92,5 PUNKTE!!!

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      92,5 PUNKTE!!!



      Moin Ihr,
      ich möchte mal über Punkte und Sternchen reden: Serge bewertet etwas mit ≥ 90 Punkten und Abfüllungen sind binnen Stunden ausverkauft.
      In der Base wird irgend eine neue Abfüllung himmelhoch bewertet und *zack* isse weg, weit bevor nach ein, zwei Wochen auf einmal stapelweise mäßige und relativierende Bewertungen das hochlobende Zerrbild einfangen.

      Ich habe mir über (Un)sinn und Ursachen der Bewerterei, die uns an jeder Ecke und in fast jedem Shop als wichtig(st)es Verkaufsargument begegnet, mal ein paar Gedanken gemacht.

      Bei Interesse wie stets hier zu finden:
      92,5 PUNKTE!!! – regulars


      Einen schönen Sonntag Euch,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog
      Moin!

      Mal wieder treffend und schön formuliert.

      Geschmack ist eben subjektiv.

      Und die meisten Skalen sind ja noch weiter eingeschränkt, da die unteren 50-70% gar nicht stattfinden.
      Ab 70 wäre dann gerade noch trinkbar und ab 80 schon ganz gut. Die oberen 5-10% werden bei bescheidenen oder sehr kritischen Testern nicht vergeben. Was bleibt ist eine sehr enge Einstufung und dient vielleicht wenigstens minimal der Fehlnotenvermeidung. Ach nee, doch nicht, denn die machen die eine oder andere Abfüllungn ja erst interessant.

      Dazu kommt noch eine gewisse Beeinflussung durch Name, Flasche, Preis...

      Also am besten blind verkosten und Geschmacksnotizen schreiben!

      Aber das Hobby soll ja noch Spass machen und keine arbeitsreiche Aufgabe darstellen.
      Also sollte jeder für sich den Mittelweg finden wie man das Getränk geniesst und die Erfahrung direkt oder indirekt mit Freunden teilt.

      Ein weiterer Punkt ist für mich auch heutzutage ein gewisses Geltungsbedürfnis.

      Auf jeden Fall viel Spass mit dem schönen Stoff!

      Der Alex, der Dimmi und ich.
      wie immer lese ich Dich gerne
      gut geschrieben
      in den meisten Punkten ( ?( ) bin ich mit Dir einig


      nur diesen kategorischen Satz

      Ob ein Whisky bei jemandem mit 70 oder 95 Punkten abschneidet, kann mir keinerlei Aufschluss darüber geben, ob und wie er mir munden wird.


      sehe ich anders
      da gibt es schon einige die nach meiner Erfahrung wegweisend sind oder ziemlich genau meinen Geschmack treffen

      und was wäre die Whiskyszene ohne Bewertungen
      wir müssten alle notes lesen um uns einen Eindruck zu verschaffen
      mitunter wäre das bei sehr vielen notes etwas langwierig......

      ktitisch ist die Base Durchschnitt doch nur wenn wenige bewerten
      dass Bewertungen von Händlern und "bezahlten Vorkostern" mit Abstand zu betrachten sind ist uns auch allen klar
      Moin Seb,
      sehr treffend geschrieben, man kann sich leider nicht ganz von den Bewertungen losmachen, da sie überall zu finden sind.
      Man sollte offen und unvoreingenommen jedem Dram begegnen und sich sein eigenes Urteil bilden.

      Einen schönen Sonntag allen.
      »Wenn wo was aufgeht, muss Hefe drin sein.« (Ned Rise, aus Wassermusik, T. C. Boyle)
      Mit Deinen Gedanken hast Du sicher mehr als 90 Punkte verdient!
      Aber natürlich sind auch für mich Punkte ein wichtiges Beurteilungskriterium.
      Nicht jeden Whisky, der mich interessiert, kann ich vor dem Kauf (z. B. als Sample) probieren und muss daher notgedrungen selektieren.
      Neben den Punkten sind für mich da auch die Bewertungen einiger / mehrerer Mitglieder
      dieses Forums von Bedeutung.
      Insofern räume ich ein, dass ich mich bei einigen Käufen zu einem nennenswerten Prozentsatz auch von Punkten und Bewertungen beeinflussen lasse.
      Damit bin ich jedoch bis jetzt recht gut gefahren und es ändert ja nichts daran, dass ich grundsätzlich meine eigene Meinung und meinen Geschmack nicht ausschalte.

