Bowmore - Dreimal anders Islay

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      Bowmore - Dreimal anders Islay



      Bowmore - Dreimal anders Islay


      Damit ihr im neuen Jahr mal wieder was zum grübeln und nachlesen habt ...
      wollen wir uns wieder einer Destille zuwenden. Der Fokus fiel dabei auf Bowmore. Warum Bowmore ? Gute Frage, den eigentlich ist diese Destille seit dem neuen Jahrtausend eher unterbelichtet als ein Highlight. Aber wieso "Dreimal anders Islay ?

      Bowmore hat wohl drei Phasen durchlebt was das Geshmacksprofil betrifft. Bruch und deshalb als mittlere Grenze der Profile ist das ab Mitte der 1980er Jahre Bowmore sein Geschmacksprofil durch teilweise extreme Parfümnoten veränderte, die in den späten 1990er und den frühen 2000er Jahren dann als Abfüllungen in den Markt kamen, die der breiten Masse nicht wirklich zusagten. Auch dafür gibt es Liebhaber sowie es auch Leute gibt, die diese Parfümnoten kaum markant wahrnehmen. Tatsache war aber die Veränderung gegenüber den vorherigen Profil. Bowmore und seine Malts aus den 1960er bis zu den frühen 1980er Jahren waren herausragend und hinterließen prägende Eindrücke bei allen Maltheads.

      Ab ca. 1994 (nach der Übernahme durch Suntory), manche meinen auch schon etwas davor (seit 1989 kaufte Suntory Malt für Blends bei Bowmore) wandelte sich das Profil zurück zu einem sauberen klaren und deutlich torfigen Malt.
      Deswegen fällt es mir durchaus schwerer als Philip von
      Bowmore Whiskys und wie du sie am besten trinkst » Eye For Spirits etwas über den Grundcharakter dieser Destille zu sagen. Ich zitiere ihn mal :
      „Bowmore ist eine der größten Single Malt-Produzenten von Islay, bedient aber nicht das Whisky-Klischee der Insel. Sie hat ihre Nische. … Die Intensität der Raucharomen bei Bowmore ist moderat. Dies erreicht die Destillerie, indem sie ausschließlich Gerstenmalz mit einem geringen „Rauchanteil“ verwendet. Lediglich 25 ppm an Phenol-Derivaten besitzt Bowmores Malz. Zum Vergleich: Laphroaig arbeitet mit einem Phenol-Gehalt von 35 bis 60 ppm, Bruichladdichs Octomore liegt bereits bei über 160 ppm.
      Bowmore hat den Vorteil, dass sie einen Teil der Gerste vor Ort mälzen können. Die Destillerie besitzt auf ihrem Gelände nach wie vor eine Tennenmälzerei, die es ihr ermöglicht, 30 Prozent ihres Malzbedarfs selbst zu decken. Den restlichen Teil liefert die Großmälzerei Simpson’s. Ist jenes Malz schließlich bereit für die Fermentation, fährt Bowmore zweigleisig. Die Destillerie nutzt 2 Fermentationszeiten. Nicht, dass dies in der Scotch-Industrie unüblich wäre, auffallend bei Bowmore ist nur deren Differenz. Während der eine Vorgang mit 48 Stunden am Minimum läuft, dauert der zweite Prozess 100 (!) Stunden. Hieraus gewinnt die Brennerei derzeit rund 1,3 Millionen Liter Destillat pro Jahr.
      Hast du einmal die Möglichkeit an diesem Rohbrand zu riechen, probiere es. Dich erwarten neben einer angenehmen Rauch-Note, Nuancen von Haselnüssen und Vanille.“




      An dieser Stelle möchte ich nicht wirklich viele Worte über FWP (French Whore Perfume, mache nennen es Lavendel, andere Klostein usw.) verlieren. Mir persönlich geht diese „Fehlnote“ so gegen die Nasenhaare, dass ich dies als Randerscheinung und mit Tastingeindrücken nur sehr schwer beschreiben kann. Sollten sich andere gemüßigt und geeignet sehen dazu etwas Weiteres auszuführen, so würde ich mich sehr freuen.

