Andrea Caminneci & CS-Dram hören auf

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      Tja, da wird mir der Andrea mit seinem Stand bei der Messe in Kiel wohl fehlen die nächsten Jahre. Sehr schade!
      Da ich auch mit ihm die letzten Jahr in Kiel ein paar Worte jedes Mal auf der Messe wechseln durfte/konnte, wird er mir so, wie ich kennenlernen durfte, sehr gut in Erinnerung bleiben.
      Einen wahren Schatz konnte ich mir von Andrea noch sichern vor ein paar Jahren. Einen Glenglassaugh 36 Cask 2891!!! Traumstoff!!! Danke hier noch mal an den Beschaffer aus dem Forum!

      Wünsche Dir, Andrea, alles Gute für die Zukunft!!!

      MacPhil schrieb:

      HamburgMalt schrieb: Noch ein Wort zu der zu erwartenden Marktentwicklung: Wenn ich sehe, wie viel weniger die Whiskyleute um mich herum inzwischen für Schnaps ausgeben, zunehmend von ihren Vorräten leben und vor allem die Lust verlieren, weil die Szene nicht mehr vom Spaß am Whisky, sondern der Gier der Konzerne dominiert wird - dann muss ich annehmen, dass dies noch längst nicht das Ende vom Lied war. Sondern allenfalls die erste Strophe.


      Das sehe ich genauso wie Du, Jan - ich denke ebenfalls, dass dies erst der Anfang war... und lebe bereits von den Vorräten... die letzte Buddel habe ich aus Limburg mitgenommen. Ein paar nette C&S Drams stehen dank Andrea auch noch im Schrank.
      [/quote]
      Vielleicht sieht man nicht mehr alle Käufer oder trifft sich nur noch im Dachsbau. So recht kann ich die Spitze es Eisberges noch nicht erkennen.
      Vielleicht sind wir nicht mehr dabei, aber wenn ich eben sehe wie schnell die sogenannten Sonderabfüllungen, Destillery Only Bottlings und andere limitierten Abfüllungen vom Markt weggekauft werden, kann ich nicht sehen, das es eine Kaufmüdigkeit gibt. Auch was sich touristisch bei den Destillen tut, kann man nur mit offenem Mund bestaunen.

      Aber da die Konzerne hier halt immer erfolgreicher werden, wird es für die kleinen UAs wirklich schwer. Besonders die, die keine Lager haben, und die Fässer quasi zum direkten Abfüllen kaufen. Da wird der Markt eng, weil die Fässer entweder zu teuer oder zu schlecht sind. Oder eben zu jung und dann auch wieder zu teuer für den Endkunden, wenn man an ihnen noch verdienen möchte.
      Überleben tut hier nur der, der es so macht wie die Konzerne: Entweder seine Käufer an hohe bis höchste Preise heranführen, oder mit absurden Marketing getriebenen Serien sein Klientel zu binden.
      Immer schön Dram bleiben

      Servus forum,

      finde es auch schade, da ich Andreas schon aus Schlumbergerzetien kenne.
      Ich kann es verstehen, wenn außer Arbeit nicht mehr viel hängen bleibt. bis auf den netten Nachruf, wo alle mega traurig sind.

      Vielleicht hätte mann doch öfter bei Andrea oder anderen UA´s den einen oder anderen EUR mehr ausgeben sollen, statt six packs an Laphi Batch 009 ;++++ von Islay nach hause zu schleppen oder sich die Nacht um die Ohren zu schlagen um als erster bei der Dest. x online bestellen zu können bevor der server wieder zusammen bricht.

      Aber was soll´s die Gier ist da und das Verständnis dass jeder ein bisschen an dem Ast sägt auf dem er sitzt leider immer noch nicht.
      Auch nicht nach diesem Tread, denn nächste Woche ist alles vergessen.

      Doch leider vergessen viele wie zerbrechlich dieser Mikrokosmos ist und was Whisky in Deutschland ausmacht.
      Das sind nicht die großen Marken mit ihren Derstillerien, denen geht´s nur um die Kohle, funktioniert eine Strategie nicht wird die Dest. verkauft.