      Jeder Jeck ist anders sagt man da in Kölle ...
      That`s not Lagavulin:
      vimeo.com/113680024
      ... das gebräuchlichste Bewertungssystem in Form einer 100-Punkte-Skala halte ich für gänzlich ungeeignet, um ein Urteil über einen Whisky abgeben zu können.

      Danke - genau meine Meinung.
      Probiert also unvoreingenommen und lasst Euch von hochtrabenden Bewertungen nicht nervös machen und zu Impulskäufen verleiten. Auch wenn das sehr, sehr schwer ist...

      Der Weg ist das Ziel - nie die Bewertung.
      Wenn ich eine Bewertung als Hilfestellung nehmen möchte, weil der Tropfen des Interesses in der Hose juckt, dann helfen mir nur Aussagen, Notes und Bewertungen von Leuten, bei denen ich seit gefühlt mehr als 50 Erfahrungaustauschen sagen kann, das unsere Geschmäcker sehr sehr ähnlich sind. Dabei ist mir eigentlich total egal ob die mir das am Telefon sagen, bei Facebook posten, in ihrem Blog schreiben, auf dem Klo pupsen, in Rauchzeichen zumailen oder der Base verbreiten.

      Die Skala an sich läßt mich aber oft Kopf schüttelnd zurück.
      Bei Berücksichtigung
      (Wertungsstreuung) der stark einflußnehmenden Kriterien, wie von Seb genannt und Weiteren wie Tagesform, Glas oder die heutigen Vorläufer im Glas, sind 100 Wertungspunkte, in meinen Augen totaler Quatsch.
      Diese scheinbare Genauigkeit dann noch auf die Spitze zu treiben und in der Base, zwei Stellen hinter dem Komma anzugeben ist nur lächerlich.
      Aber jeder Händler kann euch Geschichten darüber erzählen was der Unterschied zwischen 89,95 und 90,12 ist.

      Danke Seb für die Lektüre.
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!
      ich stimme auch mit Deinen Inhalt überein. Das wichtigste Kriterium, dass ich in meiner mittlerweile über 20-jährigen Whiskyleidenschaft kennengelernt habe ist: Geschmack und Bewertungen sind niemals neutral sondern immer subjektiv. Es kann auch nicht anders sein, da jeder Mensch Gerüche, Geschmack, ja sogar das Aussehen anders wahrnimmt, das gilt erst recht für ein so aromen-komplexes Getränk wie Whisky.
      Der zweite, sehr wesentliche Punkt, den Du beschreibst ist ebenfalls wichtig: der eigene Geschmack verändert sich im Laufe der Jahre. Nicht nur, dass man mit den Jahren aufgrund gestiegener Erfahrungswerte anders (manchmal „gelassener“ & weniger euphorisch) bewertet, nein auch der persönliche Geschmack verändert sich. Bei mir konnte es früher nicht torfig genug sein. Seit Jahren „versauern“ mittlerweile meine torfigen Buddeln zuhause. Ich kann mit Torf nix mehr anfangen (sollte ich mal meinen Nickname im Forum ändern? :lachen: )
      Dennoch halte ich es für legitim, Bewertungen abzugeben. Ich mache das beispielsweise in der Base, damit ich für mich nach einiger Zeit mal früher getrunkene Whiskies einordnen kann. Auch da erlebe ich nach gewissen Zeiten immer mal wieder Überraschungen mit mir selbst ;)
      Und jetzt zum Abschluss eine provokante These zur Diskussion: ich glaube durchaus bei den Bewertungen in der Base an eine gewisse -nenne wir es mal-Schwarmintelligenz. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten User wahrheitsgeteu bewerten und man die extremen Ausreisser nach oben und nach unten herausrechnet, kommt man schon zu einer einigermassen vernünftigen Bewertung.
      Ob einem das hilft, muss wiederum jeder selbst entscheiden aber es gibt wohlmöglich eine erste Indikation, ob gute Qualität oder das letzte ausgelutschte Fass abgefüllt wurde.
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg
      Hi there,

      für mich hat die Punkterei nix aber auch gar nix mit den zwei wichtigsten whiskies auf der Welt zu tun.
      Denen die mir schmecken und denen die mir nicht schmecken.

