Also ich lass’ mich ja nicht beeinflussen …

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      Also ich lass’ mich ja nicht beeinflussen …



      Moin ihr,
      wenn ich eine Überschrift wie „Whisky spricht für sich, da braucht es kein High-Tech-Marketing!“ lese, gerate ich innerlich sofort in heftiges Kopfnicken. Und weil ich (selbst aus dem Marketing kommend) mir tatsächlich des Öfteren einrede, bei der Whiskyauswahl und -beurteilung weitgehend unbeeinflusst zu agieren, wird es Zeit für diesen Text. Dessen Fazit lässt sich übrigens gleich vorwegnehmen: ein jeder und sein Bruder fallen auf Marketing rein. Wir alle. Immer und überall, auch und vor allem beim Thema Whisky.

      Hier meine (Selbst)kritik mit einigen Marketingbeispielen, vor denen ich immer wieder kopfschüttelnd stehe: Also ich lass’ mich ja nicht beeinflussen … – regulars

      Und damit einen schönen Sonntag Euch,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.
      Läßt man sich von Marketing beeinflussen? Sicherlich. Beim Whisky funktioniert das bei mir allerdings eher selten. GoT ist da bei mir mal eine Ausnahme, da ich Fan der Serie bin und die Preise überschaubar sind. Zumal da der Whisky für mich nicht unbedingt im Vordergrund steht.

      Ansonsten zieht beim Whisky Marketing bei mir wenig bis gar nicht, einfach weil ich aktuelle Abfüllungen in der übergroßen Mehrzahl als maximal durchschnittlich empfinde. Ich bin schlicht nicht bereit, dreistelliige Summen für irgendwelchen durchschnittlichen Kram zu bezahlen, nur weil mir eine krude Geschichte drum herum gewoben wird.

      Klar ist Whisky ein indurstrielles Produkt, mit dem man vor allem auch Geld verdienen will. Das muss aber nicht bedeuten, dass man sich deshalb verar... veralbern lassen muss. Ich weiß, was ich mag und ich weiß, was ich bereit bin dafür auszugeben. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass meine Distanz zum Ganzen immer größer wird. Für dumm verkaufen soll man bitte andere.
      Hi there,

      "Ich würde mir wünschen, dass mein Whisky nach alter Tradition ein handwerklich hergestelltes Gut ist."

      Romantiker. Wie kannst du erwarten, daß whisky das ist, als was er dir verkauft wird? Die Zeit in der die Destillerie die Kontrolle über ihre Abfüllungen hatte sind längst vorbei.
      Mit dem Lagern von new spirit im whisky Gürtel zwischen Glasgow und Edinburgh ist die Arbeit der Destillerie getan und das marketing macht die Abfüllungen.

      Talisker - made by the sea, matured near Glasgow.

      Du hast recht, der Rest sind Konzerninteressen und marketing bla bla.

      Ein völlig sinnentsorgter whisky der grade unterwegs ist ist der Glenmorangie Allta... außer einer marketing Geschicht gibt es da keine Substanz.

      Kultivierte Wildhefe... das ist genau so ein Witz wie schwarzer whisky aus extra ausgebrannten Fässern.

      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      kallaskander schrieb:

      Hi there,

      Ein völlig sinnentsorgter whisky der grade unterwegs ist ist der Glenmorangie Allta... außer einer marketing Geschicht gibt es da keine Substanz.

      Kultivierte Wildhefe... das ist genau so ein Witz wie schwarzer whisky aus extra ausgebrannten Fässern.

      Greetings
      kallaskander


      aber vielleicht ist er 'vegan'?
      I'm from Glasgow. For me every fruit is exotic (Dave Brooms Einlassung zu den Benriachs aus den 70igern)
      Da gibt es gleich mehrere Stellen, an denen ich einhaken möchte.
      Zum einen, mein lieber Sebastian, ist Krisen-PR denn doch etwas anderes als das im Artikel dargestellte. Aber das wirklich nur sehr nebenbei.
      Punkt 1: Da der Whiskymarkt auf allen Seiten (auch auf Seite der Produzierenden) immer heterogener wird, greifen imho Verallgemeinerungen immer schlechter. Ja, in Konzerndestillen wurde der Produktionsprozess immer mehr auf ökonomische Effizienz getrimmt, wirklich handwerklich hergestellte Whiskies gibt es von denen kaum noch (von Folklore wie z.B. Glenturret mal abgesehen). Dafür wächst aber auch die Zahl der unabhängigen Brennereien, die dem gegenüber wieder solides Handwerk unter Verwendung von "old fashioned" Zutaten etwa im Bereich der Hefe mit Fermentationszeiten von mitunter weit über 100 Stunden nicht nur predigen, sondern auch umsetzen. Dass diese Whiskies dann auch mehr kosten (müssen), sollte jedem klar sein. Ist es aber erkennbar nicht, wie auch in diesem Forum immer mal wieder nachlesbar.
      Punkt 2: Der These, dass wir alle, ohne Ausnahme, auch im Whisky (gelegentliche) Opfer von Marketing seien, setze ich ein bestimmtes "Nö" entgegen. Wenn man seit einigen Jahren dabei ist, so ziemlich jede Destille schon mehrfach im Glas hatte und generell viel probiert hat, weiß man sehr genau, was einem schmeckt - und was nicht. Probiert wird da nur, was von den Eckdaten her zum eigenen Geschmacksprofil passen könnte. Oder ein Stoff, der von Freunden empfohlen wird, die meinen Geschmack kennen und einsortieren können. Da hat Marketing null Chancen, in die Entscheidungsprozesse einzudringen. Und ich behaupte einfach mal, dass dies viele von den hier vertretenen alten Hasen für sich in Anspruch nehmen können...
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      HamburgMalt schrieb:

