch im Ausgangsartikel beschrieben ein gutes "Archiv" über die eigene Geschmacksentwicklung. Ich freue mich schon auf den Tag in vielen Jahren an dem ich durch mein Archiv browse und mir so den ein oder anderen Tropfen wieder ins Gedächnis rufe, der schon laaaange vom Markt verschwunden ist.
      Hi Markus, vielen Dank für den tollen Bericht. Insbesondere das Interview mit den beiden Platzhirschen unter den Bloggern fand ich sehr reizvoll. Auch war mir "Peat Head" als Vlogger neu, sehr authentischer Typ.

      Ich schreibe zu fast jedem Malt der es wert ist Tasting Notes, allerdings kaum auf Messen oder in größeren Runden, wenn dann in Ruhe zuhause. Mir ist dabei sowohl die Archivfunktion wichtig, als auch über die Jahre zu sehen wie sich mein persönliches Geschmacksempfinden ändert. Werd ich in 10 Jahren immer noch so begeistert sein vom Laddie Ten (gesetzt den Fall es gibt ihn dann noch, bzw ich hab noch ne Flasche da)? Werden mir die Rauchbomben und Sherrygranaten immer noch munden oder dann eher das filigranere "Dachsgesöff" ;) ?

      Ich finde auch das Lesen von Tastingnotes anderer insbesondere wenn man den entsprechenden Malt gerade vor sich im Glas hat sehr unterhaltsam, allerdings sind aus meiner Sicht die Geschmäcker so unterschiedlich, dass man daraus allenfalls Tendenzen für die subjektiv empfundenen Aromen ableiten kann. Allein schon bei Euren Cutty Notes kann man sehen wie sehr die Meinungen zum Teil auseinanderdriften.

      Ich jedenfalls hab meinen "Seelenverwandten" in Puncto Malt, dem ich blind jede Empfehlung abkaufen würde noch nicht gefunden. Muss ich aber auch nicht.
      Tastingnotes sind für ein Forum enorm wichtig. Und da ist es mir egal, ob als Video, in lang ausartender Prosa oder kurz und knapp. Ich bin sonst kein Freund der grossen Worte, also warum bei den Notes. Es werden mittlerweile viel zu wenig Notes eingestellt. Es laufen Flaschenteilungen, dass einem schwindelig wird. Aber Feedback gibt's kaum.
      Warum lese ich die Tastingnotes? Geschmäcker sind verschieden. Aber ich habe für mich festgestellt, dass bei einigen hier die Geschmäcker durchaus in meine Richtung gehen. Und da kann ich im Zweifelsfall schon mal auf die eine oder andere Meinung zurückgreifen. In der Base oder bei Serge bin ich vorsichtig. Da geht es mir manchmal dann doch nicht ganz koscher zu.

      Ich fände es schön, wenn es wieder mehr Tastingnotes gibt. Also Leute, haut eure Notes raus.
      :flag:
      _____________
      Slainte, Andreas

      Meine offenen Flaschen

      Mitglied bei "De ech Kölsche Drämmcher" - Gewinner der Roten Laterne 2012

      Lebenslang Grün-Weiß

      andreas_k schrieb:

      ...Es werden mittlerweile viel zu wenig Notes eingestellt. Es laufen Flaschenteilungen, dass einem schwindelig wird. Aber Feedback gibt's kaum....


      ...Ich fände es schön, wenn es wieder mehr Tastingnotes gibt. Also Leute, haut eure Notes raus.

      Da kann ich nur zustimmen. Wenn nur von 10 % der Teilungen, die hier so durchgehen, auch mal Tastingnotes eingestellt würden, wäre das Archiv sehr viel mehr gefüllt. Und leider kommen die Notes zu einer Abfüllung auch meist nur von 1 Person. Wenn da mehrere etwas zu schreiben würden, wäre es sicherlich wesentlich hilfreicher, einen wirklichen Eindruck zu erhalten.