      Tasting notes sind Anreize, Momentaufnahmen von meist einem Autor in einem bestimmten Augenblick. Maximal machen sie mich neugierig, aber nur wg. irgenwelchen Punkten kaufe ich doch keinen whisky.
      Oft würde ich dabei viel Geld ausgeben für einen 90 Punkte whisky - der mir aber nix gibt. Und genau so oft würde ich einen guten whisky verpassen, nur weil der einem nicht geschmeckt hat und nur 50 Punkte bekommen hat.

      Wenn ich z. B. Serges System ansehe, komme ich zum Schluß daß 90% der whiskies die er bewertet in seinem Mittelmaß von 80 bis 85 Punkten liegen. Was sagt mir das?
      Serge sieht das übrigen nicht so eng mit der Punkterei und amüsiert sich im Gespräch darüber, was er mit 90 Punkten für einen whisky so alles anrichten kann.

      Ich halte die Punkterei für Unfug, aber wer sie gebrauchen kann soll sie eben verwenden.

      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      Interessanter Blogbeitrag, merci. Zu meinen weiter unten genannten Fragen wollte ich eh schon immer mal einen eigenen Faden eröffnen.
      Ich bin ja erst seit 2013 unter den Whiskytrinkenden. Verstärkt erst seit zwei Jahren (komisch dürfte mit meiner Anmeldung hier zusammen passen ;-) ), aber ich verstehe die Punkterei sowieso nicht.

      4x25 Punkte macht 100. Also ne eins, oder auf die Oberstufe bezogen 15 Punkte (gut, 1+). Ne drei (befriedigend) dürfte daher maximal 50 Punkte bringen. Aber selbst hier im Faden fangen die Befriedigenden Tropfen erst bei 80 Punkten an.... warum dann überhaupt diese Skala?
      Zweiter und mir noch wichtigerer Punkt, die Vergleichbarkeit. Warum sollte ich x hundert Euro für 90 Punkte bezahlen, wenn ich auch schon 50€ teure Pullen mit 90 Punkten bekomme? Was machen diese Punkte da für einen Sinn?

      ted.striker schrieb:

      In einem Wort: Komplexitätsreduktion. Nur eine schlichte Zahl statt schwieriger Details.

      Und das wird Whisky nicht gerecht.

      Dein Artikel ist - wie die meisten - toll. Aber in dieser Sache muss ich - leicht - widersprechen. Es gibt eine Komplexitätsreduktion, die für mich absolut Sinn ergibt und die ich auf Nachfrage auch jedem gerne mitteile:

      1 - Den trinke ich nicht, wenn er mir angeboten wird und den werde ich mir auch nie kaufen
      2 - Den trinke ich nur, wenn es nichts anderes gibt und es ist unwahrscheinlich, dass ich mir den kaufe
      3 - Den trinke ich ganz gerne und gelegentlich kaufe ich mir den auch
      4 - Der ist klasse und den kaufe ich auf jeden Fall, wenn ich ihn zu einem vernünftigen Preis bekomme
      5 - Der ist mega und der Preis ist mir (fast) egal. Den kaufe ich!!!

      ...immer mit dem Zusatz, dass es um meine persönliche Bewertung geht. Ob ein 4er Whisky nun in meiner persönlichen Bewertung eine 86 oder 89 erhält, ist dabei völlig irrelevant.
      Viele Grüße
      Harry
      Spannender Beitrag, Sebastian, wirklich spannend. Es hat bei FTs oder möglichen Verkäufen tatsächlich großen Einfluss, ob die Abfüllung bei Whiskybase bei 84, 89 oder gar 92 Punkten steht oder Serge bzw. Ruben ihn mit x oder y Punkten bewertet haben. Das ist bemerkenswert, zeigt aber, dass Menschen nach Anhaltspunkten, Halt, Leitplanken usw. suchen, um sich sicher zu sein, dass Sie das Richtige tun. Daher auch der sehr wichtige Bereich des "After Sales" bei vielen Produkten wie teuren Autos.

      Man will bestärkt sein, dass Richtige zu tun oder getan zu haben. Neben den finanziellen Themen die Du angesprochen hattest gibt es also auch psychologische, weswegen Punkte also auf Nachfrage stoßen. Letztlich sollte man bei vielen Tastings einfach mal "blind" genießen und dann sein Urteil fällen. Wir machen das bei den Churpfälzer Maltfreunden zuweilen - mit hochspannenden Ergebnissen. Auch Gerard macht ab und an den "Raritätenblindflug" über Schottland. Auch hier super-interessant was raus kommt...
      -> Ich bin immer auf der Suche nach Abfüllungen bzw. Sampels aus meinem Geburtsjahr 1976 und darüber hinaus nach alten Islays & Broras aus den 1960/70ern. Schreibt mir gern!

      Mitglied & Schriftführer der Churpfälzer Maltfreunde / Schottland- & Single Malt-Liebhaber (Ardbeg-, Bowmore, Brora und Port Ellen).

      ted.striker schrieb:

      Codenascher schrieb:

      Was machen diese Punkte da für einen Sinn?

      In einem Wort: Komplexitätsreduktion. Nur eine schlichte Zahl statt schwieriger Details.

      Und das wird Whisky nicht gerecht.
      Seb


      Ist das beim Wein nicht genauso. Serge ist auch nichts anderes, als ein "Whisky-Parker". Man muss schon desöfteren seinen eigenen Geschmack an dem von Serge "gerieben" haben, um zu bewerten, ob dessen Bewertung für einen selbst einigermaßen kompatibel ist. Es kann sich ja auch herauskristallisieren, dass eine Geschmacksnuance, wo Serge immer höchst allergisch und mit massig Punktabzug drauf reagiert einem selbst die größten Gaumenfreuden bereitet.
      Ich kenne eine hoch geschätzte Dame (und viele hier wahrscheinlich auch) die regelmäßig "bääh" ruft, wenn sie "roten Radiergummi" im Whisky aus dem Sherryfass erkennt. Ich melde mich dann immer als freudiger Abnehmer an, komme aber meist nicht an der besseren Hälfte vorbei :-)
      @HarryB: deine fünf Kategorien mag ich, als Hinweis. „89“ schickt sich aber leider an so viel mehr auszusagen als „Den sollest du mal ins Glas nehmen – mein Tipp!“ – weshalb ich die fünf Kategorien nicht in die 100-pt-Skala übersetzen würde.

      @chico: na klar, gilt für Wein, Bier usw. ebenfalls.

      Dank für die Kommentare – tolles Feedback :)
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog
      Moin ...

      Nun ja: In einer Welt, die immer komplexer wird, in der Infos im Millisec. Takt einprasseln, "braucht" Mann (vielleicht auch Frau?) wohl Leuchtbarken, die das navigieren erleichtern?

      Wieder mal ein guter Report, Sebastian.
      Dummerweise - es soll Leute geben, die dem Himmel preisen, dass es so ist - fehlt mir ma wieder die Zeit, um näher drauf einzugehen ... ;)


      Na denn ma: Gute Nacht,
      Det
      They won't appreciate your long experience. They'll only notice when we've gone.

      Megadet schrieb:

      Nun ja: In einer Welt, die immer komplexer wird, in der Infos im Millisec. Takt einprasseln, "braucht" Mann (vielleicht auch Frau?) wohl Leuchtbarken, die das navigieren erleichtern?

      Sozusagen Führer. Oder Deutsche Alternativen. Die einem das Denken abnehmen. Vorgröhler bei denen man nur noch hinterhergröhlen muss. Och nö Det. Davon gibt es eh schon zu viele. Wie wäre es den mal, wenn man in seinem eigenen Kopf mal Leuchtbarken erstrahlen läßt.
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!