      Nein, alle die Menschen, die vor Jahren vom schottischen Spirit infiziert wurden, ihn in der Heimat mit Liebe und vielen Ideen weiterverbreiteten haben haben das zu dem gemacht.
      Zu einer großen Familie, aber was ist wenn die Gründungsmitglieder nicht mehr da sind, die Familientreffen nur noch virtuell stattfinden, der Familiensinn bröckelt?

      Tja, mann vermisst es immer dann, wenn es nicht mehr da ist, aber dann ist es zu spät.

      Ein paar gscheite Worte aus dem sonnigen München die zum Überlegen anregen sollen.

      Heinz

      whiskykanzler schrieb:

      Gäbe es massive Anhäufungen nicht, dann gäbe es (vielleicht) den einen oder anderen Whisky noch ganz normal zu kaufen, ohne irgendwelche Auktionen bemühen zu müssen.

      Wenn die Händler nicht immer gleich alles verkaufen würden lieber Werner sondern ein paar Jahre lagern würden könnte man doch sicherlich auch bei dir das ein oder andere Fläschlein noch kaufen. :greenhole:
      Aber du hast natürlich zum Teil schon recht. Nur sind diese Ansammlungen völlig unbeabsichtigt entstanden. Es fängt immer mit der ersten Flasche an. In meinem Schränkchen stehen nur Flasche welche ich auch probiert, für gut befunden und dann gekauft habe Der Fehler war wohl offensichtlich das ich zu viel probiert habe. Ich probiere immer noch. Allerdings hält sich meine Kaufwut in letzter Zeit aus wohlbekannten Gründen doch sehr im Rahmen.

      heinz schrieb:

      Zu einer großen Familie, aber was ist wenn die Gründungsmitglieder nicht mehr da sind, die Familientreffen nur noch virtuell stattfinden, der Familiensinn bröckelt?

      Es gibt die Familien schon noch Heinz und nicht nur virtuell. Man höre und staune es kommen sogar ab und zu neue Familienmitglieder dazu.
      Allerdings ist auch niemand dabei der six packs an Laphi Batch 009 gehortet hat. Für ein gemütliches Wochenende nimmt man dann auch schon mal gerne ein paar hundert Kilometer in Kauf. Und dank der "Ansammler" stehen in der Regel dann ein paar wunderhübsche Fläschlein auf dem Tisch. Und: es muss nicht immer 74er Bowmore sein :smoke:
      Für dumm verkaufen ist Marketing
      An dumm verkaufen ist Vertrieb

      heinz schrieb:

      Vielleicht hätte mann doch öfter bei Andrea oder anderen UA´s den einen oder anderen EUR mehr ausgeben sollen, statt six packs an Laphi Batch 009


      heinz schrieb:

      Aber was soll´s die Gier ist da und das Verständnis dass jeder ein bisschen an dem Ast sägt auf dem er sitzt leider immer noch nicht.


      Na ja, Heinz... ich bin mir nicht sicher, ob das hier so ausschließlich trifft.

      Meinst Du, Andrea würden die unangenehmen Arbeiten und der Bürokratismus im Rahmen seiner Selbständigkeit mehr Spaß machen, wenn weniger Laphi Batch 009 verkauft worden wären?

      Nach meinen Erfahrungen hat "Selbständigkeit" oftmals mehr mit Entbehrungen und Belastungen zu tun als mit "'Golfen" und Spaß haben. Insbesondere die soziale Verantwortung für Angestellte wiegt schwer.

      Zugegeben, ich habe keinen persönlichen Bezug zu Andrea, insofern fehlt mir die emotionale Befangenheit.

      Vom Bauchgefühl her, würde ich einen beträchtlichen Teil der Postings hier einordnen in "Wehmut über den Verlust von gemeinsamen Zeiten" und der Betonung um seine Verdienste für die Whiskyszene in Deutschland.

      Für jemanden, der vom Verkauf von Whisky leben können möchte, ist dies augenscheinlich aber nicht ausreichend. Und die guten Gespräche mit Whiskynerds allein begleichen keine Miete und keine Gehälter.
      Mit dem Kauf "einer Anstandsflasche" im Anschluss an ein gutes Gespräch ist es da nicht getan.