      Ahab schrieb:

      Wenn nur von 10 % der Teilungen, die hier so durchgehen, auch mal Tastingnotes eingestellt würden, wäre das Archiv sehr viel mehr gefüllt. Und leider kommen die Notes zu einer Abfüllung auch meist nur von 1 Person. Wenn da mehrere etwas zu schreiben würden, wäre es sicherlich wesentlich hilfreicher, einen wirklichen Eindruck zu erhalten.

      Recht hat er. Deshalb habe ich mir jetzt einfach mal vorgenommen, in Zukunft sehr viel häufiger Notes zu erstellen. Der "Nutzwert" des Forums würde durch eine Zunahme von Notes jedenfalls sehr profitieren, da man etliche Forumianer sehr viel besser einschätzen kann als irgendwelche Blogger.
      Schön, dass dieses Thema mal ordentlich angestoßen wurde.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      mmmh, mal wieder ein richtig guter Artikel, besonders die eingebauten Interviews der beiden bekannten Blogger, gefiel mir sehr. Und Markus persönliche Art zu schreiben gefällt mir ja auch schon bei seinen Notes.

      Ich finde Tasting Notes immer nur dann interessant, wenn sie eine persönliche Note besitzen, wenn der Verfasser beim Beschreiben des Whiskys etwas über sich erzählt, Das gibt mir ein Bild von dem Menschen und seinen Stimmungen. Wenn er dann irgendwann in einem Nebensatz erwähnt "Ich finde den Whisky XY gut (oder schlecht)" dann kann ich daraus einiges ziehen.

      Für mich tritt daher bei den Notes (hier im Forum) der eigentlich besprochene Whisky in den Hintergrund. Genau betrachtet ist er ja auch in den meisten Fällen austauschbar.

      Aus fremden Tasting Notes nun eine Kaufempfehlung zu lesen, finde ich bei diesen persönlich gefärbten Notes natürlich immer etwas schwierig, Schließlich empfindet ein jeder anders, was dem einen ein positives Geschmacksbild ist, ist dem anderen ein negatives und umgekehrt. Zumal natürlich auch die Verfügbarkeit der beschriebenen Whiskys begrenzt ist.
      Immer schön Dram bleiben

      rednose schrieb:


      Mich würde schon mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Ob jemand schon mal nach Tastingnotes von Forumskollegen blind gekauft hat und nicht nur nach Punkten von Serge? :D


      Die Tastingnotes lese ich für gewöhnlich nur, wenn die Abfüllung bei mir durch irgend einen Grund Interesse geweckt hat. Die Punkte von Serge spielen für mich dabei keine Rolle, genauso wenig kaufe ich eine ganze Flasche aufgrund von Tastingnotes. Samples hingegen besorg ich mir schon hin und wieder.

      rednose schrieb:


      Gibt es Leute die Notes schreiben aber nie hier veröffentlichen und wenn dem so ist, warum nicht ?


      Ich verfasse nur selten Notes, diese veröffentliche ich ca. zur Hälfte, die anderen werden entweder aus Bequemlichkeit oder aus Schlamperei (ich schmeiß die Zettel ganz gern mal versehentlich weg) nicht veröffentlicht. Grundsätzlich mach ich mittlerweile nur noch sehr selten Notes, ganz einfach weil für mich da fast immer der Genuss zu kurz kommt.

      rednose schrieb:


      Interessieren euch als Kaufberatung die Cuttynotes ? Sind für euch Tastingsnotes überhaupt von Interesse oder reichen die Flaschenteilungen ?


