Das Dilemma um die ‚strategische Trinkreserve‘

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      Das Dilemma um die ‚strategische Trinkreserve‘



      Das Dilemma um die ‚strategische Trinkreserve‘

      Vom Direktverzehr zum Vorrat, vom Vorrat zur Sammlung. Und wann wird geöffnet?


      Moin Ihr,
      es gibt einen vielleicht natürlichen Zyklus, dem viele Whisky-Genießer unwillkürlich folgen, wenn sich ihre Leidenschaft ausprägt – und der oft in einem Dilemma endet.

      Denke ich an den Beginn meiner Whisky-Begeisterung zurück, so habe ich von Anfang an neue Malts größtenteils durch Samples probiert, anstatt blindlings ganze Flaschen zu kaufen. Die ersten mich überzeugenden Whiskies kaufte ich schnell in Form ganzer Flaschen nach und öffnete diese zum ausgiebigen Genuss. Je ein Bowmore 12, Bowmore Darkest, Ardbeg Ten, Ardbeg Uigeadail, Bowmore Mariner und Ileach CS bsp. waren meine allerersten gekauften Whiskyflaschen, die ich mit Begeisterung leerte.

      Da das „Tagesgeschäft“ mit dem Probieren von Samples, um möglichst viel erkunden zu können mich jedoch sehr schnell stärker einnahm (vulgo ich schnell an viel mehr Flaschenteilungen teilnahm und auch begann, eigene Teilungen durchzuführen), beschränkte ich mich in der Folgezeit darauf, meist nur noch eine oder zwei Großflaschen geöffnet zu haben und ansonsten sprichwörtlich von Samples zu leben.
      Weiterhin galt jedoch: was aus Samples probiert wirklich überzeugte (und bezahlbar war), wurde als Großflasche angeschafft, landete als ‚kleiner Vorrat‘ jedoch ‚erstmal‘ im Schrank.

      Tja, und dieser Zustand hat sich über die letzten fast neun Jahre eigentlich bis heute gehalten. Bis auf den Umstand, dass ich mich an die letzte geöffnete Flasche Whisky, die ich nicht einer Flaschenteilung zugeführt, sondern komplett allein oder mit Freunden geleert habe, schon nicht mehr erinnern kann. Das muss Jahre her sein.

      Interessante Samples finden Ihren Weg zu mir und wollen probiert werden – aus dem Nähkästchen geplaudert sind es beim Schreiben dieser Zeilen genau 0,177009 STE (oder 174 Samples), die noch unangetastet auf mich warten. Flattern heute neue Samples rein, komme ich in frühestens einem Jahr dazu, diese zu öffnen, soweit reicht der Samplestau zurück. Da bleibt kein Raum mehr für das Leeren ganzer Flaschen.

      Und was passiert mit all den Flaschen, die ich auf Basis überzeugender Samples gekauft habe? Sagen wir mal, aus dem ‚kleinen Vorrat‘ ist über die Jahre das geworden, was man nonchalant als ‚strategische Trinkreserve‘ bezeichnen könnte. Sprich so anderthalb bis zwei Dekaden könnte ich problemlos ohne Neukäufe durchgehend davon genießen.

      Wo liegt nun das Problem?

      Einerseits hält mich der Samplestau davon ab, große Flaschen zu öffnen. Andererseits ist er mir auch ein sehr gelegener Vorwand, um nicht über das Öffnen von Flaschen nachdenken zu müssen – denn für mich erhebt sich bei vielen Flaschen die Frage, welches denn wohl der ‚richtige‘ Zeitpunkt zum Öffnen wäre.

      Der Knackpunkt im Kern:

      Bekäme ich morgen die Diagnose einer binnen Monaten tödlichen Krankheit gestellt, wäre ich geliefert. Einerseits des Ablebens und dessen Implikationen wegen, ebenso jedoch, weil ich nicht mal einen Bruchteil der leckeren, gehorteten Whiskies mehr würde genießen können.
      Das Gegenszenario: würde ich einhundert Jahre alt werden, aber morgen ein paar meiner Schätze köpfen, wären diese unwiederbringlich verloren – ebenfalls kein erbaulicher Gedanke für mich.