      Dafür wächst aber auch die Zahl der unabhängigen Brennereien, die dem gegenüber wieder solides Handwerk unter Verwendung von "old fashioned" Zutaten etwa im Bereich der Hefe mit Fermentationszeiten von mitunter weit über 100 Stunden nicht nur predigen, sondern auch umsetzen. Dass diese Whiskies dann auch mehr kosten (müssen), sollte jedem klar sein. Ist es aber erkennbar nicht, wie auch in diesem Forum immer mal wieder nachlesbar.


      Darf ich fragen welche Brennereien Du meinst?

      HamburgMalt schrieb:

      Dafür wächst aber auch die Zahl der unabhängigen Brennereien, die dem gegenüber wieder solides Handwerk unter Verwendung von "old fashioned" Zutaten etwa im Bereich der Hefe mit Fermentationszeiten von mitunter weit über 100 Stunden nicht nur predigen, sondern auch umsetzen. Dass diese Whiskies dann auch mehr kosten (müssen), sollte jedem klar sein. Ist es aber erkennbar nicht, wie auch in diesem Forum immer mal wieder nachlesbar.

      das wäre ja in der Tat ein Ansatz um höhere Preise (im Vergleich zu den Grosskonzernen) zu verlangen und eigentlich ein gewichtiges Argument, dem so mancher Kunde auch folgen würde. Warum also wird das so nicht von diesen Brennereien so kommuniziert? Weil die Preisaufschläge möglicherweise doch exorbitanter sind, als dass man diese mit höherer Qualität oder Handwerkskunst erklären kann? Nur so eine Idee von mir ...

      HamburgMalt schrieb:


      Punkt 2: Der These, dass wir alle, ohne Ausnahme, auch im Whisky (gelegentliche) Opfer von Marketing seien, setze ich ein bestimmtes "Nö" entgegen. Wenn man seit einigen Jahren dabei ist, so ziemlich jede Destille schon mehrfach im Glas hatte und generell viel probiert hat, weiß man sehr genau, was einem schmeckt - und was nicht. Probiert wird da nur, was von den Eckdaten her zum eigenen Geschmacksprofil passen könnte. Oder ein Stoff, der von Freunden empfohlen wird, die meinen Geschmack kennen und einsortieren können. Da hat Marketing null Chancen, in die Entscheidungsprozesse einzudringen. Und ich behaupte einfach mal, dass dies viele von den hier vertretenen alten Hasen für sich in Anspruch nehmen können...

      Null Chancen? ... diese Sichtweise halte ich persönlich für sehr optimistisch, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg

      torfbombe schrieb:

      Warum also wird das so nicht von diesen Brennereien so kommuniziert?

      Wird es teilweise durchaus. Aber eher im Kleinen, da für Marketing kein Geld da ist.

      torfbombe schrieb:

      Null Chancen? ... diese Sichtweise halte ich persönlich für sehr optimistisch, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist

      Das halte ich - ehrlich gesagt - für eine ziemlich anmaßende und unangemessene Ansage.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      Moin auch,
      @HamburgMalt Danke für deine Einordnung. Ich bin bei Torfbombe, was das „Marketing hat bei mir NULL Chancen“ angeht – ganz mutige Aussage. Ich bin in Sachen Werbegedöns sehr alert und würde dennoch nie für mich behaupten, dass Werbung mich unbeeinflusst lässt. Dann würde mein Hirn nicht mehr funktionieren ;)

      Was die kleinen handwerklichen Destillen angeht: jau, die gibt es. Und jau, da sind Dinge im Entstehen, die falls entsprechende Stocks entsprechenden Alters mal verfügbar sein werden, die Karten neu mischen.
      Aber: auch bei den kleinen/neuen Destillen ist der Topf, der zuletzt signifikant beschnitten wird, der Marketingtopf. Dass die ihren schmeichelhaften „HALLO! ICH BIN EINE FARMDESTILLE! HAB MICH LIEB!“-Charakter etc. maximal spielen und nicht mangels Ressourcen zu verbreiten in der Lage sind, sehe ich nicht.