      Die Cuttynotes sind für mich insofern eine Hilfe, weil ich dabei immer wieder auf Abfüllungen stoße, die ich überhaupt nicht auf dem Radar habe. Zusätzlich hab ich da ja nen direkten Ansprechpartner, den ich bei weitergehendem Interesse löchern kann :D

      Im Allgemeinen treffe ich aber meine Kaufentscheidungen größtenteils über Samples bzw. wenns schnell gehen muss die Rahmenbedingungen.
      Im Klartext heißt das, dass ich z.B. einen 1995er Bowmore von MoS aus dem Sherryhogshead oder auch die Laphi CS Batches ohne große Bauchschmerzen blind bestelle und mir dann ggf ein Sample nachordere. Geöffnet werden aber fast alle Flaschen erst nachdem ich ein Sample probiert habe -> im Zweifelsfalle freut sich dann eben jemand anders über die Flasche.
      Grüße aus dem Sonnenwald

      Apoc991 - Regensburger Maltspatz


      Meine Rundreisen-Samplesuche (Laphi, Bowi)
      Meine Tauschliste
      Meine gesuchten Flaschen

      -> ich freue mich auf Eure Nachrichten! :rauf:

      rednose schrieb:

      Lange Zeit keine Cuttynews und dann ein solch langer Bericht mit viel Lesestoff und Videos usw usw.
      Vielen Dank für diesen ausgezeichneten und sehr interessanten Artikel. Auch wenn ich mich sonst hier im Forum meist zurück halte, will ich hier doch mal meine Meinung/Gedanken in die Runde werfen.

      Die Länge finde ich im Übrigen unproblematisch. Ich lese die Cuttynews sowieso nur, wenn ich mal ein wenig Zeit und Ruhe habe. Für mich (der ich mich immer noch als Anfänger sehe mit ca. 7 Jahren "Erfahrung") bringen die Cuttynews immer wieder willkommene neue Denkanstöße, die ich dann auch gerne mit Freunden bei Gelegenheit weiterdiskutiere.

      rednose schrieb:

      Mich würde schon mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Ob jemand schon mal nach Tastingnotes von Forumskollegen blind gekauft hat und nicht nur nach Punkten von Serge?
      Blind gekauft nach Notes oder gar Punktbewertungen habe ich bisher nichts. Notes oder Bewertungen können für mich eigentlich nur der Anstoß sein, der den Stein ins Rollen bringt. Normalerweise wird dann erstmal weitergesucht, nach anderen Notes zu der Abfüllung um ein breiteres Bild zu bekommen. Danach suche ich meistens nach einem Sample oder der Fachhändler des Vertrauens wird mal wieder besucht, wo es in der Regel möglich ist den Whisky vor dem Kauf zu probieren. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mein Budget für Whisky im Vergleich zu den meisten hier im Forum klein ausfallen dürfte.

      Wenn ich einen bestimmten Whisky mehrmals im Glas hatte, suche ich gerne wieder die Tasting Notes von anderen um meine Eindrücke/Beobachtungen/Meinung mit anderen zu vergleichen. Es ist dabei immer wieder interessant, wie sehr die Geschmäcker doch auseinandergehen. Die Bewertung in Punkten ist mir auch deswegen ziemlich egal, wobei ja gerade auch Serge nicht müde wird, darauf hinzuweisen, dass er gar keine Kaufempfehlungen geben will, sondern lediglich seine private Meinung äußert. Die Notes sind das, worauf es mir ankommt. Hin und wieder kommt es beim Lesen der Notes vor, dass ich mir etwas denke wie "Ah, ja, genau DAS ist es was ich da rieche/schmecke", wo ich vorher einfach nicht auf einen "Referenzeindruck" gekommen bin um das ganze zu beschreiben (z. B. die im Interview angesprochene tote Maus, auch wenn die bei mir zum Glück noch nicht dabei war). Für mich ist dies ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

      rednose schrieb:

      Gibt es Leute die Notes schreiben aber nie hier veröffentlichen und wenn dem so ist, warum nicht ?
      Ich verfasse lediglich gelegentlich Notes (Frequenz aber steigend), die dann aber eher schottisch-sparsam ausfallen und lediglich aus Stichpunkten bestehen. Meistens sind meine Notes auch eher allgemeiner Natur und nicht so differenziert, wie bei denjenigen, die Ihre Notes hier veröffentlichen. Mit der Übung wird man aber ja bekanntlich besser, sodass ich hoffentlich bald ein paar Notes verfasse, die man auch mal auf die Menschheit loslassen kann.