      "Guter Trinkstoff zu fairen Preisen" ist sicherlich ein wünschenswertes Marktsegment für den Kunden, aber für den Händler bedeutet der kleinere Gewinn pro Flasche, dass er diesen durch höhere Verkaufzahlen kompensieren können muß.

      Wenn ich mir die Postings in diesem Thread so durchlese, dann zollt man Andrea eine Menge Anerkennung ... bei den wenigsten häufen sich jedoch das Gros seiner Abfüllungen in den Regalen.

      Am Ende des Tages muß jedoch auch die Mehrzahl der Produkte überzeugen.
      Insbesondere, wer bereits "zwei oder drei Autos in seiner Garage stehen" hat, wird nicht das vierte kaufen, nur weil der Verkäufer ein guter Typ ist.

      Natürlich ist eine solche Zäsur zurecht von Wehmut begleitet, bei dieser Entscheidung spielten vermutlich aber weit mehr Faktoren eine Rolle als die, welche wir hätten nachhaltig beeinflussen können.

      Nichtsdestotrotz hast Du natürlich recht, dass es immer sinnvoll ist, das eigene (Kauf-) Verhalten von Zeit zu Zeit zu reflektieren, insbesondere was ausbeuterische Verkaufsplattformen anbetrifft, sollte man doch nicht jeden gesparten Cent mitnehmen.
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...


      Hier geht´s zu meiner Sample- Bar
      Es ist schon richtig was Heinz schreibt und das ebenfalls das eine oder andere eintreten wird (oder schon ist) aber die Zeit bleibt nicht stehen.
      Die Einflüße der Welt bleiben nicht aus und man kann nur das eine oder andere für sich selbst entscheiden.
      Unsere Generation ist ohne 'Handy & Facebook' aufgewachsen aber das zu ändern bzw zurück zu drehen ist uns ja ebenfalls nicht möglich.

      Aber zurück zum Thema: Andrea war und ist nicht der Einzige der diesen Schritt macht, aber er hält auch nicht hinterm Berg was die Gründe sind. Ergo geht nun ein 'Aufschrei'
      durch die Reihen....

      Wie dem auch sei, die Welt dreht sich weiter und wie auch Andrea geschrieben hat: Er hat sich den Schritt gut überlegt...
      Hold Fast
      Ich habe im Fratzenbuch seine Ankündigung, diese ich auch auf Whiskyexperts, gelesen.
      Ich erlaube mir ihn hier zu zitieren.
      Täglich kommen noch neue Auflagen vom Zoll, vom Finanzamt, vom Gesundheitsamt, von was weiß ich wem dazu. Wenn denn der Brexit kommen wird, wird das sicherlich nicht besser. An jeder Ecke kommen neue Vorschriften, Einschränkungen und Stolpersteine, die mehr und mehr an die nervliche Substanz gehen. Wenn ich dann am Jahresende sehe, das meine drei Mitarbeiter mit zusammen 70 Wochenstunden mehr Geld bekommen als ich selber, der ich locker 80-100 Stunden im Jahresschnitt pro Woche investiere und das ohne Risiko und ohne Wenn und Aber… Dann frage ich mich immer mehr, „WARUM?“


      Ja der Brexit....
      Schade, sehr schade, das bei Dir diese Entscheidung gereift ist.
      Aber ich kann es glaube ich nachvollziehen. Immer mehr Auflagen, immer mehr Hürden, und am Ende kommt nicht viel rum.
      Alles Gute für Dich und das gesamte Team!!!

      Für mich beruht seine Entscheidung vor allem auf einer reiflich überlegten und sinnvollen Entscheidung einer Abwägung von Aufwand und Ergebnis.
      Ich denke, wenn er nicht so leidenschaftlich wäre, hätte er diese schon viel früher getroffen.