      Beste Grüße,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.
      Das „Whisky spricht für sich, da braucht es kein High-Tech-Marketing!“ aus dem von Rednose herangetragen Artikel, wurde leider verkürzt zu "Whisky spricht für sich, da braucht es kein Marketing!"
      Irgendwie finde ich das High-Tech-Marketing im Artikel nicht wieder. Ein wenig so als würde man eine "Kritik an Sex mit minderjährigen Ladyboys in Thailand" mit einer allgemeinen "Kritik an körperlichen Liebe" kommentieren.

      Eigentlich schade, da ich mir darunter mittlerweile nicht mehr so viel vorstellen kann, also am High-Tech-Marketing. Das war früher anders:

      Die erste High-Tech-Marketing-Kampangne, an die ich mich erinnern kann, war diese Urkunde über einen Quadrat-Inch von schottischem Boden auf Islay durch Laphroaig. Großartig - im Rückblick - und völlig verrückt zu Beginn. Es war damals so verrückt, mit einem Gutschein eine mehrtägige Reise anzutreten, um dann vorort in die verblüfften Gesichter der Sekretärin zu schauen, die dann aber tatsächlich mit dem Whiskynerd aufs Feld gegangen ist, um dann irgendwo ein Beweisfoto zu schießen. Großartig. Als dann auch noch die GPS-Empfänger handlicher wurden und man diese persönlichen Daten bekam, war das High-Tech-Spiel-Erlebnis perfekt, Großartig, was für ein Spass!

      Aber seit ein paar Jahren scheinen meinen High-Tech-Marketing-Erlebnisse darin zu bestehen, auf nicht funktionierenden Webshops zu landen.

      Ansonsten kann ich zum Thema "Werbung und Whisky" nur sagen: "Hut ab" - ganz großes Kino. Wenn man bedenkt wo schottischer Whisky vor 30 oder 50 Jahren war und wo er heute ist.
      Immer schön Dram bleiben

      ted.striker schrieb:

      Ich bin bei Torfbombe, was das „Marketing hat bei mir NULL Chancen“ angeht – ganz mutige Aussage. Ich bin in Sachen Werbegedöns sehr alert und würde dennoch nie für mich behaupten, dass Werbung mich unbeeinflusst lässt. Dann würde mein Hirn nicht mehr funktionieren

      Und ich halte es nach wie vor für eine - freundlich formuliert - mutige Aussage, anderen Leute einfach mal en passant mangelnde Selbstreflektion zu unterstellen. Nehmt es doch einfach mal hin, dass es tatsächlich auch Maltheads gibt, die bei all dem Marketing-Blabla sofort die Ohren auf Durchzug schalten und sich tatsächlich nur auf ihren eigenen, in Jahrzehnten modelierten, Geschmack verlassen.
      'Too much of anything is bad, but too much of good whisky is barely enough.' :flag2:

      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      @Glenturretsyndrom Oh nicht doch – ich würde nicht sagen, dass es kein Marketing/keine Werbung (unabhängig welcher Kanäle oder Techniken) braucht, das ist schon legitim.
      Mein Punkt soll schlicht sein, dass man so oft es geht einen Schritt zurücktreten und in den Blick nehmen sollte, dass da eine gewaltige Marketingmaschinerie am Werk ist, die den großartigen Kern (=Whisky) mit Emotionen, Geschichten und Übertreibungen so weit aufpumpt, bis viele irgendwann willfährig hinter dem Kerl mit der Flöte hertrappeln, ohne es zu merken.


      HamburgMalt schrieb:

      [...] Und ich halte es nach wie vor für eine - freundlich formuliert - mutige Aussage, anderen Leute einfach mal en passant mangelnde Selbstreflektion zu unterstellen.

      Jan, das würde ich keinesfalls tun. Aber zwischen exzellenter Selbstreflektion einerseits und „Da hat Marketing null Chancen, in die Entscheidungsprozesse einzudringen.“ andererseits liegen aus meiner Sicht noch Welten. Wenn du tatsächlich IMMUN gegen den Buzz um dich herum bist: chapeau, da biste der Erste, den ich kennenlerne. Und das meine ich nicht provokant. Weil du dann DER EINE bist, der bei „Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten“ nicht an einen rosa Elefanten denkt. Diese Hirnebene meine ich. Da setzt Marketing nämlich an.