      Zusätzlich habe ich aber auch das Gefühl, dass viele der Whiskies, die Ihren Weg in mein Regal finden für die meisten hier im Forum gar nicht interessant sind. So war z. B. eine vor kurzem von mir geleerte Flasche ein 1998er Caol Ila, der seine 10 Jahre in Bourbon-Fässern verbracht hat und es noch mit 46% in die Flasche von Ian McLeod geschafft hat. Das ist eben eine ganz andere Hausnummer als z. B. ein 78er Tomatin oder ein 92er Littlemill in Fassstärke aus nem Sherry-Fass.

      rednose schrieb:

      Interessieren euch als Kaufberatung die Cuttynotes ? Sind für euch Tastingsnotes überhaupt von Interesse oder reichen die Flaschenteilungen ?
      Also als Kaufberatung taugen die Tasting Notes (egal welche) meiner Meinung nach nur als "Starter" (s.o.). Allein davon würde ich einen Kauf nicht abhängig machen. Aber gerade um auf Abfüllungen aufmerksam zu werden sind die Notes für mich sehr wichtig. Flaschenteilungen finde ich in diesem Zusammenhang auch wichtig. Für mich ergänzen sich die beiden Teile des Forums sehr gut, wobei natürlich Flaschenteilungen derzeit einen Boom erleben, dass mir häufiger interessante Sachen "durchrutschen", weil das Angebot einfach so groß ist.

      HamburgMalt schrieb:

      Recht hat er. Deshalb habe ich mir jetzt einfach mal vorgenommen, in Zukunft sehr viel häufiger Notes zu erstellen. Der "Nutzwert" des Forums würde durch eine Zunahme von Notes jedenfalls sehr profitieren, da man etliche Forumianer sehr viel besser einschätzen kann als irgendwelche Blogger.
      Schön, dass dieses Thema mal ordentlich angestoßen wurde.
      Hier möchte ich mich anschließen. Ich habe mir auch den Vorsatz gefasst, meine Erstellung von Notes voranzutreiben (s.o.), in der Hoffnung, dass etwas taugliches dabei rauskommt. Aber literarische Meisterwerke sind von mir definitiv niemals zu erwarten.

      So, das waren mal meine "two cents" zu ein paar der aufgeworfenen Fragestellungen.
      Ich habe zu Tastingnotes ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Einerseits habe ich jetzt durch den Artikel gelernt, daß bei manchen die Motivation dahintersteht, den Whisky zu verstehen/ in Erinnerung zu behalten, andererseits kommen mir manche Tastingnotes sehr übertrieben vor. Das mag vielleicht auch daran liegen, daß ich meistens den Hauch von zu leicht zu schwach geröstetem Dinkeltoast mit linksdrehendem Magerquark und südbolivianischem Hochgebirgshonig :ironie: nicht herausschmecken kann. Andererseits habe ich schon oft erlebt, das in einer schönen Tastingrunde etliche Leute völlig umgeschwenkt sind, nachdem der "Leithammel" seine Sinneseindrücke geschildert hat. Mir ist es irgendwie sehr zuwieder ein Getränk (sei es Wein, Whisky, oder ein sonstiges Genußmittel) in Einzelteile zu zerlegen, nachdem vorher sich jemand die größte Mühe gegeben hat, es als Gesamtkunstwerk zu komponieren. Daher sind Notes nie ein Argument für eine Kaufentscheidung bei mir, eher meide ich Sie. Kaufentscheidungen treffe ich ausschließlich aufgrund dessen, daß ich den Whisky selbst probiert habe, Tips von Leuten, die ich kenne und manchmal, in seltenen Fällen aus Erfahrung/ Jagdistinkt (spätetens dann ist die Kohle auch schon alle).für mich persönlich teile ich daher in die Kategorien:

      1) muß ich haben!
      2) ganz gut, kein Kaufzwang
      3) für die Scheibenwaschanlage
      ein.