      Zum Thema Brexit:
      Ich hatte diesen Sommer einen sehr schönen in Schottland. Viele Gespräche, auch gerade wegen des Brexits, mit Leuten aus der Whiskywelt und auch mit Leuten die nicht in der Whiskywelt aktiv sind. Die Briten sind ja immer noch Teil des Commonwealth. Dazu gehört auch Indien. Indien hat einen extrem hohen Zoll auf schottischen Whisky, daher hat Indien auch nur 6,24% Marktanteil, trotz der 1,3 Milliarden Menschen. Zum Vergleich: Die USA hat einen Marktanteil von 9,3% bei 0,323 Milliarden Menschen. Aktuell wird in das im Commonwealth verhandelt. Vielleicht sind deswegen die Briten auch so reserviert was die EU betrifft, back to the roots, nämlich zum Commonwealth..... Lange Rede kurzer Sinn: es wird gemunkelt, das der hohe Zoll, ich glaube es sind 400%, auf 300% gesenkt werden soll. Da die Nachfrage nach schottischem Whisky in Indien sehr hoch ist, sich das aber nur wenige Menschen leisten können, wird der Absatz nach Senkung um 25% wahrscheinlich stark ansteigen. Dadurch dürfte auch der Gewinn für die Konzerne steigen. Die EU wird an Gewicht verlieren.
      Im Endeffekt wird es für die EU noch weniger Stoff nach dem Brexit geben, für den Verbraucher und noch mehr für die UA's.

      Vielleicht hat Andrea das gemeint?

      jocmueller schrieb:

      Schade! Könnte mit ein Grund dafür sein, dass nach dem Verkauf die Funktion als Importeur für Glenglassaugh etc. weggefallen ist? Hat ja bestimmt auch was Umsatz gebracht. In guter Erinnerung halze ich einige Pested Bunnas und auch einen Laphi Sherrycask. Alles Gute, Andrea!

      Ich glaube kaum, eher wie sich ein taiwanesischer Whiskyproduzent sich zu seinem ehemaligen Vertrieb in Deutschland verhalten hat.
      So ein Verhalten von Herstellern, egal welche Branche, aus dem asiatischen Raum habe ich so nicht zum ersten Mal erlebt.

      Ahab schrieb:


      Die Whiskywelt ist einem starken Wandel unterworfen und auch die Klientel verändert sich. Unabhängige (nicht nur aus Deutschland) bekommen immer schwerer überhaupt noch wirklich gute oder zumindest interessante Abfüllungen und wenn, dann zu immer schwerer finanzierbaren Konditionen. Die Konzerne bringen ihre eigenen Abfüllungen mit gezielten Marketingkampagnen und aufwendigen Verpackungen auf den Markt. Die eigentliche Qualität des Inhalts wird unwichtiger. Der Single Malt wird immer mehr zum aufwendigen und teuren Luxusprodukt. Kommt noch die Bezeichnung Superpremium hinzu, wird das von vielen automatisch mit Qualität verbunden. Da können die Unabhängigen schlicht auf Dauer nicht mehr mithalten. Es wird weiter eine Marktbereinigung stattfinden, in den nächsten Jahren.


      Ja, der Markt wird breiter, immer mehr BWL'er und Marketingleute haben das Sagen.
      Ich vergleich das mal mit der Automobilbranche von heute und die von den 50er, 60er Jahren:
      Damals gab es noch viele kleine Hersteller, die Autos hatten Ecken, Kanten und vor allem Charakter, man hatte noch ein Gefühl für Geschwindigkeit und Strassenkontakt, und man musste fahren können. Damals hatten vor allem Ingenieure und Mechaniker das Heft in der Hand.
      Heute gibt es nur noch wenige Großkonzerne (VW hat glaube ich 10 Marken?), die Autos sind alle rundgelutscht, fahren zum Teil schon selbst, von außen bekommt man kaum noch was mit, das liegt an der Klima, der Dämmung und dem Fahrwerk, aber auch an den vielen "Info"tainmentfeatures im Auto. Heute müssen Ingenieure das tun, was die BWL'er vorgeben.
      Wenn Ingenieure noch das Heft in der Hand hätten, ich glaube wir würden andere Autos bauen.
      Und ich glaube auch, wenn die Destilleriemitarbeiter ( wenn es denn noch mehr als einen pro Schicht gibt) das Heft in der Hand hätten, würden die einen anderen Malt brennen.

      Damals gab es weniger Autofahrer, heute hat fast jeder einen Führerschein.
      Damals war Single Malt ein Altherrengetränk, heute ist so ein Malt einfach hip....natürlich nur wenn dieser Luxuspremium ist.

      Glücklich darf sein, der noch ein paar alte Classic Cars (oder Oldtimer wie hier im Deutschen gesagt wird) bzw. Classic Malts, in der Garage, bzw im Regal stehen hat.

      Glenturretsyndrom schrieb:

      Ach, schade.
      Ich verbinde mit Andrea den wohl besten Whisky aller Zeiten.... Oje darf man das sagen? Egal, übertrieben aber es passt.

      Klar darfst Du das, Geschmack ist immer subjektiv und individuell.

      Glenturretsyndrom schrieb:


      Und mit seinem Engagement für diese Destille hat er - in meinen Augen - nicht wenig zum Erfolg der Wiederbelebung dieser Destille beigetragen.

      Ja, wie mir mal gesagt wurde, machte Andrea von allen Importeuren die beste und erfolgreichste Arbeit. Vielleicht gab es auch deswegen diese beiden Abfüllungen für den deutschen Markt.......

      Glenturretsyndrom schrieb:


      Und so hat er sicherlich einen großen kleinen Teil zu dem sagenhaften Brown-Forman Deal beigetragen. Schade, dass es sich nicht wirtschaftlich für ihn ausgewirkt hat.

      Das glaube ich weniger, ist doch Glenglassaugh 2013 von Billy Walker gekauft worden, umgehend wurde der Vertrag mit Andrea gekündigt.
      BF kauft dann Benriach Ltd. letztes Jahr, also 3 Jahre später.
      Aber frag doch mal bei Kammer-Kirsch in Karlsruhe nach, wie sich der Verkauf an BF für die auswirkt, bzw. auswirken wird. BF hat nämlich selber einen Standort in Deutschland, in HH.

      Seymon schrieb:

      Hm, ich fürchte, Andrea wird nicht der letzte UA gewesen sein, der das Handtuch wirft. Und auch für den Handel wird die Luft dünner. Erst vor ein paar Wochen hat zB Whisky Selection in der Mainzer Altstadt dicht gemacht. Schade drum, aber nicht zu ändern.

      Vom Whiskyverkauf können nur die ganz Großen leben. Selbst Weiser dürfte davon alleine nicht überleben können, die haben ja einen richtig großen Getränkehandel, die verkaufen auch Mineralwasser....
      Das Problem meines Erachtens sind aber auch die vielen Nebenerwerbsläden, die nur Abends oder Samstags auf haben. Dadurch das diese davon nicht leben müssen, können die ganz andere Preise machen.
      Was ich da teilweise mitbekomme, kann und muß ich nicht verstehen. Da kloppt man sich beim Importeur um limitierte Abfüllungen mit anderen Händlern, nur um sich dann später gegenseitig mit Preisen zu unterbieten.....zum Teil deutlich unter dem empfohlenen VP. Trotz das diese Abfüllungen oft innerhalb weniger Stunden abverkauft sind, also gar kein Preisdruck besteht.
      Klar, das da diejenigen die davon leben müssen auf der Strecke bleiben, Preislich als auch was die Anzahl der Flaschen angeht.

      Seymon schrieb:


      Etwa ab 2012 (nagelt mich bitte nicht auf das genaue Jahr fest) ging es mit denen (gefühlt) stetig bergab. Die abgefüllten Malts wurden immer jünger, die großen und legendären Namen las man immer seltener auf dem Etikett.

      Was UA's betrifft, kommt das, glaube ich, gut hin.
      Was die Standards betrifft, da ging es für mich schon ca 1999 los. Gut damals trank ich fast nur Standards. Da ging die Qualität aber steil bergab. Das wurde mir auch hinter der Hand bei den Destillen bestätigt (meist nur von Leute die schon länger dort arbeiteten...)