      An dieser Stelle sollen ein paar Malts genannt werden, die zu den Besten in meinem Tastingbuch zählen.
      Extreme Fruchtbomben sind für mich insbesondere die 1968er, oft aus dem Hause DT.
      Seadragon und Moonlight darf man nicht vergessen. Auch Vintage Abfüllungen ragen heraus.
      Bowmore Moonlight

      Bowmore, 30 y.o., 43 %, bottl. 2006, 70cl

      Als Der Standard gelten für mich die Bowmore 12 in der braunen Dumpy Bottle mit goldenen Label. Da gibt es Herausragende aber leider auch mal nicht so Starke.



      Hier mal Notes von Ruben dazu :
      Bowmore De Luxe vs. Bowmore 12 Years (dumpy) | WhiskyNotes review

      Auch immer mit Frucht (Johannisbeere) aber daneben mit starken Tabak- und Holznoten bleiben 1964er aus der Bicentenary Serie in tiefer Erinnerung.
      Bowmore 15 Jahre - 1964 Distillery Bottling - Bicentenary 1779-1979 - 75cl - 43,0%

      Nicht unerwähnt, wobei für mich gerade die späten eher getragen durch Marketing, dürfen hier natürlich die Black Bowmores nicht unerwähnt bleiben.
      Black Bowmore, OA, 1964/1995, 49%, "Final edition"
      Black Bowmore - 42 Jahre - 40,5% - 740 v. 827

      Weitere :
      Bowmore, Sestante, 1971, 18 y.o., 57,3 %, Shield Label

      Bowmore, OA, Islay Pure Malt, 1965, Full Strength, 50 %, matured in Sherry Cask

      Auch nicht die alten Sheriff‘s OA aber hier mangelt es mir leider an eigenen Erfahrungen.

      Dazu haben die Kaypinger Brüder mal was geschrieben :
      Kaypingers Whiskyblog

      Mein Fazit für Bowmore vor FWP:
      Es gerät in Vergessenheit. Noch vor 15 Jahren wurde Bowmore in einem Zug mit Macallan und Springbank als Malts in der Spitze genannt. Durch die FWP-Ära sank der Stern genauso rasch wie der Macallans in Zeiten der Fine Oak Geschichten.

      Bowmore nach der FWP - Zeit :

      Bowmore, MoS, 12 y.o., 46 %, 2002/2014, Cask 14012

      Bowmore, MoS, 56,8%, 10.2002/10.2013, Sherry Hogshead Cask 13048

      Bowmore, MoS, 55,2%, 1198/2015, Sherry Hogshead Cask 15072

      Bowmore fand aus dieser Lage wieder den Weg zurück in Ihre Nische mit sauberen Malts die gut auf das Fass reagieren. Hier zeigen sich in den letzten Jahren immer wieder sehr wohlschmeckende gute Abfüllungen sowohl aus dem eigenen Haus (Bowmore 9, Springtide usw) als auch von UA wie z.b. Wemyss, MoS usw.
      Das Bowmore mit vielen NAS und Marketingblabla-Geschichten und -Abfüllungen wie Devil’s Cask, Mizunara Cask usw recht aktiv ist, sei angemerkt aber soll jeder für sich selber einordnen.
      Vergessen darf man nie die Refernzmalts der Zeit in den 1960er und 1970er Jahren. Aber man ist wohl gut beraten, wenn man Geschmackstechnisch auch heute Bowmore nicht aus dem Auge läßt.

      Nu seit Ihr dran ...
      - Habt ihr legendäre Bowmores die es hier noch zu nenne gilt ?

      - Wie sind eure Erfahrung mit der Destille ?

      - Wo seht ihr den Haus-Stil des Brandes ? Vor, während und nach der FWP-Zeit.

      - Liege ich bei meinem Fazit weit entfernt von eurem ?


      Noch 2 Links in Sachen Bowmore :
      http://home.planet.nl/~somme022/
      German Bowmore Collector – Thomas Schmeckebier Album 1 « Galerie 4 « » – Bilder meiner Bowmore’s

      Was agt eigentlich Zinni zu meinen Ausführungen ?

      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „rednose“ ()

      Lässt man die in Sherry ersoffenen MoS (der Sherry überdeckt alles ) Bowmore außer acht , gibt es zb die sehr fruchtigen 93er Bowmore. Eine herausragende neuere Abfüllung die an den alten Bowmore Stil geht , ist unser Pangalaktischer 97er Bowmore.
      Sehr solide finde ich zudem den 9er und Tempest OA .
      Meine Favoriten :
      Port Ellen 1982/2010 ,28 yo, Refill Sherry Puncheon Cask, 57,5%
      Bowmore 1997/2013 ,15 yo, Bourbon Barrel , TWA Perfect Dram ,48,6%
      Neben den schon erwähnten Abfüllungen Seadragon und Bicentenary Abfüllungen kann ich noch folgende hervorheben.