      Bei Samples sehe ich dieses Dilemma übrigens nicht: Samples nutze ich schlicht zum Probieren neuer Whiskies – und ich bin neugierig auf neue Geschmackserlebnisse. Es kann sich also hier keine Verlustangst bilden, da in Sampleform nur Unprobiertes auf mich wartet.

      Die ansonsten vielleicht noch naheliegende Idee, Flaschen zu öffnen und sich am Ende deren Genusses noch ein Sample daraus abzufüllen, um dieses wegzustellen, bietet sich in meinen Augen auch nicht an. Aus den bisher fröhlich lockenden Sampleflaschen würde instantan eine mahnende Grabsteinreihe für verlorene Flaschen werden, die den eigentlichen Verlust nicht im Ansatz kompensieren könnten … au weia, nein danke.


      Zum Be­frie­di­gen des Entdeckerdrangs nach neuen Whiskies ideal – als Mahnmale dahingeschiedener Flaschen für meinen Geschmack zu traurig verwendet: Samples

      Wozu ist der Whisky da?

      Einer der vielen rotierenden Whiskysprüche lautet
      • A closed bottle of Whisky is like an absent friend.
      Dem stimme ich voll und ganz zu: eine Flasche Whisky erfüllt ihre Bestimmung erst in dem Moment, wo sie genossen wird. Bis dahin liegt ihr Wert nur in der Vorfreude auf den Genuss – Selbstkasteiung also.

      Was den Trinkvorrat an Großflaschen angeht, laufe ich nicht wie mancher täglich daran vorbei und erfreue mich am Anblick der Flaschen, Derartiges geht mir ab. Ganz im Gegenteil – mein Whisky ist extern gelagert, das meiste habe ich schon Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen.

      Auch habe ich keine meiner Whiskyflaschen mit dem Blick auf etwaige Wertsteigerungen gekauft. Eine Flasche zu öffnen, die bei jetzigem Verkauf xyz% an Rendite seit dem ursprünglichen Kauf erbringen würde, könnte mich keine Sekunde vom Öffnen abhalten oder gar tatsächlich zum Verkauf bewegen.

      Der Punkt ist schlicht: was ich heute öffne und genieße, ist morgen nur noch Erinnerung.

      Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine von nur 47 Flaschen eines wunderbaren 1972er Tomintouls zu öffnen, an dessen Erwerb ich zudem so gern zurückdenke, da dieser das erste Kennenlernen mit Martin Diekmann von Maltbarn markierte?



      Wie sieht es mit der einen, letzten Flasche Bowmore Mariner aus, die hier noch steht?



      Der ist zwar ‚nur‘ ein simpler Standard, jedoch einer der allerersten Whiskies, der mich nachhaltig begeistert hat. Der zudem seit Jahren nicht mehr abgefüllt wird. Und der mit seiner schrägen Geschichte, Bowmore-seitig mit einer ähnlichen ausgeprägten Abfüllung dem erfolgreichen Lagavulin 16 Konkurrenz machen zu wollen, eine drollige Geschichte hat.

      Das also ist mein Whisky-Dilemma
      • Whisky ist (die Vorfreunde ausgenommen)
        nur dann von Wert,
        wenn er genossen wird.

        Wird er genossen,
        ist sein Wert (abgesehen von Erinnerungen an den Genuss)
        dahin.

        – Seb

      Teilt Ihr mein Dilemma? Wie geht Ihr damit um?
      • Stapeln sich bei Euch ebenfalls die Sampleberge, sodass an das Leeren ganzer Flaschen sowieso kaum zu denken ist und Ihr Euch der Frage (momentan) ebenfalls nicht stellen müsst?
      • Zögert Ihr, eine besondere Flasche zu öffnen, die nicht mehr nachkaufbar ist (ggf. in Whisky-Auktionen zu meist horrenden Preisen einmal ausgenommen)?
      • Oder seid Ihr derart im Zen ausgeglichen, alsdass Vorfreude, Genuss und Erinnerung für Euch allesamt gleichen Wert haben, Ihr also stets entspannt und ohne Verlustängste Eure Whiskies entkorkt?