      Seymon schrieb:


      Auf lange Sicht tun sich die Konzerne bestimmt keinen Gefallen mit ihrer rigorosen Fass-Abgabe-Politik. Aber ich wage mal zu behaupten, dass irgendwann auch wieder eine Zeit kommt, in der die Konzerne ihre Fässer nicht mehr in genügender Anzahl in die Märkte drücken können und darauf sitzen bleiben. Dann wird man sicher wieder dankbar sein, wenn ein UA ein ganzes Fass nimmt und bar bezahlt. Sofern es dann noch genügent UA gibt.

      Wenn die Konzerne drauf sitzen bleiben, ist der Stoff wahrscheinlich so schlecht, das auch ein UA kein Interesse dran haben wird.
      Wenn ich mir so die Temperaturangaben so mancher Kupferblase im Mittellauf anschaue, dürfte dies nicht so unwahrscheinlich sein.
      Dann noch die "Reifung" in rejunevated Casks......

      Seymon schrieb:


      Mittelfristig sehe ich allerdings nur für die UA-Riesen wie G&M, Signatory und Cadenhead (und ein paar andere) eine Chance, sich zu behaupten. Schade um die Vielfalt!

      Mittelfristig ja, langfristig sehe ich das nicht. Da haben die BWL'er einfach zu sehr das Geld im Auge.
      Beispiel: DIAGEO liefert schon länger keine Fässer von Mortlach mehr an G&M (Oh Gott, schnell noch die 15er und 21er kaufen los, schnell, hopp, hopp!), warum wohl?

      kallaskander schrieb:

      Hi there,
      Die Schotten geben keine casks mehr raus. Wenn du bestellst kriegst du PET Kanister, nicht den whisky im Originalcask wie früher.
      Wenn du außerhalb Schottlands abfüllst, darfst du nicht mehr Scotch whisky drauf schreiben.

      Das ist schon seit 2009 so.

      kallaskander schrieb:


      Und wie ich andernorts geschrieben habe und was hier im Forum immer wieder durchklingt... das was du als jüngerer UA noch angeboten bekommst, sind oft Destillen aus der zweiten Reihe, refill casks die nach 20 Jahren aussehen wie Weißwein usw usf ad nausea...

      Wie sagte mal ein Manager zu mir:
      Warum sollen wir das gute Zeugs an einen UA verkaufen? Nenne mir bitte einen guten Grund dafür. Wir können auch Single Casks in Cask Strength abfüllen. Als OA. Dafür brauchen wir keine UA's.
      Klang zuerst ein wenig arrogant, aber irgendwie hat er auch Recht, oder?
      Für mich heißt das im Umkehrschluß: es gibt zu wenig gute Fässer.......als man sich davon auch noch trennen könnte......

      Just my two cents.

      Ich wünsche Andrea, aber auch vor allem all seinen Angestellten und Mithelfern, eine beruflich wie privat eine schöne und erfolgreiche Zukunft
      Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

      Suche: Glenglassaugh's und Jahrgangsabfüllungen bis 1997 von AnCnoc / Knockdhu Kauf oder Tausch Angebote bitte per PN

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Sjaunja“ ()

      Hi there,

      wau mein Bester, du investierst ganz schön Zeit in deine Beiträge.
      Vieles davon ist ganz richtig.

      Wenn aber die Briten glauben, der Commonwealth sei ihr Heil und die Zukunft, dann sind sie dazu verdammt, ihre Geschichte, die sie vergessen haben, zu wiederholen.
      Der Commonwealth hat sie vor dem Eintritt in die EU 1975 schon nicht gerettet. The Sick Man of Europe hat erst nach und nach mit dem Eintritt in die EU aufgehört.

      Wenn es immer heißt, man wüßte nicht wo es hin geht... da sollte Frau May mal ihre Lieblingssuchmaschine fragen nach

      Sick Man of Europe - who - when - why - when and how did it end?

      Danach weiß sie was kommt - und die Schotten wissen es jetzt schon, daher werden sie alles daran setzen in der EU zu bleiben. Und nicht nur sie, wenn es erst mal durchgesickert ist.

