Finish - das unbekannte Land

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      Finish - das unbekannte Land

      In trauter Runde haben wir die Tage blind ein paar Finishs und deren Vorgänger im Fass verschnabuliert.
      Ich fand es sehr interessant. Zunächst wurde immer der Whisky verkostet und versucht das Finish zu erraten und dann dagegen der Vorgänger (auch blind).
      u.a. war das folgende im Glas :
      - 6isles Pomerolo Cask Finish - mit Pomerol Chateau Mazeyres
      - Cadenheads Glen Ord 20 y.o., Wine Cask - Dornfelder
      - Lagafoya und sein Wein
      - Benriach 1995, Premium Spirits, Oloroso Butt - Lustau Oloroso del Puerto
      - Alambic Bowmore 99/16, 17 y.o., White Port Finish 24 Monate, 52,6 % - White Port 19 %
      - Fishky - Bruichladdich Vorgänger und Matjes
      - Kilkeran 2006/2017 Warehouse, 57,7 -Rum Barrel - Foursquare Rum
      - Local Dealer Ballechin, Sautern Cask - Mouton Rothschild Sautern 2014
      - W&M Clynelish 12 y.o. Marsala Cask - Marsalla kommt noch.

      Mal abgesehen vom Fishky (Danke Jens), den keiner erkannt hat, viel mir auf, das man auch blind ganz gut erkennen konnte was das für ein Finish ist. Ich würde mal raten wir hatten eine Trefferquote von deutlich über 70 % was schon kein Zufall mehr sein kann.
      Wenn man aber den Vorgänger mit dem Whisky verglichen hat, so hat der Vorgänger im Fass zwar den Geschmack deutlich beeinflußt aber die Aromatik des Weiuns/Sherrys usw. ist deutlich anders und findet sich kaum wieder.
      Man erkennt also aus der Erfahrung der Finishs, dass es ein Finish ist und ggf. auch welches - aber die Aromatik des Finishgebers ist sehr weit entfernt.
      Ich hatte den Eindruck das gilt insbesondere für die Weine und Süßweine.
      Je hochprozentiger der Vorgänger war, desto mehr ähneln sich die Aromatiken.
      Habt Ihr ähnliche Versuche gemacht und ähnliche Ergebnisse erzielt die diese Vermutung unterstützen könnten ?
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!
      Hmm... interessante Theorie (und ein interessanter Versuch!).

      Zwar glaube ich nicht, dass meine Trefferquote sich den 70% auch nur nähern würde, weil ich von Weinen keine Ahnung habe. Aber das mit den hochprozentigen Vorgängern und deren vergleichbare(re)n Aromen im Endprodukt könnte ich unterschreiben. Wenn ich hingegen eine Sherry- oder Portlagerung beschreibe, kommen da nur selten die Worte Sherry und Port drin vor.
      Whisky-Journal - von, über und wegen Whisky

      Suche:
      - SMWS 38.xxx (Caperdonich)
      - Caperdonich 24yo Whiskykanzler Uncollectable Collection
      - Caperdonich 36yo Douglas Laing Cask DL4945 und Cask DL4947
      Wir habe früher in unserem Whiskykreis recht viele Experimente gemacht und kann grundsätzlich die Ergebnisse bestätigen.