      Ich bin sehr gespannt, ob das Thema Euch auch beschäftigt und wie Ihr damit umgeht.

      Einen schönen Sonntag Euch,
      Seb


      Verweis:
      Der Autor dieser Zeilen schmiert gern mal unrecherchierte Halbwahrheiten und lose Versatzstücke zum Thema Whisky zusammen. Das findet sich hier.
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog
      Wie immer, toll, danke!!!

      Da die Reduzierung eines zitierten Texts auf dem Handy nicht wirklich gut funktioniert, hier der Satz, auf den ich mich erst mal beziehen möchte:

      "Der Punkt ist schlicht: was ich heute öffne und genieße, ist morgen nur noch Erinnerung."

      Mir geht es genauso, nur genau umgekehrt hinsichtlich der Flaschengröße. Ich habe keine Probleme damit eine große aufzumachen, aber mir fällt es schwer ein Sample anzubrechen.

      Aber der Grund ist derselbe. Wenn ich ein Sample geleert habe, gibt es den Whisky meistens nie mehr wieder. Bei der großen Flasche ist das anders. Solange ich sie habe, kann ich immer wieder nachnehmen. Und wenn sie dann zu Ende geht, hatte ich mehrfach die Gelegenheit, den Whisky zu genießen.

      Das bleibt mir dann gut in Erinnerung und ist dann auch vollkommen in Ordnung.
      The answer is 42!
      Ich gebe mittlerweile viele angebrochene Samples im Freundeskreis weiter, da es sonst einfach zu viel wird. Nur was 100% meinem Geschmack entspricht, bleibt hier. Leider (oder zum Glück?) ist es doch oft so das vieles einen nicht mehr so umhaut wie am Anfang der Whiskykarierre. Flaschen reiße ich am liebsten mit Freunden auf, da es immer etwas besonderes ist. Ich versuche aber immer erst was leer zu machen bevor ich eine neue Flasche öffne. Mehr als ca. 10 offene Flaschen möchte ich auch einfach nicht hier stehen haben weil es sonst Jahre dauern würde bis sie leer sind. ( Was sowieso meistens der Fall ist.) Die "strategische Trinkreserve" ist auch bei mir ausgelagert und wird nur von Zeit zu Zeit auf Füllstand und Zustand kontrolliert. Da sind genau wie bei dir viele Schätze dabei, mit denen ich besondere Momente verbinde oder auf die ich mich schon freue, wenn ich sie irgendwann öffne. Insofern denke ich nicht das Whisky nur in dem Moment Wert hat, wenn er getrunken wird. Auch die Vorfreude darauf etwas feines mit Freunden zu teilen, kann etwas sehr wertvolles sein.

      Wie immer vielen Dank für deinen Beitrag!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „chrizthewiz“ ()

      Hallo Seb,

      Mal wieder ein fantastischer Artikel, danke dafür!

      Das mit dem Zwiespalt, wenn man eine Flasche öffnet und dann austrinkt und sie damit "weg" ist, kenne ich wohl.
      Zwei "Lösungsstrategien" habe ich entwickelt : Möglichst gleich 2 Flaschen des begehrten Destillats besitzen, dann tuts nicht so weh:-)
      Zum anderen bewusst Anlässe nutzen oder schaffen, die besonderen Tropfen mit besonderen Menschen zu genießen. Das macht froh und bei ausreichend gefülltem Depot kann man das regelmäßig "verantworten". Die daraus entstehenden Erinnerungen wiegen den "Verlust" mehr als auf!
      Samples nutze ich nur, um mir einen Überblick zu verschaffen, da sehe ich für mich keine Problematiken.
      Grundsätzlich gehe ich mal optimistisch davon aus gute 80 Jahre zu werden, daher muss das Ziel sein, im hohen Alter unbedingt genügend guten Whisky zu haben (man hat ja mehr Freizeit;-)). Der Weg dahin muss aber ebenso unbedingt verheißungsvoll gestaltet werden. Und ja, manchmal heb ich ein Sample eines Super-Tropfens auf, um den Moment irgendwann noch einmal zu zelebrieren.