      Mir blutet das Herz, wenn ich sehe in welche Situation politcally less giftet politicians wie Mr Cameron Mr Farrage und nun Mrs May dieses Land hineinsteuern.

      Was aus dem whisky wird, wird nur eine unwesentliche Frage ganz am Rande sein, wenn der Brexit nicht gestoppt werden kann..

      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      Mal schauen wie die Junkersche Ansage jenseits vom Kanal ankommt.
      Einbildung scheint ja in UK ein hohes Gut zu sein.......
      El Tren "Die Pangalaktischen Whiskygurgler"

      FT - Theater: z.Z geschlossen
      Lounge und Bar geöffnet
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Die Hoffnung ist das wichtigste Organ und daher das größte."
      Ganz kurz OffTopic, wie sollten hier ja über Andrea diskutieren und nicht schon wieder über den Brexit.

      kallaskander schrieb:

      Hi there,
      wau mein Bester, du investierst ganz schön Zeit in deine Beiträge.
      Vieles davon ist ganz richtig.

      Danke für die Rückmeldung.

      kallaskander schrieb:


      Wenn aber die Briten glauben, der Commonwealth sei ihr Heil und die Zukunft, dann sind sie dazu verdammt, ihre Geschichte, die sie vergessen haben, zu wiederholen.

      Auch die Euro Länder sind wohl dazu verdammt, die Geschichte zu wiederholen:
      Siehe Lateinische Münzunion
      Lateinische Münzunion - Scheitern eines europäischen Währungsbundes (Archiv)

      Nur so am Rande: Tschechien hat gestern endgültig den Beitritt zum Euro abgelehnt.......kommt natürlich nicht den Staatsmedien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

      kallaskander schrieb:


      Danach weiß sie was kommt - und die Schotten wissen es jetzt schon, daher werden sie alles daran setzen in der EU zu bleiben.

      Dem kann ich nach diesem Urlaub nicht mehr zustimmen, die Stimmung hat sich, zumindest bei meinen Gesprächspartnern, doch sehr gewandelt.
      Nicht wenige, von denen ich überzeugt wahr, das diese für einen Verbleib gestimmt haben mögen, belehrten mich eines Anderen.

      Oft nicht aus Überzeugung, sondern eher das Schlucken der kleineren Kröte....
      Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

      Suche: Glenglassaugh's und Jahrgangsabfüllungen bis 1997 von AnCnoc / Knockdhu Kauf oder Tausch Angebote bitte per PN
      Hi there,

      alle britischen Farmer werden schwer zu schlucken haben, wenn die EU Agrar Subventionen ausbleiben.

      Her Majesties Government regrets that it is not able to step in for the EC.

      Meiner Erfahrung nach schweigen die Medien in the UK zu vielen Punkten darüber, was Brexit bedeuten wird.

      Vielleicht würde den Briten ein Blick auf den Kurs Pfund zu Euro etwas andeuten können.

      0,9297 GBP oder 93 Pence rund kriegst du heute für einen Euro, bald werden es 100 Pence sein.
      Aber ich kann es abwarten.
      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      Sich drehende Stimmung in Schottland? Kann ich bei den Leuten, mit denen ich mich fortlaufend austausche, nicht feststellen. Ganz im Gegenteil. Die abenteuerlich vor sich hinstümpernde UK-Regierung genießt in Schottland noch weniger Rückhalt denn je, inklusive Brexit. Das ist zumindest mein Eindruck. Richtig ist, dass ein erneutes Independence-Referendum wohl kein anderes Ergebnis brächte. Kurzum: Die Schotten wollen zwar nix mit Brexit und Westminster zu tun haben, aber auch nicht das Königreich verlassen - also eine Art Sonderrolle in Sachen EU-Status.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      HamburgMalt schrieb:

      Sich drehende Stimmung in Schottland? Kann ich bei den Leuten, mit denen ich mich fortlaufend austausche, nicht feststellen. Ganz im Gegenteil. Die abenteuerlich vor sich hinstümpernde UK-Regierung genießt in Schottland noch weniger Rückhalt denn je, inklusive Brexit. Das ist zumindest mein Eindruck. Richtig ist, dass ein erneutes Independence-Referendum wohl kein anderes Ergebnis brächte. Kurzum: Die Schotten wollen zwar nix mit Brexit und Westminster zu tun haben, aber auch nicht das Königreich verlassen - also eine Art Sonderrolle in Sachen EU-Status.


      Ich sehe das nicht unbedingt im Widerspruch zu meiner Aussage mit der kleineren Kröte schlucken.
      Sich drehende Stimmung meinte ich, da war ich wohl zu unpräzise, Entschuldigung dafür, im Bezug auf Independence und lieber wird eine Regierung in London denn in Brüssel bevorzugt.
      Und ich habe das auf den kleinen Kreis der Leute die ich kenne und kennengelernt habe, bezogen, das ist sicherlich nicht repräsentativ..
      Eine Unabhängigkeit würde Schottland in völliges Chaos stürzen, erst die Brexit Verhandlung bis März 2019 und nebenbei EU Beitrittsverhandlungen ?
      Eine Sonderrolle wird es nicht geben, was wäre der Sinn für die EU dabei?
      Das die Regierung in London nicht sonderlich beliebt ist, ist unbestritten.
      Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

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      Meine quasi-Kollegen in Indien sagen alle, dass Single Malt das dicke Ding für die besseren Schichten Mitte aufwärts ist. Absolutes Statusding. Und die Kaufkraft dieser Schicht nimmt wöchentlich zu. Das oberste Einkommensfünftel in Indien sind 250 Millionen Leute, ein Fass hat aber immer noch nur 250 Flaschen. So gesehen ist es ja schon kühn, dass wir als europäische Mittelschichter meinen, einen Anspruch auf ein globales Luxusprodukt erheben zu können. Vielleicht gab es historisch einfach eine kurze Phase von 1980 bis 2010, in der der Zugang zu Single Malt Whisky "demokratisch" war. Die Lohnentwicklung in Mitteleuropa trug sicherlich dazu bei, dass für alle, inklusive UAs weniger übrigbleibt. Zum Vergleich: Vor 20-30 Jahren konnten sich Familien, die etwas normal verdienten, sich ohne weiteres Möbel von Interlübke, Benz oder Cor kaufen, das ist heute nur noch den Reichen vorbehalten.

      Der Autovergleich ist vielleicht gar nicht mal so übel, um eine Idee zu bekommen, wohin der Konzentrationsprozess in der Whiskyindustrie führen wird (man kann es auch Kannibalisierungs- und Homogenisierungsprozess nennen). Wieso sollte es beim Whisky nicht bald genauso aussehen wie beim Bier? Fernsehbiere allenthalben. Erst jetzt kommt man hierzulande ja auf die Idee, dass Bier vielleicht auch schmecken könnte, wenn man sich mal drum kümmert. Wenn irgendwann 70% aller Brennereien drei Konzernen gehören und sich niemand für die restlichen 30% interessiert, dann schlägt die Stunde der «unabängigen» Brennereien und Abfüller, die sich als Qualitätsalternative zum Mainstream positionieren können.
      Es hätte vielleicht einen Sonderweg für Schottland geben können, aber der ist aktuell politisch wohl aus verschiedenen Gründen nicht darstellbar.
      Mein Eindruck: Westminster ist bei einer erheblichen Mehrheit zutiefst verhasst, Brüssel steht man freundlich gegenüber.
      Aber nochmals: Da die Meinungsumfragen nach wie vor ganz klar keine Mehrheit für die Unabhängigkeit zeigen, ist das Thema zumindest aufgeschoben. Sollte der Brexit allerdings erhebliche ökonomische Turbulenzen für das UK mit sich bringen, würde ich diesbezüglich keinen roten Heller gegen einen diesbezüglichen Meinungsumschwung setzen.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      Naja, wir reden ja über die Gründe warum Andrea (und womöglich noch einige mehr) in den Sack hauen (müssen). Und er hätte den Bock am Geschäft wohl nicht verloren, wenn er weiterhin richtig geile Fässer zum guten Preis an seine Kundschaft hätte verkaufen können. Macht ja wieder mal nachdenklich über die allgemeine Entwicklung der "Industrie".