      Das mag manchem vielleicht zu simpel erscheinen, hat sich bei mir über die Jahre so herausgebildet.
      Trotzdem habe ich den Artikel mit Interesse gelesen, allein schon aus dem Grund, daß ich jetzt auch andere Motivationen fürs Notes schreiben erfahren habe.
      WARNHINWEIS: Achtung! Lesen gefährdet die Dummheit!

      HASTV GENARRET VND ZV HOCH GEFAHRN VND BOSES FVRGEHAT SO LEGE DIE HAND VFS MAVL VND BITTE GOTT VMB GNAD ( an einem Haus in Braunfels)

      Statt eines Prachett mal einen Streich: Trainer Christian Streich vom SC Freiburg und die MEGA-PERFORMANCE - YouTube .
      Ich finde das so trocken...
      also ich lese gerne Die Tasting Notes von einigen Usern von denen ich weiß das Sie so ticken wie ich
      da lag ich so manches mal mit meiner Kaufentscheidung richtig :rauf: :rauf:

      ansonsten nehme ich an vielen Teilungen teil und bilde mir meine eigene Meinung bevor ich mir ne Flasche kaufe.
      fàilte :flag:

      Man muss dem Leben immer um mindestens einen Whisky voraus sein.
      "Humphrey Bogart"


      Suche:
      Littlemill 1988 W-F



      whiskybase.com/collection.php?userviewid=20225

      McGlen schrieb:

      also ich lese gerne Die Tasting Notes von einigen Usern von denen ich weiß das Sie so ticken wie ich
      da lag ich so manches mal mit meiner Kaufentscheidung richtig :rauf: :rauf:

      ansonsten nehme ich an vielen Teilungen teil und bilde mir meine eigene Meinung bevor ich mir ne Flasche kaufe.

      Das unterschreibe ich mal direkt - genauso mache ich es auch.
      Es geht soweit, dass ich in der Base schaue, welcher User welche Punkte gegeben hat,
      denn anhand der mir bekannten User kann ich dann (zumindest ein wenig besser) abschätzen, was
      sich tatsächlich hinter den Punkten verbirgt...
      Frei nach dem Motto: man kennt ja seine Pappenheimer (und deren Geschmack)...
      Daher lese ich auch Serge und Co nur selten bzw. dann, wenn ich von sonst niemandem was zu den
      gesuchten Sachen finde, denn der Geschmack von z.B. Serge und mir bzw dessen Bewertung
      geht häufig nicht in die gleiche Richtung...
      Wenn allerdings hier im Forum eine Tastingnotiz geposted wird,
      dann sagt mir die in Verbindung mit dem User schon in etwa,
      ob das auch was für mich zum Probieren wäre - und in einzelnen Fällen kann ich
      sogar sagen, dass das auch direkt zu nem Blindkauf führt,
      immerhin sind einige Usernamen ja schon fast stellvertretend für bestimmte Destillen & Geschmäcker :ups: :D :ups: :D :ups:
      Für mich sind daher Tastingnotes generell Personenabhängig einzuordnen,
      aber dann eben auch wirklich gut zu gebrauchen!!!
      “Like my daddy always said: Just cuz it kills your liver don't mean it ain't medicine.” (Bobby Singer)




      Samples aus Bens kleiner Bar
      Tasting Notes ? Les' ich selten und schreibe ich nie.

      Les' ich selten ... weil es mir allenfalls einen sehr groben Überblick geben kann, wie ein Whisky geschmacklich einzuordnen ist. Les' ich hier drei CuttyNotes, habe ich meist drei grundverschiedene Beschreibungen, und nicht selten frage ich mich, ob da wirklich bei allen der gleiche Whisky im Glas war. Und selbst wenn das mal homogen ausfällt, hilft's mir noch immer nicht großartig weiter, weil ich ja möglicherweise was ganz anderes empfinde. Langer Rede, kurzer Sinn : nur selbst probieren macht schlau.