      Gruß,
      Seb
      Irgendwas mit Whisky und Ostfriesland: das regulars-Blog. Und Samples ha’m wir auch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ted.striker“ ()

      ted.striker schrieb:

      Aber zwischen exzellenter Selbstreflektion einerseits und „Da hat Marketing null Chancen, in die Entscheidungsprozesse einzudringen.“ andererseits liegen aus meiner Sicht noch Welten. Wenn du tatsächlich IMMUN gegen den Buzz um dich herum bist: chapeau, da biste der Erste, den ich kennenlerne. Und das meine ich nicht provokant. Weil du dann DER EINE bist, der bei „Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten“ nicht an einen rosa Elefanten denkt. Diese Hirnebene meine ich. Da setzt Marketing nämlich an.

      DAS würde ich SO auch nie behaupten. Hab ich auch nicht. Ich bezog es explizit auf das Marketing im Whisky-Bereich. Was im Übrigen auch denklogisch schlüssig ist. Je mehr Expertise jemand bei einem Thema hat oder zu haben glaubt, desto unanfälliger ist er für externe Einflüsterungen. Ob es nun um Whisky, Briefmarken oder - meinetwegen - rosa Elefanten geht.
      Ich bezog mich stattdessen auf diese Äußerung hier:

      torfbombe schrieb:

      Null Chancen? ... diese Sichtweise halte ich persönlich für sehr optimistisch, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist

      ... die im Umkehrschluss bedeutet, dass jemand, der sich für immun gegen das Whisky-Marketing hält, entweder unehrlich oder, was letztlich das Gleiche bedeutet, unreflektiert ist. Was ich mal mindestens als anmaßend einstufen möchte. Und zudem für kompletten Unsinn halte.
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      Es wird eingeschenkt: meine Samplebar

      :flag:

      ted.striker schrieb:

      Und zudem für kompletten Unsinn halte.

      Ich denke bei diesem Thema, egal wie fachfremd oder fachkompetent man ist, gibt es nicht nur schwarz und weiss, sondern viele Abstufungen von grau. Marketing ist nicht nur Reklame und umgekehrt, sondern alle diese Bereich gehören in den Komplex Aufmerksamkeitsökonomie.
      Es ist nun einerlei wie man auf etwas aufmerksam wird. Ob durch Freunde/Bekannte, Fernsehen, Internet, Messen, Fachhändler, Buschtrommeln oder was auch immer.
      Die Information, welche einen erreicht, löst einen Reflex aus. Sei es Kauf, Interesse, Empörung oder Achselzucken.
      Sie ist von ihrer Quelle an durch viele Hirne gestapft, ist gefiltert worden, wurde bewertet, umgedeutet, gewichtet und weitergetragen. Landet sie dann im Öhrchen von möglichst vielen geneigten oder abgeneigten Rezipienten hat die Werbeabteilung ihren Part erfüllt.
      In Summe konstatiere ich, dass man gegenüber den Aufmerksamkeitsmechanismen, welche bei allen Menschen per se gleich funktionieren, in einem Bereich nur immun sein kann, wenn man sich nicht für das transportierte Thema interessiert. Meinen antialkoholischen Freunden ist es selbstredend vollkommen egal, ob die Distillery Treppenschmeisser einen neuen Stürzensbacher in einer adretten Affenleder-Karaffe auf den Markt bringt und ob dieser nun achtundrölfzich Jahre alt ist oder eine Mischepampe aus diversen 1-80 jährigen darstellt. Wer sich aber in dem Überthema bewegt, der wird auch diese "Neuigkeit" aufnehmen und für sich bewerten. Und genau das ist die Aufgabe der Werbenden. Nicht mehr und auch nicht weniger.

      Im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie ist es völlig egal, ob jemand ein Produkt gut oder schlecht findet. Wichtig ist nur, dass der Mensch die Information so oft wie möglich aufnimmt. Irgendwann wird er kaufen oder probieren und sei es nur um sich in seiner Abscheu bestätigt zu fühlen.
      Achtung, ich habe von einer optimistischen Sicht gesprochen und möchte damit niemandem seine Selbstreflexion absprechen!
      Natürlich sammelt man Erfahrungen in seinem Whiskyleben und wird mit der Zeit immuner gegen die Verlockungen der Werbewirtschaft, aber: wenn ich für mich aber eines in meinem Leben gelernt habe: ich bin vorsichtig mit absoluten Aussagen wie „null Chance“ und darauf bezog ich mich. Da bin ich auch bei der Aussage von Seb: Chapeau, wenn das bei Dir so ist und auch in meinem Umfeld wärst Du erste, dem das gelingt.
      Also: grossartig, wenn Dir das zu 100% gelingt, ich kann mich nicht in dieser Absolutheit von den Werbeverlockungen freisprechen.
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg