Der Hermann der Whiskywelt

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      Der Hermann der Whiskywelt



      Moin Ihr,
      an was denkt Ihr, wenn Ihr ‚Hermann‘ hört? An Euren latent grantigen, 72-jährigen Nachbarn mit NRW-Migrationshintergrund? Oder kommt etwa die Erinnerung an einen obskuren Teigbatzen, der in den 1980ern von Hand zu Hand weitergereicht wurde, in Euch hoch?

      Falls Euch letzterer Hermann ein Begriff ist: um den bzw. viel mehr um dessen Entsprechung in der Welt der Whiskies geht es in meinem heutigen Text. Etwas (hygienisch betrachtet) ggf. leicht Gruseliges und gleichzeitig etwas, dass wie der Hermann aus vielen Quellen genährt wird. Was mag das nur sein?

      Lest selbst:
      Der Hermann der Whiskywelt – regulars


      Einen schönen Sonntag Euch wünscht (mit leichter Gänsehaut ;)) ,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.

      Psyk0man schrieb:

      Hehe.

      Nicht nett 6 Jahre alte Posts zu zitieren ;-)

      andererseits sehe ich das auch minimal anders.

      Beim „blenden“ kann auch aus zwei schlechten Dingen etwas leckeres werden.

      Gruss André

      Ach wo, das Internet vergisst halt nie ;)
      Ist doch alles in Ordnung, ich lasse da jedem sein Plaisierchen – über ein Beispiel für schlecht + schlecht = gut würde ich mich freuen, das würde ich zu gern mal nachstellen.

      Viel Spaß beim Blenden,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.
      Vega etc.

      Ich glaube nicht dass für die leckeren alten blended Malts nur gute Fässer verwendet werden.

      Die Blendindustie lebt doch davon.

      Nimm als Beispiel einen Sherryüberlagerten, schwefligen Malt.
      Den glenrothes Whisky Doris von diesem Jahr und mische ihn 1:3 mit ner langweiligen Signatory Bourbonfass Geschichte und ich wette, das Ergebnis ist besser als jeder einzeln.

      Man gleicht mit überlagernden Dinge schwächere aus.
      Aber überlagert heisst nicht besser.

      Der Balvenie TUN lebt ebenfalls genau für dieses Prinzip.
      Gänsehaut am Sonntagvormittag. Danke, Seb...

      Ja, diesem Artikel kann ich zu nahezu 100% zustimmen. "Spucknapf-Rest", bloß nicht dran denken.

      Aber ich sehe es genau wie Du: Ich würde im Leben keine Living-Bottle haben wollen, aber die kreative Ader derjenigen, die so etwas gerne tun, erkenne ich absolut an. Und: Der Dewar's Signature ist wirklich ein sehr leckerer Blend.

      In der Cognac-Welt, in der das Blending ja Standard ist und Single-Estate- oder gar Single-Cask-Abfüllungen die große Ausnahme sind, wird gerne die Legende des (natürlich nicht namentlich genannten) Maître du Chai erzählt, der seinen illustren Gästen 2 Cognacs aus jew. einem Jahrgang der 1860er Jahre (!!) zur Verkostung anbietet. Zur großen Enttäuschung aller schmecken diese nur mittelmäßig. Als er sie jedoch miteinander vermählt, entsteht daraus ein gar wundervoller Tropfen, der alle begeistert. Soll heißen: Das Endergebnis ist hier größer als die Summe der einzelnen Bestandteile.

      Gruß vom Onkel
      If the ocean was whiskey, and I was a duck,
      I'd dive to the bottom, and never come up.

      Tex Ritter, "Rye whiskey", 1933

      Psyk0man schrieb:

      Der Balvenie TUN lebt ebenfalls genau für dieses Prinzip.

      und auch da gab es gute Batches und weniger gute.

      Vor einigen Monaten durfte ich mal bei einem Kornbrenner (und da gibt es auch richtig feine Sachen - wollte ich erst nicht glauben) einen eigenen Blend aus einer Unzahl an Fässern herstellen. Es war irrsinig komplex und schon nach drei verschiedenen Fassproben, die zusammengeschüttet wurden, ergeben sich völlig andere (und nicht immer bessere) Ergebnisse.
      Ist natürlich alles subjektiv aber ich glaube am Ende ergibt sich bei einer Living Bottle zwangsläufig ein relativ mittelmäßiges Gesamtergebnis. Deshalb bevorzuge ich die Abfüllungen wie sie kommen - egal ob gut oder schlecht.
      just my 2 cent
      leben und leben lassen !

      It`s better to keep your mouth shut and appear stupid than to open it and remove all doubt!
      (Mark Twain)
      Ich habe bisher noch kaum Blends probiert, weiss eigentlich gar nicht wieso. Der Text ist super geschrieben und hier könnte man vielleicht Bilbo etwas modifiziert zitieren
      Ich mag die Hälfte vom Scotch nicht halb so gut wie
      ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte vom Scotch auch nur halb so gern wie er es verdient!
      LG Martin :)

      maaatin schrieb:

      Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich schlechter Whisky (Whisky mit Fehlern: zu schwefelig, zu bitter, zu sauer, zu alkohlisch, ohne Geschmack) nie zu einem guten Blend machen lässt. Jeglicher guter Whisky, den man da dazukippt ist verloren.
      Wenn du nur Brühe nimmst kann es nichts werden :dude:
      Schwefel ist nicht meins. Kann also weg bleiben.
      Mit einer kleinen Menge Bitterkeit (ich meine Nusshaut, Gerbsäure, viel Holz, nicht angebranntes Karamel) kannst du einem Malt der nur süs ist (z.B. pappig süsser PX, Vanillebombe aus dem Bourbonfass) schon mehr Struktur verleihen.
      Mit zu saurem Whisky kannst du einen übersüssen Malt auch verbessern. Die "Fehler" wirken einander entgegen und ergeben einen ausgewogeneren und vielschichtigeren Malt.
      Zu alkoholisches Zeug kannst du auch in Zeug kippen dem es an Pepp fehlt. Oder zu alkoholisch mit ohne Geschmack mischen kann auch funktionnieren da du den Gesamtalkoholgehalt senkst und den Whisky öffnest.
      Klappt längst nicht immer aber mit etwas Erfahrung, Talent und Glück kommt schon mal was besseres raus.
      Mitglied im Team Bergische Jongens - Organisator Whiskycup 2012

      "Wer sich für zu wichtig hält für kleine Aufgaben, ist meistens zu klein für wichtige Aufgaben"
      Jacques Tati
      Als Ostwestfale muss ich zunächst einmal richtig stellen - es gibt nur einen Hermann, und zwar den hier: Hermann der Cherusker - Das Hermannsdenkmal

      Ich möchte weiterhin inständig hoffen, dass niemand "Spuckreste" in seine Living Bottle entleert.
      Geradezu BETEN muss ich entsprechend beim Gedanken an den "Lusttropfen". Vielleicht gibt es dazu im hohen Norden ja ein anderes Verständnis, das ostwestfälische Wikipedia definiert den Begriff so: Präejakulat – Wikipedia :naja:
      Ich weiß nicht, ob das dann noch Scotch Whisky heißen darf...

      Auch ich habe vor einiger Zeit damit angefangen, Flaschenreste von Restflaschen (Poesie pur) in entsprechenden Großgebinden einzufangen. Zumeist sind es jene, die mir "einzeln" nicht so gemundet haben. Nicht selten kommt dabei dann ein durchaus trinkbares Resultat heraus, dass - in Anlehnung an einen Teil meines Namens - Glen Stan getauft wurde.

      Zu anderer Leute "Kreationen" halte ich aber seit jeher Abstand. Und danach wird sich nach dem oben Gelesenen sicher nichts ändern... :no:
      Gruß
      Thomas

      Being kind to the cruel results in cruelty to the kind.
      Ich habe neulich mal ein Blind(!)sample meiner Living Bottle (alle möglichen Samplereste von Laphroaig, Ardbeg, Lagavulin, Bowmore, Ledaig, Glenfarclas, Glenlivet u.a..) an eine "bekannte Whiskypersönlichkeit aus dem süddeutschen Raum" ;) verschickt, mit der Bitte um Feedback. Zurück kam dann: "Was ist das denn geiles? 92 Punkte! Ich tippe auf 70er Bowmore".

      Da kommen übrigens natürlich keine angesabberten Tropfen rein sondern nur beste Reste aus Samples. Wer probieren will, ist herzlich eingeladen mir eine PN zu schreiben. Ein paar CL kann ich zum Selbstkostenpreis gern anbieten :D
      -----> Samples

      chrizthewiz schrieb:

      Ich habe neulich mal ein Blind(!)sample meiner Living Bottle (alle möglichen Samplereste von Laphroaig, Ardbeg, Lagavulin, Bowmore, Ledaig, Glenfarclas, Glenlivet u.a..) an eine "bekannte Whiskypersönlichkeit aus dem süddeutschen Raum" ;) verschickt, mit der Bitte um Feedback. Zurück kam dann: "Was ist das denn geiles? 92 Punkte! Ich tippe auf 70er Bowmore".
      :D


      dann hast du aber das sample an den größten, besten, meisten also an den sublativsten bowmore kenner und trinker aller zeiten geschickt?

      apropos living bottle: gilt das nur für flaschen, oder auch für 'living casks', wo auch so allerhand drinn schwimmt?
      I'm from Glasgow. For me every fruit is exotic (Dave Brooms Einlassung zu den Benriachs aus den 70igern)

      chrizthewiz schrieb:

      Ich habe neulich mal ein Blind(!)sample meiner Living Bottle (alle möglichen Samplereste von Laphroaig, Ardbeg, Lagavulin, Bowmore, Ledaig, Glenfarclas, Glenlivet u.a..) an eine "bekannte Whiskypersönlichkeit aus dem süddeutschen Raum" ;) verschickt, mit der Bitte um Feedback. Zurück kam dann: "Was ist das denn geiles? 92 Punkte! Ich tippe auf 70er Bowmore".

      Da kommen übrigens natürlich keine angesabberten Tropfen rein sondern nur beste Reste aus Samples. Wer probieren will, ist herzlich eingeladen mir eine PN zu schreiben. Ein paar CL kann ich zum Selbstkostenpreis gern anbieten :D

      Na komm, ich springe über meinen Schatten.

      PN folgt,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.