      Schwieriger bzw. unmöglich war es eher, wenn z.B. im Rahmen der Bruichladdich Italien oder French Collection den Wein oder die Rebsorte definieren sollten. Das war dann eher Lotterie.
      Ein zusätzliches aha Erlebnis hatten wir als ich einen Grappa der in einem Barbaresco Fass "gefinished" wurde in einer "Whiskyflasche" präsentiert hatte und niemanden "etwas aufgefallen" war. Den hätte ich auf einem Tasting oder bei Messen glatt als Laddie präsentieren können. Zumindest bei "ungetorften leichten Spirit Typen", bin ich der Auffassung, daß der Whisky-Charakter total verloren geht bzw. austauschbar ist. Natürlich kommt es darauf an, wie lange nachgereift wurde, aber ich wage mal die Behauptung, daß ein Whisky nur dann "Whisky" bleibt wenn er sehr kurz (ein paar Tage bis wenige Wochen) darin verweilt.
      Aus den bisherigen Erfahrungen bin ich daher komplett weg von Weinfaßreifungen, nicht weil Sie mir ggf. nicht schmecken, sondern weil es dann vom Charakter einfach für mich kein Whisky mehr ist.
      Wie gesagt, dann trinke ich doch lieber gleich nen guten Grappa oder eine andere Spirituose ;-)
      LG René
      "Bin immer auf der Suche nach älteren Bruichladdich Abfüllungen. Destilliert in den 60er, 70er Jahren und freue mich auf Angebote"
      Da bin ich Deiner Meinung Markus. Kommt natürlich auch auf die Belegung an (first oder Refill), aber grundsätzlich ist es oft nicht zu erraten was genau da vorher im Fass war. Ich habe oftmals bei Wein-Finishes Eindrücke von sehr trockenen Noten, viel "Nuss", das ist nicht jedermanns Sache, ich finds oft richtig lecker. Neulich hatte ich jedoch den letzten Old Pulteney von MoS (17037) im Glas, das ist ein Sherry Hogshead, jedoch so furztrocken, dass ich blind sicher auf Weißwein o.ä. getippt hätte. Leider konnte mir Thomas Ewers auch nicht sagen, was für ein Sherry das war, evtl. ja Fino oder ein sehr trockener Oloroso.
      Am erstaunlichsten finde ich immer wieder wie wenig sich PX und Olorosoreifungen unterscheiden. PX ist ja die totale Zuckersirupbombe und Oloroso trocken und nussig, aber die in den Fässern gereiften Whiskies kann ich nur durch Raten zuordnen, im Gegenteil, oft ist der aus dem Oloroso-Fass fruchtiger und süßer als der aus dem PX-Fass.
      Gruß,

      Tom

      Tommyknocker schrieb:


      Am erstaunlichsten finde ich immer wieder wie wenig sich PX und Olorosoreifungen unterscheiden. PX ist ja die totale Zuckersirupbombe und Oloroso trocken und nussig, aber die in den Fässern gereiften Whiskies kann ich nur durch Raten zuordnen, im Gegenteil, oft ist der aus dem Oloroso-Fass fruchtiger und süßer als der aus dem PX-Fass.

      Hoppla, das empfinde ich persönlich anders. Natürlich gibt es eine gewisse Fehlerquote - aber für meinen Geschmack hat PX eine derart penetrante Note (in der Nase noch mehr als auf der Palette), dass er doch recht gut zugeordnet werden kann, zumindest First Fills. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass man Noten, die man NICHT mag, zielsicherer identifiziert als alles andere.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      HamburgMalt schrieb:

      Hoppla, das empfinde ich persönlich anders. Natürlich gibt es eine gewisse Fehlerquote - aber für meinen Geschmack hat PX eine derart penetrante Note (in der Nase noch mehr als auf der Palette), dass er doch recht gut zugeordnet werden kann, zumindest First Fills. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass man Noten, die man NICHT mag, zielsicherer identifiziert als alles andere.

      Penetrant trifft es auch für mich sehr gut, Jan. Die PX-finishes, die mir wirklich gefallen konnten, kann ich an einer Hand abzählen. Dieser klebrige, quietschsüsse PX-Sherry harmoniert, für mich jedenfalls, nur sehr selten mit Whisky. Auf mich wirkt das fast immer aufgesetzt, unsauber und wenig harmonisch. Ich hatte z. B. aufgehört mich mit Glendronach Single Cask Abfüllungen zu befassen, als dort fast nur noch PX-Abfüllungen herauskamen. :suspekt:

      Ahab schrieb:

      Ich hatte z. B. aufgehört mich mit Glendronach Single Cask Abfüllungen zu befassen, als dort fast nur noch PX-Abfüllungen herauskamen.

      Ging mir ähnlich ... ich hab mir dann lediglich ab und zu die Oloroso- Abfüllungen näher beguckt. Wenn, dann haben mich eher die angesprochen.

      [Wat jetzt abba auch mit dem Thema schon fast nüscht mehr zu tun hat... Sorry!]
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...


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