      Beste Grüße
      LM
      Bier. Macht aus armen Sündern fröhliche Seelen!

      Mein Lieblingstier: Der Zapfhahn..
      Ich habe kein Dilemma.
      Ganz ehrlich - was bin ich froh, das ich einfach anfangen kann zu stöbern und zusammenzusuchen, was ich als nächstes mit Freunden aufmachen kann.
      Es ist ein wahres Glücksgefühl durch die Regale zu streifen und vorne und hinten nach vergessenen Flaschen und dafür zurückgestellten Bottles zu suchen um Flaschen aufzuziehen.
      Ja, ich mache auch fast nur noch Flaschen auf um sie mit Anderen zu genießen. Es gibt so viele schöne Anlässe nen Korken zu ziehen. Dabei bleibt immer was übrig und daran arbeite ich mich manchmal auch ein Jahr ab. Aber ich habe noch nie ein Dilemma gehabt sie zu ziehen.
      Dafür habe ich sie angeschaft. Dafür stehen sie da.
      Ich kann nur Eindrücke und Erinnerungen an glückliche Augenblicke mitnehmen in meine Zukunft.
      In der Gruft werde ich von keiner Pulle mehr was haben.
      Denkt an Julia Engelmann und zieht das Zeug auf...

      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!
      Bei mir hat sich genau diese Situation in den letzten Monaten auch immer prekärer gestaltet. Wer ist schuld? Das liebe Geld. Wenn es mal lockerer sitzt, kaufe ich mehr Großflaschen und auch mehr Samples. Ich habe so viele tolle Samples im Schrank stehen, dass ich gar nicht mehr weiß, wann ich die alle probieren, beschreiben und bewerten soll (Denn das tue ich bisher immer noch mit all meinen Whiskies). Irgendwann muss man einfach selber sagen: "Es ist Schluss für's erste!" und sich um den Samplestau kümmern. Mehr kann man einfach nicht tun. Es soll Spass bleiben und einen nicht stressen. Wenn man Stress bekommt, sofern man nur in den Schrank schaut, ja dann läuft etwas falsch.
      Sehr spannendes Thema...
      Bei mir ist es zwar noch nicht zu dramatisch, dass sich Samples stapeln, aber grundsätzlich plagen wir uns doch alle mit diesem Dilema herum. Wo ist definieren wir den Schritt zwischen Sampling, Kauf zum Verzehr und Kauf zum Sammeln. Ich hab dies für mich noch nicht wirklich trennschaft definieren können - dafür bin ich wohl (leider) viel zu neugierig...
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      "It is true that whisky improves with age. The older I get, the more I like it" - Ronnie Corbett
      Da bin ich aber so was von voll und ganz bei Markus. Flaschen sind zum Öffnen da. Da gibt's auch keine Probleme welche Pulle was gekostet hat.
      Wenn Sample dann generell 10cl. Dann haben auch die Freunde was und die Dinger werden nicht alt.
      Da ist auch alles Griff bereit und nicht in irgendwelchen Behältern oder Kartons in abgedunkelten klimatisierten Kellern versteckt. In meinem Freundeskreis kenne ich auch niemanden der es anders handhabt. Das beste ist die Befürchtung das man zu Lebzeiten seine gebunkerten Pullen nicht mehr selber trinken kann oder der Onkel Doktor einen Riegel vor schiebt. Darüber würde ich mir Gedanken machen!
      Entspannte, und ganz entspannte Grüße aus Limburg.
      Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert
      Schönes Thema, Sebastian!
      -Das mich dazu animiert, hier erstmals einen Beitrag zu schreiben. - Bin ansonsten nur "stiller" Leser/Geniesser des Forums :-)

      In 20 Jahren Whisky-Leidenschaft habe ich verschiedene Phasen durchlaufen:
      In den ersten Jahren war es noch ein komplett analoges, individuelles Vergnügen: In meinem Freundeskreis gab es nur 1-2 Leute, die mit dem Thema etwas anfangen konnten. So habe ich mir in den ersten 5-8 Jahren aus Neugier immer wieder Flaschen gekauft, um diese zu probieren und zu vergleichen. Da kamen dann 50-60 offene Pullen zusammen, ein echter Flaschenstau! ;-)
      - Als diese Sammlung zu viel Platz beanspruchte und meine bessere Hälfte zunehmend -nachvollziehbar- die Nase rümpfte, begann die...
      Zweite Phase:
      Verkauf offener Flaschen über ebay, was damals gerade aufkam und über mehrere Jahre sehr gut funktionierte. (auch kaufen konnte man damals ja zu teilweise Spottpreisen wahre "Perlen"!)
      Die "älteren" Semester werden sich erinnern: das war noch zu Zeiten, als -heute legendäre- Abfüllungen zu vergleichsweise günstigen Preisen, teils noch Offline, zu bekommen waren. So fanden dann auch einige meiner offenen Pullen einen neuen Besitzer, die ich aus heutiger Sicht NIEMALS nochmal abgeben würde: alte Signatory Cask Strength, Rare Malts, einen OMC Brora 1971/2000, etc... - Tja, was soll ich sagen: DAMALS fand ich die Sachen gut, aber nicht überragend! Und es war die Zeit, als gewisse, heute einflußreiche, Blogger in den sozialen Medien noch nicht angesagt waren bzw. noch keinen Einfluß auf die Bewertungen der "Whisky-Community" nahmen, wie es heute zunehmend der Fall ist...
      Phase 3...
      ...begann dann für mich mit der Allgegenwärtigkeit des Internets, der Foren/Communities - wie diesem hier - und natürlich Google - die (vermeintlich) unbegrenzte Transparenz der Whiskywelt...
      Seitdem stauen sich auch bei mir Samples, nebenbei werden aber auch Großflaschen gekauft und gelegentlich geöffnet und im Freundeskreis geteilt (der durch dieses Forum hier erfreulicherweise gewachsen ist...).
      Wie gehe ich mit offenen Großflaschen um? - Schon immer habe ich konsequent in kleinere Gebinde umgefüllt, um die Oxidation zu begrenzen. Ein alter Talisker, Brora oder Lagavulin steht dann halt in einer 35 oder 20cl Flasche... Habe so teilweise Flaschen seit mehr als 10 Jahren offen, ohne, dass der Geschmack gekippt wäre.- Eine Veränderung durch "Flaschenreifung" lässt sich nicht vermeiden und finde ich i. d. R. auch unproblematisch - denn unser Geschmack und dieTagesform ist bei JEDEM Tasting unterschiedlich - das macht für mich einen Teil des Reizes aus!
      Phase 4:
      Mit Anfang 50 bin ich jetzt in der Phase, in der mir die Endlichkeit des eigenen Lebens viel bewusster ist. Mit 30 fühlt man sich ja noch unsterblich (gut so!). Ergo habe ich vor 2 Jahren, eher aus der Laune heraus, entschieden, einmal jährlich, um die Weihnachtszeit herum, eine besondere Flasche zu öffnen. - Und das kann dann halt auch mal ein Tropfen sein, der heute allgemein als "Rarität" oder "Investmentwhisky" angesehen wird.
      - Mir macht das Freude und natürlich wird das auch bei Gelegenheit mit den Freunden geteilt/zelebriert.

      Hoffe, ich habe euch mit dieser langen Ausführung nicht gelangweilt. Was mir selbst beim Schreiben der Zeilen bewusst wird: dass diese sich permanent verändernden (Lebens-) Phasen doch gerade den Reiz unseres (objektiv betrachtet völlig unvernünftigen, weil potenziell toxischen) Hobbies ausmacht. :-)
      Grüße aus Kaiserwerth
      Torsten
      Hi there,

      von samples bin ich völlig verschont.
      Allerdings ist ob der Preise auch die Zeit vorbei, da man sich eine 0,7 ltr Flasche eines neuen whiskies nur gekauft hat um zu probieren.
      Als das noch so war, war das Risiko eines Totalverlustes - also Geld weg und der whisky taugt nicht - nicht so hoch wie heute in dem Fall wo es dann meist heißen muß viel Geld ausgegeben und der whisky taugt nicht.
      Ansonsten gilt: Ich bin gar kein Sammler... ich komme nur mit dem Trinken nicht nach!

      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      Ach ja die Samples u der damit verbunden Stau... und das in Konkurrenz zu den Großflaschen?

      Ich fine es ist eher eine Kooperation, als eine sich ausschließende Konkurrenz. Ich trinke Whisky nur noch mit Freunden, kaum mehr alleine... Und da ist´s egal, ob im Samplestau oder im Wohnzimmerregal (ja da steht er - der Whisky!) gestöbert wird. Bis jetzt haben wir immer noch was gutes gefunden, was man öffnen konnte oder ein Sample was man leertrinken konnte.
      Wie sagte schon einer der alten Dachse auf einer meiner ersten Limburg besuche: Was gibt es schöneres als mit Freunden einen Whisky zu teilen und zu trinken.

      so long
      Max
      Wenn nichts mehr hilft..... hilft Whisky!

      Iain Henderson: "If you can’t buy your malt, life isn’t worth living!"
      Eine schöne Antwort, Markus, gefällt mir.

      Ich habe das Glück, dass mich Samples eigentlich nicht interessieren. Es gab mal eine Zeit, da wurde das Samplen dazu benutzt, dass entfernte Whiskyfreunde gemeinsam eine Flasche probierten. Aber heute scheint der schlaue Whiskyjäger im Sample auch eher das "Sammeln" zu finden. Whisky in diesen kleinen homöopathischen Mengen von 2cl - 5cl zuhause zu lagern, finde ich aber extrem unschön. Außerdem muss auch nicht mehr alle 30 Linkwood oder Ledaig - Abfüllungen, die so im Jahr herauskommen probieren. Irgendwie habe ich mein Whiskyleben so eingerichtet, dass ich die Abfüllungen, die mich interessieren, probieren kann. Da konzentriere ich mich auf Fachhandel, eine begrenzte Zahl an Abfüllern, Messen, Vororttermine in Schottland und Freunde in Deutschland. Fertig.

      Großflaschen kaufe ich - von außen betrachtet -im Überfluss. Und die werden dann geöffnet, wenn sie fällig sind. Da kenne ich dann erstmal keine Verwandten. Natürlich ist bei bestimmten Flaschen ein Anlass wichtig. Lochsides z.B. werden seltener geöffnet als Springbanks.

      Für mich verliert aber auch eine Flasche nicht ihren emotionalen Wert, wenn sie offen ist. Ganz im Gegenteil. Sie gewinnen offen, so bekommen die Emotionen nicht nur ein Bild oder eine Erinnerung, sie bekommt einen Geschmack, einen Geruch, einen Genuss. Das ist großartig und viel besser als das reine Betrachten eines mehr oder weniger merkwürdigen Labels oder der "himmliche" Freude an der vermeidlichen Preissteigerung der Flasche bei ebay oder Kröger.
      Immer schön Dram bleiben

      Vieles ist in dem Text sicher richtig, allerdings würde ich eine geöffnete und z. B. mit Freunden getrunkene Flasche nicht als "verloren" ansehen, wenn sie dann leer ist.
      Die Erinnerung an das Genießen, darüber diskutieren, fachsimpeln usw. wiegt schwerer, als der Anblick der geschlossenen Flasche.

      Viele Grüße,
      bahaa
      Tach zusammen,

      mir kommt da gerade so ein morgendlicher Vorschlag.
      Wäre es denn nicht schön, wenn so ein fröhlicher Artikel, der hier als "Cutty News" erscheint, dann auch ein bis zwei Wochen an dieser Stelle exklusiv zu lesen wäre, bevor er im Blog oder bei den Cask Strength Kollegen abrufbar ist?
      Das würde aus meiner Sicht die Bezeichnung "Cutty News" rechtfertigen, das Forum hätte ein regelmäßiges Alleinstellungsmerkmal, was ich persönlich erstrebenswert finde, und Seb hätte dennoch seine beabsichtigte Reichweite.

      Wäre das jetzt schlau oder unnötig?

      Schöne Grüße

      Mark Renton

      Mark Renton schrieb:


      Wäre es denn nicht schön, wenn so ein fröhlicher Artikel, der hier als "Cutty News" erscheint, dann auch ein bis zwei Wochen an dieser Stelle exklusiv zu lesen wäre, bevor er im Blog oder bei den Cask Strength Kollegen abrufbar ist?
      Das würde aus meiner Sicht die Bezeichnung "Cutty News" rechtfertigen, das Forum hätte ein regelmäßiges Alleinstellungsmerkmal, was ich persönlich erstrebenswert finde, und Seb hätte dennoch seine beabsichtigte Reichweite.
      Mark Renton

      Was denn, sowas geht? Mir kann es ja egal sein, aber ein Redakteur des Cutty's, der "Cutty News" schreibt, sollte das mMn nur für das Cutty's tun. Sonst entsteht doch sehr der Eindruck der Beliebigkeit dahingehend, dass das Cutty's nur eine Plattform von mehreren für die "Verteilung" der Beiträge ist. Wer seine geistigen Ergüsse maximal verbreiten möchte, sollte das mMn über eine eigene Plattform (Website) tun und die Beiträge dann "im eigenen Namen" in den diversen Foren verlinken.
      Meine Meinung.
      Gruß
      Thomas

      Being kind to the cruel results in cruelty to the kind.

      Mark Renton schrieb:

      [...] Wäre es denn nicht schön, wenn so ein fröhlicher Artikel, der hier als "Cutty News" erscheint, dann auch ein bis zwei Wochen an dieser Stelle exklusiv zu lesen wäre, bevor er im Blog oder bei den Cask Strength Kollegen abrufbar ist? Das würde aus meiner Sicht die Bezeichnung "Cutty News" rechtfertigen, das Forum hätte ein regelmäßiges Alleinstellungsmerkmal [...]

      Moin auch,
      die Diskussion überlasse ich gern dem Rund – ich drängele mich nicht auf’s Podest mit meinen Texten, sondern bin auf Nachfrage für die CN aktiv geworden und freue mich darüber.

      Mark Renton schrieb:

      [...] Seb hätte dennoch seine beabsichtigte Reichweite. [...]

      Immer wenn ich sowas lese, fühle ich mich genötigt, das einzuordnen: Reichweite ist mir prinzipiell hundsegal. Keine Werbung, keine Affiliate-Links, keine Partnerschaften, keine Sponsorings. Nicht hier, nicht im Blog. Daher also Wumpe, ob ich mir einen Gedanken aus dem Kopf schreibe und er auf 10 oder 10.000 Leser stößt. Auch was mein Ego angeht, bin ich bisweilen schon zu gut damit ausgestattet, da braucht es keine Streichelei durch hohe Leserzahlen. Das Einzige, was für eine große Reichweite spricht, ist dass so mehr Interaktion stattfinden. Teilweise finde ich mehr als interessant, was ich mit meinem Geschreibsel so auslöse und was bei den anschließenden Diskussionen in den Foren rauskommt. DAS macht mir Laune.

      Tabrulavubeg schrieb:

      Mir kann es ja egal sein, aber ein Redakteur des Cutty's, der "Cutty News" schreibt, sollte das mMn nur für das Cutty's tun. Sonst entsteht doch sehr der Eindruck der Beliebigkeit dahingehend, dass das Cutty's nur eine Plattform von mehreren für die "Verteilung" der Beiträge ist. Wer seine geistigen Ergüsse maximal verbreiten möchte, sollte das mMn über eine eigene Plattform (Website) tun und die Beiträge dann "im eigenen Namen" in den diversen Foren verlinken. Meine Meinung.

      S.o.: das mag wahlweise die Moderatorenschaft oder Volkes Stimme entscheiden. Ich möchte ein Umfeld, in dem meine Texte meine bleiben und ich mich auch was das Einbinden von Fotos und der zugehörigen Rechte angeht, vor niemandem als mir selbst und dem deutschen Recht rechtfertigen muss. Deshalb blogge ich die Texte, anstatt sie an vier Stellen parallel in die Foren zu duplizieren. Bei den Cutty-News-Texten davon abzuweichen und sie hier voll einzustellen, kostet mich da schon ordentlich Überwindung, das sei mal gesagt.

      Die zugehörigen Diskussionen gehören wiederum m.M.n. in die Foren – deshalb gibt’s im Blog auch keine Kommentarfunktion, sondern ich freue mich, mich hier mit Euch austoben zu können.
      Da ich das aus Spaß an der Freude mache und dafür weder Geld noch sonstwas fließt, sehe ich keinen Grund, das Diskussionspotenzial von Beiträgen zu vierteln, indem ich exklusiv hier veröffentliche und meine eigenen Texte nicht ad hoc auch in meinem Blog sowie qua kleinem Verweis in den anderen Foren breittrete.

      Ich verschriftliche gern das Eine oder Andere, um es nicht mit 15 Leuten 15x besprechen zu müssen, sondern das zu bündeln. Und ich freue mich über Diskussionen dazu. That’s it.
      Auf Exclusives, Werbepartnerschaften usw. usf. habe ich keine Böcke.

      Wisst Ihr Bescheid, könnt Ihr urteilen,
      Seb


      :edit: Ich will aber natürlich keine Tür zuhauen: wenn Exklusives für die Cutty News ’gefordert’ wird, sprechen wir gern über einen Preis. Vielleicht wäre Texte verkaufen und als Produkt aus der Hand und dem Haus geben, ja doch eine Idee. Na, wer möchte vortreten zum Bezahlen, wenn er auf der anderen Seite exklusive Ansprüche stellt?
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „ted.striker“ ()

      ted.striker schrieb:

      Ich will aber natürlich keine Tür zuhauen: wenn Exklusives für die Cutty News ’gefordert’ wird, sprechen wir gern über einen Preis. Vielleicht wäre Texte verkaufen und als Produkt aus der Hand und dem Haus geben, ja doch eine Idee. Na, wer möchte vortreten zum Bezahlen, wenn er auf der anderen Seite exklusive Ansprüche stellt?


      Das hätte ich mir an Deiner Stelle verkniffen. Es nennt sich "ehrenamtliche Tätigkeit" (als Cutty Redakteur nämlich) oder eben schlicht "Hobby".

      Ich hatte versucht, Dir mit meinem diplomatischen Ansatz eine Brücke zu bauen. Schade!

      Mark Renton schrieb:

      Das hätte ich mir an Deiner Stelle verkniffen. Es nennt sich "ehrenamtliche Tätigkeit" (als Cutty Redakteur nämlich) oder eben schlicht "Hobby".

      Ich hatte versucht, Dir mit meinem diplomatischen Ansatz eine Brücke zu bauen. Schade!

      Hi,
      das mit dem Ehrenamt/Hobby sehe ich ganz genauso, da sind wir uns einig. Das was ich nicht verstehe (und mit dem Schlusssatz nur deutlich werden lassen wollte) ist, wie daraus Forderungen (hier nach Exklusivität) formuliert werden können.

      :edit: Zusatz: aus Forumssicht finde ich den Wunsch übrigens voll nachvollziehbar – es müssen sich dann nur motivierte Geister finden, die ehrenamtlich schreiben und dazu einem Regelkatalog folgen möchten.
      Nimm meine Position für eine Sekunde ein und du verstehst hoffentlich, warum ich mich angegriffen fühle. Da hauste was kostenlos raus und jemand zupft dir am Bein, dass das doch mal bitte anders geschehen sollte. Say what?

      Wohl an,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog
      Eigentlich erschließt es sich ganz gut aus der Diskussion. Das Wort "Forderung" kommt von Dir. Es ging letztendlich um Mehrwert zum Nutzen des Forums und Selbstverständlichkeiten.

      Letztendlich hast Du ja klar gemacht, was die eigenen Texte für Dich bedeuten. Und bis aufs "angefragt worden sein" auch eine Vorstellung, was Du als "Cutty Redakteur" außerhalb Deines Blogs fürs Forum leisten magst.