      Bowmore 1966 - November 2002 42,0% Duncan Taylor, diese Abfüllung konnte ich mit meinen Freunden zum 50zigsten Geburtstag teilen.
      Es gab wohl noch mehrere Bowmore 1966 Abfüllungen von Duncan Taylor und Hart Brother, die alle sehr von Aromen nach exotischen Früchten mit einer leichten Rauchnote geprägt waren. Die 1968 und 1972 Abfüllungen waren mit Abstrichen ähnlich, aber für mich lange nicht so ausdrucksstark.

      Von der Brennerei habe ich noch die legendären Führungen mit Christine in Erinnerung, die mit sehr viel Wissen und Emotionen die Führungen gestaltete.

      Die aktuellen Standard Abfüllungen mit 9 Jahren und den 10er finde ich sehr gut. Standards, die ohne viel Schnickschnack zeigen, was Whiskies von der Insel Islay ausmacht, feine Rauchnote mit einer schönen fruchtigen Komponente.

      Gruß aus dem trüben Wuppertal
      Gernot
      Erst einmal vielen Dank für den wieder mal Interessanten Bericht!

      Ich tue mich bei Bowmore immer wieder schwer, da mir kaum eine andere Brennerei einfällt, bei der es für mich so wichtig ist Abfüllungen vor dem Kauf zu probieren. Für mich schwanken die zwischen absolut genial (z.B. die Laimrigs) bis his zu geht gar nicht (z.B. die aktuelle Distillery Only Abfüllung aus dem Weinfass) - wie immer absolut subjetiv!

      Bei den älteren Abfüllungen fehlt mit noch die Erfahrung, da ich hier noch recht wenig im Gleas hatte. Nach der Bicentenary-Teilung hier im Forum letztes Jahr bin ich aber immer stärker an Samples der älteren Abfüllungen interessiert. Die Grapefruit- / Zitusnote hier fand ich absolut beeindruckend, da ich sowas vorher noch in keinem Whisky gefunden habe.

      Was mir bei Bowmore aber sehr gut gefällt, ist das recht hohe Niveau bei vergleichsweise niedrigen Preisen bei den Standardabfüllungen. Der 12 ist bei mir eigentlich immer offen und der 9 Jahre Shery hat mich auch sehr positiv überrascht. Gleiches gilt für die neuen Travel Retail Abfüllungen mit 10 - 15 -18 Jahren.

      Wir hatten vor zwei Jahren mal das Glück die große Tour mit Eddie zu machen. Es durfte sich jeder an allen Tätigkeiten mal versuchen, wenn mal wollte (Malting floors zum wenden, etc.) und es war unglaublich informativ und kurzweilig. Am Ende waren gut 3 Stunden rum und man hat es fast nicht mitbekommen....
      Dann will ich mal ein wenig aus der Reihe tanzen.
      Natürlich finde ich die 60er/70er, soweit ich sie kenne, auch spitzenmäßig - und möchte mich diesbezüglich Gernot anschließen: Die 66er von DT waren für mich einen Tick göttlicher als etwa die 68er.
      Aber dann: Den Hype um insbesondere den neuen 9er kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist das ein sauber produzierter, fair bepreister Malt, der mich vor allem aber: langweilt. Und zwar mächtig. Ein anderer Schnack ist da schon der Laimrig.
      Vor allem aber paddel ich jetzt mal bei den so genannten FWP-Bowis gegen den Strom. Mir persönlich haben die Standards Mitte der 90er, Anfang der 2000er mit ihrer Lavendel(!)-Note richtig gut gefallen. Insbesondere der 15er und 17er sind mir in angenehmer Erinnerung. Die Verbindung der leicht würzigen Lavendel-Note mit dezentem Rauch war sicher ungewöhnlich, für mich aber eben lecker. Und aus heutiger Sicht eine extrem wohl tuende Abwechslung zu den immer zahlreicher auf den Markt rollenden Schwefel-Bomben aus vermurksten Sherryfässern...
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      rednose schrieb:

      Was agt eigentlich Zinni zu meinen Ausführungen ?


      Ich fühle mich angesprochen :D Danke für den Beitrag, Markus.

      Empfinde den "Werdegang" von Bowmore sehr ähnlich wie Du ihn beschrieben hast. Für mich ist nochmal hervorzuheben dass zwischen 1999 und 2003 wohl nochmal etwas am Spirit gedreht wurde. Aus diesen Jahren gab es schon etliche sehr leckere UAs und ich bin sehr gespannt wie sich diese dann mit 20+ Jahren entwickeln.

      Der von Dir verkostete 65er ist für mich bisher der Non-Plus-Ultra-Bowie schlechthin. Der hängt (für mich) selbst BowBic, Seadragon etc. ab. Ist natürlich mein persönlicher Geschmack.

      Mist, nun hab ich Durst bekommen und muss wohl mal ein paar Samples suchen um in meiner Tour de Bowmore weiterzukommen.

      Ansonsten sind als besondere "Ehrfurchts-Bowies" in meiner persönlichen Verkostungshistorie der 8yo Sherrifs, der 67er OA Sherry Cask, der 68er OA Anniversary und ganz besonders der 56er OA Sherry Casks ...

      Als Klassiker aus den 90er sind natürlich neben den diversen 93ern noch die alte Dampflok und für mich ganz besonders der 95er TSMoS zu erwähnen.
      Regensburger Maltspatz
      So alte Bowmores hatte ich noch nicht im Glas und so richtig schwer tue ich mich mit der "Lavendelnote". Die geht bei mir gar nicht.
      Richtig stark finde ich aktuell den 9y (OA) sowie den 18y (OA). Bei de UAs habe ich leckere bei MoS und Adelphi gehabt, wobei der 27y von Adelphi ein richtig guter ist.
      Gruß

      Thomas

      Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt! Suche von den Dingen, die du hast, die besten aus und bedenke dann, wie eifrig du nach ihnen gesucht haben würdest, wenn du sie nicht hättest. Mark Aurel
      Bei Bowmore fühle ich mich genötigt auch etwas da zu beizutragen
      Vorweg , Bowmore ist meine Lieblingsdistille trotz der langen Schwächephase !!
      Die Bowmore aus den sechzigern sind für mich das absolut beste was ich an Whiskys probieren durfte , bin allerdings schon lang in der Materie dem Alter sei Dank :unentschlossen:
      Mein Nonplus Ultra Bowmore ist der 1964 OA Bowmore 1964 - Whiskybase
      der den legendären Black für mich locker schlägt !!! Bei den Bourbon Casks wäre die Liste endlos ...
      Auch ich muss Marcus recht geben mit der Schwächephase Mitte der 1980 er und auch da hatte ich einen absoluten Favoriten ,auch wenn mich jetzt einige steinigen , aber so war damals mein Geschmack Bowmore 1984 Sa - Whiskybase

      Bowmore ist als Islay malt einfach everybodys Darling , einfach schön ausgewogen !!
      Was die neuen Abfüllungen angeht bin ich sehr optimistisch und ich bin gespannt was dann noch kommt was die Distille ab 2000 bringt wenn die Malts älter und wenn sie dann noch bezahlbar sind :angry2:

      HamburgMalt schrieb:

      Den Hype um insbesondere den neuen 9er kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist das ein sauber produzierter, fair bepreister Malt, der mich vor allem aber: langweilt. Und zwar mächtig.
      Hype trifft es meines Erachtens nicht wirklich. Es ist wohl eher die überwiegende Einigkeit darüber, eben dass es ein "sauber produzierter, fair bepreister Malt" ist. Keine Selbstverständlichkeit in der 25 EUR-Klasse, wie wir alle wissen, zumal noch die normalerweise preistreibenden Faktoren Islay bzw. Sherryfass im Spiel sind. Nach einigen wirklich eher üblen Kostproben des 15yo Darkest verteilt über die letzten Jahre (die ja eigentlich rein rechnerisch den "glorreichen" Anfang-90er-Vintages entstammen sollten) sehe ich persönlich zumindest in solchen Abfüllungen irgendwie einen gelungenen "Neuanfang" bei Bowmore aufkommen. Ich mag mich da irren, aber mMn ist die OA-Range qualitativ auf dem Weg nach oben. Das kann man von anderen Islay-Nachbarn ja nicht gerade behaupten...

      Sei's drum, ich für meinen Teil würde diesen 9yo als prima "Trinkwhisky" einstufen, dem ich aber natürlich sicher nicht auf der Suche nach Komplexität stundenlang am Glas schnüffelnd fröhnen werde.
      Gruß
      Thomas

      Being kind to the cruel results in cruelty to the kind.
      Ich denke grundsätzlich muß man schon aufpassen mit "früher war alles besser".
      Hatte gerade letztens einen alten Sherrifs Bowmore aus einer FT im Glase und mein Schatzi und ich waren bei der Meinung. Naja geht so, aber wirklich "toll" ist der nicht. Im folgende lasse ich aber mach altes Schätzchen mal weg, da die Preis auch hier immer "Genießerunfreundlicher" werden.

      Bowmore ist für mich "die Islay Brennerei der letzten Jahre". Als wir uns ab 2006 intensiver mit Islay Whiskies beschäftigt haben, war Bowmore eher ein "no go". Entweder mit den "berühmten Fehlnoten" oder aber einem PLV z.B. bei den Islay Festival Abfüllungen (6,7,8,9 Jahre mit jeweils 60,- 70,- 80,- und 90 Pfund), bei dem ich kein Tendenz zum Einkaufen sah. Da gab es ja schließlich noch Laphis von 1989 für 45,-. Pfund zum Festival
      In der Zwischenzeit ist für mich Bowmore immer wieder eine Top Entdeckung. Zu nennen wären da sowohl Bourbon als auch Sherry Cask bottle your own Abfüllungen vor Ort, als auch manche UAs zuletzt den Bw7 von Elements of Islay und dazu noch ein paar Sonderabfüllungen for Ort. z.B. Maltmen´s Selection. Gerade viel exBourbon Abfüllungen haben (wieder) ein schöne Fruchtigkeit gepaart mit einem leichten, aber tiefem Peatcharakter.
      Die "Standardrange" ist auch aus meiner Sicht keine schlechte. Bei dem Small Batch hab ich mir zur Sicherheit mal 2 Kisten in den Keller gestellt, da dieser einer meiner Sommer Lieblinge ist. Auch den 15er und 18er empfinde ich als gut. Der aktuelle 18 Jahre Manzanilla ist ebenfalls für mich gelungen. Viele andere teurere Abfüllungen oder Sondereditions mit viel Story sind weniger mein Ding. Probieren ok, aber keine ganze Flasche.
      Die Produktpalette von Bowmore empfinde ich als ausgewogen, durchdacht und preislich angemessen.
      Bowmore ist eine für mich ein Paradebeispiel, daß mein seine Vorlieben von Zeit zu Zeit auch mal korrigieren kann/sollte/muß ?! und es zeigt, daß Brennereien durchaus aus einem Tal wieder nach oben kommen können :-)

      LG René
      „Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend." - Johann Wolfgang von Goethe

      www.whiskyanddreams.de
      Bowmore ist für mich durchaus eine besondere Brennerei, es war die erste, zu der ich zärtlich Liebling(sbrennerei) gesagt habe... :D Das ganze war etwa vor 18-19 Jahren, durchaus in der Zeit, als die berühmt/berüchtigte Lavendelnote unterwegs war. Mein erster Bowmore war ein 15jähriger Mariner (wenn ich mich nicht irre, dann der). Später durften auch noch andere damalige OA's wie 12y (auch noch mit dem auf Glas gedruckten Label, dann Dusk, Dawn und Darkest. Alle waren damals sehr nach meinem Geschmack und ich wäre nie auf die Idee gekommen, das sich daran mal etwas ändern könnte. Höherpreisige Bottlings wie Seadragon, Voyage oder Claret waren mir damals zu teuer... :rolleyes: ... aber auch mein Geschmack hat sich im Laufe der Jahre verändert. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit nochmal den alten 12er (der hier) erstehen können. Als ich ihn voller Erwartung dann im Glas hatte, war das ein wenig so, als hätte ich meine erste Ex-Freundin wiedergetroffen... :D ...da war etwas schönes, aber ich hab inzwischen schon besseres erlebt... Mit der Zeit und in Bekannschaft von vielen Whiskynerds, nicht letztendlich auch auf dieser Plattform, hatte ich dann auch Gelegenheit, mal ältere, unabhängige Bowies probieren zu dürfen. Es waren vor allem 1966er, welche die Fahne fast unerreichbar hochgesteckt haben... neben alten Taliskern das so ziemlich beste, was mir in meiner über 20jährigen Whiskygefolgschaft bislang auf den Tisch gekommen ist. Leider mittlerweile relativ unbezahlbar... zumindest als ganze Flasche. Was die heutigen Originalabfüllungen angeht, so möchte ich den 12er als sehr ordentlichen, fair bepreisten Standard loben. Die Batches waren verschieden, aber keinerzeit war er wirklich schlecht. Auch der 15jährige Darkest, m.W.n ein Auslaufmodell - war stets gut, der fassstarke Laimrig allerdings noch besser, beides Bestseller in meiner Bar. Spezielle Sachen wie die Devils Cask waren auch sehr gut, preislich allerdings etwas gaga... :naja: ...die ganz aktuelle Range kenne ich nicht hundertprozentig, in den letzten Jahren war da viel Kuddelmuddel.... White Sands, Black Rock, Gold Reef, 9y...etc....Da wäre wohl etwas weniger mehr gewesen. Nie werde ich auch meine Privattour durch Distillerie und Warehouse vergessen, wo auch zweimal dar Valinch zum Einsatz kam... anschließend gab es an der Bar noch aus der aktuellen Range (2012 war das glaub ich) bis zum abwinken... Da kann ich der alten Brennerei nicht böse sein... Einige Handfilled waren auch großes Kino... ich freue mich auch wieder auf Juni, wenn Bowmore mal wieder Station für einen Islaybesuch mit hier rege schreibenden Kollegen aus Hamburg und Bayern sein wird... :D ...
      Eins vielleicht noch : Unabhängig abgefüllte Bowies von ungehypten Abfüllern, etwa 10 bis 20 Jahre alt, sind in der Regel immer guter Trinkstoff mit fairen Preisen...
      SPREESIDE WHISKY MESSE BERLIN
      Nächste Vorstellung : 10.-11.05.2019