      Schreibe ich nie ... ist mMn eine Charakterfrage. Ich wüsste keinen sinnvollen Grund, mich zu fragen, ob der Laddie Ten mir vor zehn Jahren anders geschmeckt hat als jetzt - aber ich lebe auch sehr in der Gegenwart, und mir fehlen Tasting Notes der Durchschnittsware von 2007 genausowenig wie Fotos von Mutti's Siebzigstem oder meiner Einschulung. Natürlich gibt es Begebenheiten, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich kein Archiv, die bleiben im Kopf - und natürlich gibt es Whiskies, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich keine Tasting Notes, die bleiben mir eben einfach in Erinnerung.

      Daher wird's von mir auch zukünftig weiterhin Flaschenteilungen geben, weil ich damit die Möglichkeit gebe, sich selbst höchstpersönlich sein ganz subjektives, aber einzig wahres Bild zu einer Abfüllung zu machen, und es wird auch weiterhin von mir keine Notes geben, weil es einfach meine Überzeugung ist, dass ich damit niemandem wirklich weiterhelfe.

      Gruß
      Marco

      P.S. :

      Hop Sing schrieb:

      Mir ist es irgendwie sehr zuwieder ein Getränk (sei es Wein, Whisky, oder ein sonstiges Genußmittel) in Einzelteile zu zerlegen, nachdem vorher sich jemand die größte Mühe gegeben hat, es als Gesamtkunstwerk zu komponieren.


      ein schöner Gedanke, in dem ich mich, das Thema mal emotional betrachtend, durchaus auch wiederfinde ...


      "The nobility show themselves very great before strangers; they ply you briskly with drink;
      for its their way of showing you'r welcome, by making you drunk"


      Thomas Kirke, during his travels around Scotland in 1679

      cairdean schrieb:

      Natürlich gibt es Begebenheiten, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich kein Archiv, die bleiben im Kopf - und natürlich gibt es Whiskies, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich keine Tasting Notes, die bleiben mir eben einfach in Erinnerung.

      :rauf:
      Bruder im Geiste :abwuschel:
      El Tren "Die Pangalaktischen Whiskygurgler"

      FT - Theater: z.Z geschlossen
      Lounge und Bar geöffnet
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Die Hoffnung ist das wichtigste Organ und daher das größte."

      cairdean schrieb:

      Daher wird's von mir auch zukünftig weiterhin Flaschenteilungen geben, weil ich damit die Möglichkeit gebe, sich selbst höchstpersönlich sein ganz subjektives, aber einzig wahres Bild zu einer Abfüllung zu machen

      Na, das will ich doch schwer hoffen. :rauf:
      Denn man kann es gar nicht oft genug wiederholen, dass die einzig wahre Wahrheit im Glas liegt. Bei jedem einzelnen Whisky.

      Warum habe ich mir dennoch vorgenommen, mehr Notes zu schreiben - und habe gestern gleich mit einem leckeren Convalmore entsprechende Taten folgen lassen? Ganz einfach: weil mir persönlich es Spaß macht, Notes zu lesen. In den allerseltensten Fällen als Impulsgeber für Käufe oder Sample-Beschaffungen, denn da kann ich nur erneut Marco vollumfänglich recht geben. Nein, es macht mir einfach Spaß, mich auch in dieser Form mit meinem Hobby auseinanderzusetzen. Viel lieber als Notes über von mir noch nicht verkostete Whiskys lese ich übrigens welche über Malts, die ich bereits im Glas hatte. Weil ich es spannend finde, die Eindrücke anderer Maltheads mit meinen zu vergleichen. Und richtig super finde ich das, wenn ich den Verfasser kenne oder zumindest seinen Geschmack irgendwie einsortieren kann. Anders formuliert: Für mich ist das nette Freizeitunterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. Und weil ich mir vorstellen kann, dass es auch anderen Forumianern so oder ähnlcih geht, finde ich es eben nur fair, selber auch ein bisschen mehr in dieser Richtung beizutragen.

      Wer aufgrund von Notes gleich losrennt und unprobiert pullenweise einkauft, hat meiner bescheidenen Meinung nach ohnehin selbst Schuld.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      linus schrieb:

      cairdean schrieb:

      Natürlich gibt es Begebenheiten, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich kein Archiv, die bleiben im Kopf - und natürlich gibt es Whiskies, die ich nie vergessen werde, aber für die brauche ich keine Tasting Notes, die bleiben mir eben einfach in Erinnerung.