      www.spreeside-whisky.de

      MiddleCut schrieb:

      Ich denke grundsätzlich muß man schon aufpassen mit "früher war alles besser".
      Hatte gerade letztens einen alten Sherrifs Bowmore aus einer FT im Glase und mein Schatzi und ich waren bei der Meinung. Naja geht so, aber wirklich "toll" ist der nicht. Im folgende lasse ich aber mach altes Schätzchen mal weg, da die Preis auch hier immer "Genießerunfreundlicher" werden.

      Bowmore ist für mich "die Islay Brennerei der letzten Jahre". Als wir uns ab 2006 intensiver mit Islay Whiskies beschäftigt haben, war Bowmore eher ein "no go". Entweder mit den "berühmten Fehlnoten" oder aber einem PLV z.B. bei den Islay Festival Abfüllungen (6,7,8,9 Jahre mit jeweils 60,- 70,- 80,- und 90 Pfund), bei dem ich kein Tendenz zum Einkaufen sah. Da gab es ja schließlich noch Laphis von 1989 für 45,-. Pfund zum Festival
      In der Zwischenzeit ist für mich Bowmore immer wieder eine Top Entdeckung. Zu nennen wären da sowohl Bourbon als auch Sherry Cask bottle your own Abfüllungen vor Ort, als auch manche UAs zuletzt den Bw7 von Elements of Islay und dazu noch ein paar Sonderabfüllungen for Ort. z.B. Maltmen´s Selection. Gerade viel exBourbon Abfüllungen haben (wieder) ein schöne Fruchtigkeit gepaart mit einem leichten, aber tiefem Peatcharakter.
      Die "Standardrange" ist auch aus meiner Sicht keine schlechte. Bei dem Small Batch hab ich mir zur Sicherheit mal 2 Kisten in den Keller gestellt, da dieser einer meiner Sommer Lieblinge ist. Auch den 15er und 18er empfinde ich als gut. Der aktuelle 18 Jahre Manzanilla ist ebenfalls für mich gelungen. Viele andere teurere Abfüllungen oder Sondereditions mit viel Story sind weniger mein Ding. Probieren ok, aber keine ganze Flasche.
      Die Produktpalette von Bowmore empfinde ich als ausgewogen, durchdacht und preislich angemessen.
      Bowmore ist eine für mich ein Paradebeispiel, daß mein seine Vorlieben von Zeit zu Zeit auch mal korrigieren kann/sollte/muß ?! und es zeigt, daß Brennereien durchaus aus einem Tal wieder nach oben kommen können :-)

      LG René


      Meine persönlichen Empfindungen sind nahe an denen von René.
      Die alten Sherrifs sind ganz ok (sowohl 8yo als auch nas) aber der der Aha-Effekt kommt da doch eher davon, dass man weiss was man im Glas hat als von dem was im Glas ist.
      Bei den 1960er (speziell ab der fruchtigen Zeit von Mitte 1960er, vorher wesentlich mineralischer) sind die Aromen sehr oft genial. Da braucht es kein Label.
      Lavendelzeit ist auch nicht so mein Ding.
      Und wie bei René haben in den letzten Jahren von keiner Brennerei mehr Abfüllungen den Weg in meine Bar gefunden als von Bowmore (also bezogen auf aktuelle Abfüllungen).

      @bowi:
      Du erwähnst den Inhalt der Pulle von deinem Avatar nicht. Der ist aber auch schon grosses Kino.
      Mitglied im Team Bergische Jongens - Organisator Whiskycup 2012

      "Wer sich für zu wichtig hält für kleine Aufgaben, ist meistens zu klein für wichtige Aufgaben"
      Jacques Tati

      Zinni schrieb:

      McLarsen schrieb:

      .. ich freue mich auch wieder auf Juni, wenn Bowmore mal wieder Station für einen Islaybesuch mit hier rege schreibenden Kollegen aus Hamburg und Bayern sein wird... ...

      Da gfrei I mi glatt mit, Lars! :abwuschel:

      Dem schließ ich mich - selbstverständlich in 1A hamburgischem Hochdeutsch - vollumfänglich an! :D
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      @Geniesser

      Ja der Golfer war gut trinkbar :yes: , aber eigentlich waren das alle Abfüllungen aus der 1960er von Bowmore
      egal ob von DT , D&L , OA...
      Diese Qualität wird sicher nicht wieder kommen , auch wenn Bowmore mit den neuen Abfüllungen zeigt , das die Distille wieder auf einem guten Weg ist , was mich als alten Fan natürlich freut und ich mir wieder öfter einen Bowmore kaufe , von den alten Beständen ist leider kaum noch was da :no:
      Mir stellt sich in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage: Wie haben die das damals hinbekommen, und warum ?können/wollen/dürfen? die das heute nicht mehr?

      Meine bisherigen Erkenntnisse:
      1.) Die Rohstoffe.
      Weder Gerste noch Hefe sind heute vergleichbar, alles auf Yield getrimmt.
      2.) Fermentationszeit
      bei +/-48h reine Hefe-Fermentaion, ab >72h Milchsäuregärung.
      Letzterees könnte für die Fruchtaromen verantwortlich sein
      3.) Destillation
      Auch hier der Fokus auf Yield, Standardisierung.
      Vielleicht waren die genialen Fässer einfach Zufall, ohnen dass man hinterher wusste, woran es lag?
      4.) Fässer
      Ja, früher war alles besser, etc. Besser? Zumindest bei den Sherry Fässern anders. Und dass ausgelutschte Sherryfässer hervorragend geeignet sind, um Whisky lange reifen zu lassen haben ja etliche Destillerien bewiesen.
      5.) ???
      6.) Profit!

      Vermutlich von allem etwas, und noch vieles mehr...

      Meine Highlights:
      Bowmore 1968 Celtic Heartlands. Grapefruit-Monster
      Bowmore Tempest 1st (im Blindtating hab ich den für nen alten Bowie gehalten)
      Bowmore 1996 TWA Faces
      Bowmore Bicentenary. Holunder/Johannisbeere.... getorft!

      Gruß

      Daniel

      Meine offenen Flaschen:
      Samples: Daniels offene Flaschen
      Suche/Biete zum Tauschen:
      Tausche: Daniels Tauschliste

      bowi schrieb:

      Ja der Golfer war gut trinkbar , aber eigentlich waren das alle Abfüllungen aus der 1960er von Bowmore
      egal ob von DT , D&L , OA...

      Schöne Erinnerungen an einen Tag unter Freunden wo wir fast die komplette Serie der 33xx Abfüllungen von DT verkostet haben. Es gab chon Unterschiede aber Ausfälle gab es keinen.
      Als OA mit ganz wenig Fucht ist mir der 25yo von 1969 in Erinnerung geblieben. Dafür aber eine geniale Mischung aus Sherry, Rauch und altem Schmierfett.
      Mitglied im Team Bergische Jongens - Organisator Whiskycup 2012

      "Wer sich für zu wichtig hält für kleine Aufgaben, ist meistens zu klein für wichtige Aufgaben"
      Jacques Tati