      :rauf:
      Bruder im Geiste :abwuschel:
      Jepp!!!!!!! :rauf:
      WARNHINWEIS: Achtung! Lesen gefährdet die Dummheit!

      HASTV GENARRET VND ZV HOCH GEFAHRN VND BOSES FVRGEHAT SO LEGE DIE HAND VFS MAVL VND BITTE GOTT VMB GNAD ( an einem Haus in Braunfels)

      Statt eines Prachett mal einen Streich: Trainer Christian Streich vom SC Freiburg und die MEGA-PERFORMANCE - YouTube .
      Ich finde das so trocken...

      cairdean schrieb:

      Zitat von »Hop Sing«
      Mir ist es irgendwie sehr zuwieder ein Getränk (sei es Wein, Whisky, oder ein sonstiges Genußmittel) in Einzelteile zu zerlegen, nachdem vorher sich jemand die größte Mühe gegeben hat, es als Gesamtkunstwerk zu komponieren.



      ein schöner Gedanke, in dem ich mich, das Thema mal emotional betrachtend, durchaus auch wiederfinde ...


      Ich habe leider momentan nicht soviel Zeit, um mich den Argumenten und dem schönen Artikel von Markus ausgiebiger zu widmen... Aber ein paar Zeilen muß ich denn doch loswerden.
      Ich gehe mal schlicht davon aus, daß die obigen Zeilen ironisch gemeint und durchaus überspitzt zu Papier gebracht wurden. - Dann will ich auch ebenso antworten: Um mich gedankenlos zu besaufen, ist mir der Whisky zu schade. :yes:
      Da ich aber doch hin und wieder zu einem Gläschen greife, geht es dann (zumindest bei mir) selten gedanken-, empfindungs- oder eindrucklos ab. Nun könnte ich mich sperren, mich diesen Gedanken, Empfindungen oder Eindrücken hinzugeben... Oder sie beim Namen zu nennen - sie zu benennen... Das jedoch heißt nicht, daß ich sie nicht habe. Das hat nichts mit mühseligem "Zerlegen in seine Einzelbestandteile" zu tun (eine übrigens mehr arbeitsintensive als denn genußorientierte Tätigkeit) - dies ist entweder eine gedankliche, sinnliche, empfindsame Zuwendung dem Stoff gegenüber (und spiegelt in besonderen Fällen durchaus auch Hochachtung wider) - oder es ist schlichtweg eine gedankliche (...) Faulheit, in ein Zwiegespräch mit dem Tropfen im Glas (oder mit den eigenen Erinnerungen an Gerüche, Geschmack etc.) zu treten...
      Jeder hat diese Gedanken, Empfindungen, Eindrücke. - Wirklich jeder. Selbst der, dem möglicherweise die Worte fehlen, um sie (treffend oder nicht) zu beschreiben.
      Nicht jeder muß und will diese auch zu Papier bringen. - DAS verstehe ich übrigens!
      Aber so zu tun, als wäre die Beschreibung eines Whiskys das Gegenteil von Genuß - nämlich die Zerstörung desselben - das geht mir dann doch zu weit...
      Sorry für meine Worte. - Sollte das Ganze nicht ironisch gemeint gewesen sein, dann extrahiert aus meinen Zeilen bitte ebenso das Fünkchen Ironie. Und dann müßte es auch wieder stimmen... ;)
      Meine Top 3 - Whisky´s:
      Macallan 1965/2008, Fino Sherry Butt 2114 (484 Bottles) 54,1 % Scottish Liqueur Centre "Cárn Mór"
      Glenglassaugh 1972/------- Cask 2891, 59,4 % Fass-Sample (Andrea Caminneci)
      Tamdhu 1961/2000, 40,0 % Gordon & MacPhail "Rare old"



      Mitglied bei "Diem No. 2" :prost2: