McLarsen @Springbank Whisky School 2019

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      McLarsen @Springbank Whisky School 2019

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      Moins... einige warten sicher schon auf meinen angekündigten Bericht von der Woche bei Springbank... nun in der Zeit selber war nicht daran zu denken, neben der harten Arbeit, den vielen Arbeiterbelustigungsgetränken und ein bisschen Schlaf auch noch literarisch ansprechende Berichte zu verfassen. Inzwischen bin ich wieder zuhause und habe gestern abend den letzten Bericht verfasst, den ich euch jetzt hier als Ganzes zum Fraß vorwerfen will... Da der Bericht nicht nur hier erscheint, sind da ein paar Erklärungen zum Thema Whisky dabei die ihr natürlich längst kennt... dann einfach weiter blättern...aber in der McLarsen-typischen Schnodderschrift vielleicht auch mal etwas anderes... so let's start...

      Prolog & Tag 1 - Anreise

      Prolog

      Im letzten August wurde ich ein halbes Jahrhundert alt und bekam von Nina zwei Sachen sehr gut organisiert und geschenkt : Eine rauschende Party in den Räumlichkeiten der Berliner Unterwelten und eine Woche Arbeit. Ersteres kann beim runden Jubiläum schon mal passieren, zweiteres klingt erstmal komisch... es ist ja auch nicht so, das ich sonst nichts zu tun hätte... der Clou ist, das diese Woche Arbeit in meiner Lieblingsbrennerei Springbank in Campbeltown an der schottischen Westküste stattfinden sollte. Da das ganze auch nicht so günstig ist, haben sich viele Gönner, die bei der Geburtstagsparty waren, daran beteiligt. Ich möchte mich bei allen die daran mitgewirkt haben, schon im Voraus dafür bedanken.


      Campbeltown Harbour

      Campbeltown liegt auf der Halbinsel Kintyre, vielen sicher bekannt von Paul McCartneys Schmonzette „Mull of Kintyre“ aus den 1970ern. Campbeltown (etwa 4000 Einwohner) ist der Hauptort von Kintyre und war vor etwa 100 Jahren die Whisky Hauptstadt der Welt. Über 30 Brennereien gab es in der kleinen Stadt, angeblich hat man Campbeltown schon Kilometerweit gerochen. Einige Umstände wie zum Beispiel die Prohibition in den USA (einem enorm wichtigen Markt) und ein paar schwarzen Schafen denen Quantität über Qualität gingen (angeblich wurden auch Heringsfässer befüllt)... ließen die Whiskyblase Campbeltown dann aber platzen. 1926 waren von den 30 Brennereien nur noch zwei übrig : Glen Scotia und Springbank.


      Campbeltown in den goldenen Whiskyzeiten

      Das besondere an Springbank ist der Umstand das wirklich alles selbst gemacht wird... vom Malz bis zur Flaschenabfüllung. Dazu kommt noch, das ich den Springbank geschmacklich sehr schätze, er hat eine feine Torfnote und einen öligen Geschmack. Springbank war eine der ersten Brennereien, die ich vor knapp 10 Jahren besichtigt habe und schon damals wußte ich, das dieser Laden etwas besonderes ist. Nun also darf ich dort also selber mal Hand anlegen... ich bin sehr gespannt... ein halbes Jahr später ging es also los :

      Tag 1 – Anreise

      Der erste Tag begann wie gewöhnlich mit Aufstehen... etwa eine halbe Stunde früher als sonst. Die Katzen waren überrascht und Nina sagte kurze Zeit später zu ihnen : „Wenn der Papa vor der Mama aufsteht, reist er wohl nach Schottland“... Korrekt... das normale kontinentale Frühstück (was ich zumindest darunter verstehe) ...zwei Scheiben Brot mit Wurst und Chillisauce plus Tass Kaff eingenommen, schnell den Koffer gepackt... Küsschen und los geht es... Abflugort war diesmal Schönefeld, was nur geringfügig länger dauert als nach Tegel... mit den Öffentlichen zumindest und Sonntags sowieso. Die üblichen Vorgänge beim Fliegen (das erste mal mußte ich meinen Koffer selber einchecken... das war neu...), Security, Passkontrolle, in den Flieger setzen, starten, landen... alles nix besonderes... ok... ich könnte erwähnen, daß ich bei blauem Himmel und 20 Grad startete und bei ziemlich ungemütlichen Schmuddelwetter gelandet bin, aber mein Reiseziel war schließlich nicht Barcelona sondern Glasgow. Dort hatte ich dann 2 Stunden Aufenthalt bis zur Weiterfahrt mit dem Bus nach Campbeltown. Nur einmal am Sonntag fährt der Bus von Glasgow via Airport und mir war die Zeit genehm... erstens wäre eine Verspätung des Fliegers ok gewesen und ich hatte Zeit zum Essen. Dazu ging es in den Weatherspoon im Airport und dort gab es Burger und Punk IPA... sonst ist eigentlich Sonntags bierfrei aber auf dem Weg in die Whisky School ... quasi Quatsch... Der Bus war pünktlich, die Fahrt war wie immer sehr schön... besonders der Teil kurz nach Dumbarton, entlang dem Loch Lomond und durch die Gebirgslandschaften von rast and be thankful... entlang der Fjorde vom Atlantik durch Kleinstädte wie Inverarray, Lochpilhead oder Tarbert... ich habe in vergangenen Berichten schon oft über diese Strecke berichtet und erlebe sie auch nach dem warscheinlich... 6. Oder 7. mal immer noch als etwas Besonderes...Der letzte Teil nach Kennacraig, das ist dort wo die Fähre nach Islay ablegt bis nach Campbeltown ist nicht mehr so spektakulär wie vorher aber ebenfalls wunderschön. Der Ginster stand bereits in voller Blüte, überall blühten die Osterglocken und das schönste waren die ganzen kleinen Lämmer die bei ihren Muttis lagen, zum Teil nicht größer als Osterhasen... oder quitschvergnügt durch die Gegend sprangen... Idylle pur... zumindest wenn man aus der Großstadt kommt...


      Mein Zimmer ist direkt hinter der Schrift

      Irgendwann war ich denn am Ziel in Campbeltown, gleich kurz hinter dem Ortseingangsschild liegt das Dellwood Hotel welches die Residenz der Whiskyschüler ist. Hotel klingt immer etwas nach... großen Häusern mit rotem Teppich und Pagen... nein, sowas ist das Dellwood nicht, eher ein klassisches britisches Bed & Breakfast. Dort eingetreten wurde ich von der Wirtin in Empfang genommen und gleich zu meinen künftigen Mitschülern geschickt, die bereits alle einem Tisch saßen, Bier tranken und von einer Käseplatte naschten... Good Afternoon... nein es war eher ein hello... I’m Lars from Berlin... zurück kamen Willkommensgrüße von Felix aus Neuseeland, Michael aus Buffalo/USA, Kylie aus New Jersey/USA, Sören aus Schweden und Darien aus England aber Wohnort Berlin. Ich war der letzte der zur Truppe kam und die kannten sich aber auch noch nicht so lange. Es dauerte ewas bis wir so miteinander in Schwung kamen, gottseidank scheinen alle Smartphonejunkies zu sein, das das Schweigen nicht so auffällt...egal... aller Anfang ist schwer... mit meinem mangelhaftem Englisch war es für mich auch nicht so leicht... Irgendwann erstmal das Zimmer bezogen... Zimmer 8 ist ein Anbau an das alte Haus... erstmal ok, das Zimmer schlicht und sauber... was fehlt ist eine feste Heizung, es gibt nur einen Elektroheizer (den ich erstmal prinzipiell ausgemacht habe). Um Leute kennenzulernen macht man einfach irgendwas gemeinsam. Da wir uns anscheinend ja alle für Whisky interessieren war da naheliegend... einen trinken zu gehen. Dafür gibt es in Campbeltown eine gute Adresse, von der aber auch schon viele negative Sachen berichtet wurden: Das Ardshiel Hotel. Ich selbst kann nichts Negatives sagen, ich war bei meinem ersten Besuch in der Stadt 2010 auch hier und später wieder... alles ok für mich... also sagte ich auch nichts über die Berichte meiner Hobbyreporterkollegen und wir enterten den Laden. Neben etwas Essen gab es komisch schmeckendes Guinness und einen Glen Scotia als Hausabfüllung aus einem Single Cask. In der Runde kam von Darien auch die Frage wo ich in Berlin wohne... ich sagte Gesundbrunnen... Wedding... und er fragte ob ich nicht das Offside kenne, eine Bar die er öfters besucht, wenn er am Gesundbrunnen klettern geht... nun ja... die Welt ist manchmal klein... Das war alles ganz ok und nachdem wir dann die gut 15 min Rückweg hinter uns gebracht hatten gingen alle ins Zimmer und ganz vorbildlich ab in die Heia... schließlich ist morgen erster Schultag und da will man ja nicht unpünktlich oder gar in schlechtem Zustand erscheinen... Es folgten einige Stunden Schlaf... ohne besondere Vorkommnisse... Fortsetzung folgt.


      SPREESIDE WHISKY MESSE BERLIN
      Nächste Vorstellung : 10.-11.05.2019

      www.spreeside-whisky.de

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      Tag 2 : Erster Schultag

      06:30 klingelte der Wecker vorsichtshalber. 08:00 war Erscheinen bei Springbank angesagt, vorher 07:15 Frühstück. Das Erwachen war etwas eisig... da ich die Elektroheizung beizeiten ausgeschaltet hatte und der Anbau nicht sonderlich isoliert scheint war es nicht viel wärmer als draußen... nicht das größte Vergnügen beim Aufstehen... nun gut, T-Shirt kurz auf den wieder gestarteten Heizkörper gelegt und es ging... Das Frühstück war ein real full scottish breakfast... jeder von uns sollte das einmal ganz probiert haben... sagte die Wirtin... bei mir blieben trotzdem Porrige, Sausages und Black Pudding über... so was geht bei mir halt nicht... ein Glen Keith Whisky war auch dabei... daher das „real full“ Breakfast . Nun gut... für einen Scherz war das sicher gut aber auf Dauer sollte das nicht das Ziel sein ;) Viel Zeit blieb nicht übrig, es braucht etwa 10 min zu Fuß bis zu Springbank. Dort angekommen, wurden wir von Distillery Manager Gavin McLachlan in Empfang genommen. Erstmal hat er uns in einem Schnelldurchlauf alle Teile der Brennerei gezeigt. Springbank ist nach Zahlen zwar eher eine kleine Fabrik aber da man dort (als so ziemlich einzige) Distillery alles selbst herstellt, gibt es dort viele Stationen, die für Leute die zum ersten mal da sind, schon anspruchsvoll wirken können. Dann wurde Arbeitskleidung verteilt... für jeden Tag ein quietschebuntes Shirt sowie eine (wie sich erweisen sollte) sehr gute warme Jacke. Dann ging es an die erste Arbeitsstation.


      Muckibude Maltfloors

      ...und so siehts fertig aus...

      Zwei große Haufen von Gerste standen auf einer der beiden Malzböden bereit um auf die komplette Fläche verteilt zu werden... das ganze etwa eine handbreit hoch und wenn möglich einigermaßen gleichmäßig. Dafür gab es Schubkarren und Schaufeln und los ging die Plagerei... Anfangs gab es eigentlich nur Fotos nach dem Motto guck mal Mutti ich arbeite... dann ging es aber doch recht zügig und man war stolz, die erste Aufgabe geschafft zu haben... für alle die sich im Alltag nicht so viel bewegen müssen... vielleicht der erst Muskelkater. Dann kam etwas für mich zumindest neues : Teabreak. .. jaja die Briten mit ihrem Tee... aber ich finde es ist eine gute Erfindung, die meisten tranken auch Kaffee... Danach wurde die Sechsertruppe aufgeteilt, Michael und ich gingen in die Abteilung Destillation.

      An Interlude

      An dieser Stelle möchte ich gerne in knappen Sätzen erklären, wie Whisky hergestellt wird. Wer das weiß kann den Artikel ja überspringen.
      Relativ am Beginn der Herstellung von Whisky steht die Herstellung bzw. die Optimierung eines Rohstoffes. Wäre ich jetzt Obstlerfan oder Anhänger von Melonenschnaps (keine Ahnung ob es sowas gibt...), wäre es einfach... das Obst irgendwie so dick und fett wie möglich - entweder gleich destillieren - oder erstmal konservieren. Da wir ja Whisky wollen, also eine Spirituose aus Getreide... im speziellen Fall Single Malt Whisky eine Spirituose aus gemälzter Gerste... muß Malz her... Das macht man mit Gerste bzw. deren Körnern. Die Gerstenkörner kommen im Falle Springbank stets aus Schottland, idealerweise direkt aus dem näheren Umland. Gut... Gerstenkörner.. das alleine reicht nicht...da kann man mehr von rausholen... also pimpt man die Körner etwas auf... nein kein Doping, sondern reines Wasser.


      Steep... die Gerste wird eingeweicht


      Man sperrt die Gerste in ein Wasserbecken, es ist nicht allzu kalt... und die Gerste denkt... schön... feucht und warm... ich glaube ich fang mal an mich etwas voll zu saugen und danach ein wenig zu keimen... Man gaukelt im Prinzip dem Getreide vor, es wäre Frühling und die Keimung kann beginnen. Nach ein paar Tagen im Wasserbecken wird die Gerste auf den Tennböden etwa eine handbreit ausgebreitet. Alle paar Stunden muß die Gerste dann umgepflügt werden sonst fängt es untenrum an zu gammeln und oben auszutrocknen. Nach ein paar Tagen ist die Gerste die sich jetzt Grünmalz nennt schön dick und fett und sie fängt an zu keimen. Da wir kein Getreide züchten wollen nehmen wir den Bestzustand der Gerste und konservieren sie, indem wir sie mit heißer Luft trocknen. Das Grünmalz wird in einen Schacht gekippt und befindet sich jetzt im Kiln auf einem gelöcherten Metallboden, die Öffnungen sind so groß das die Körner nicht durchfallen, aber die heiße Luft vom darunterliegenden Ofen kann durch.
      Das alles dauert etliche Stunden das Ergebnis ist dann : Malz. Das Malz wird gemahlen und kommt in die Mashtun. Dort gibt es (in der Regel) drei heiße Aufgüsse. Im Falle Springbank mit 63, 72 und 82 Grad Celsius. Warum das gemacht wird ?... wir brauchen den Zucker aus der Gerste, der wiederum wird in Stärke umgewandelt. Das Ergebnis ist eine große Menge Zuckerwasser. Der Rest vom jetzt quasi ausgelutschtem Malz holt der Bauer von nebenan und füttert es den wunderhübschen Zottelrindern. Das Zuckerwasser wird gekühlt und in die nächsten Behälter gepumpt : die Washbacks zu deutsch Gärbehälter. Jetzt kommt nach Wasser und Getreide die letzte Zutat : Hefe. Drei Säcke a 25 kg kommt in einen Behälter. Hefe ist gierig nach dem Zucker... es frisst den Zucker und es entsteht Alkohol und Kohlendioxid.


      Die Brennblasen von Springbank

      Ergebnis : ein Bier.... ok kein besonders leckeres und auch ohne Hopfen aber alles was bis jetzt gemacht wurde ist der gleiche Vorgang wie beim Bier brauen. Das Bier hat im Falle von Springbank einen Akloholgehalt von 5 – 7 %... etwas wenig noch... Whisky braucht mindestens 40%... also müssen wir destillieren. Das Bier (was offiziell Wash heißt) kommt jetzt in die erste Brennblase : die Washstill. Dort wird es erhitzt. Alkohol verdunstet bei 78°C und durch Kühlung wird der Dampf wieder flüssig. Wir haben jetzt einen Feinbrand (der offiziell Low Wines heißt)von etwa 20-25 % Alkohol. Das reicht also immer noch nicht, nun kommt der Feinbrand in die nächste Brennblase, die Spirit Still. Hier wird der Vorgang wiederholt und das Ergebnis ist ein Brand mit etwa 70 %. Davon wird aber auch nicht alles verwendet, sondern nur der qualitativ hochwertige Mittelteil. Der klare Schnaps kommt jetzt in Eichenfässer, wird für mindestens 3 Jahre und einen Tag in die Lagerhäuser verfrachtet und darf sich danach Whisky nennen. Nach 3 Jahren... machen wir uns nichts vor... ist das aber noch nix gescheites, also reift Whisky in der Regel 10 Jahre und mehr. ...je länger so besser (?)... nicht unbedingt, es ist gut möglich das die Eiche irgendwann die Oberhand gewinnt, dann hat man zwar einen teueren alten Whisky, aber er schmeckt nicht mehr... kommt ganz auf das Fass an, ich würde sagen das Fass macht mindestens 70% vom Ergebnis aus. Soweit ein kurzer Schnupperkurs zum Thema Whiskyherstellung.



      ...weiter mit Tag 2...

      Der Stillman heißt Robert und er zeigte uns erstmal sämtliche Räumlichkeiten und Gerätschaften von der Maltmill bis zu den Brennblasen. In vielen Räumen war ich vorher noch nicht, in allen waren die besten Spinnengewebe der letzten hundert Jahre präsent und viele Details in Punkto Arbeitsschutz wären in Deutschland garantiert so nicht möglich. Montag braucht bei Springbank alles ein wenig Zeit, da die Produktion erst langsam wieder startet.


      Das Innenleben einer Brennblase

      Die erste Wash war fertig und die Brennblase wurde kurz gereinigt, neu befüllt und weiter geht es... Derweil wurde auch die Spiritstill mit Low Wines befüllt und angemacht. Ich durfte alle Hebel betätigen, stets mit etwas Angst etwas verkehrt verstanden zu haben... wie gesagt... mein Englisch ist mangelhaft und die Aussprache der Schotten nicht gerade einfach zu verstehen... es ging aber alles gut, ich habe den Laden nicht in die Luft gejagt... Nun lief die Spiritstill und es hat über eine Stunde gedauert bis der erste Alkohol im Spiritreceiver ankam... und was für eine Brühe... bääh... trüb, schmutzig und jede Menge Grünspan von der kupfernen Brennblase.


      ...der erste Teil des Destillates ist ein Fall für die Tonne...

      Es war gut zu verstehen, warum man den ersten Teil der Destillation nicht verwendet. Erst nach 45 Minuten fließt der New Make nun in den „guten“ Kanal. Da Springbank nahezu komplett auf neumodischen Kram wie Computer verzichtet, wird alles peinlich genau auf dem Papier dokumentiert.


      Frischer gehts nicht... Longrow direkt aus dem Spirit Receiver

      Eine Kostprobe kann man sich ruhig mal abzweigen, ich fand ihn lecker. Da Springbank ja gleich 3 verschiedene Sachen herstellt, nämlich Springbank, Longrow und Hazelburn sollte ich noch erwähnen, das sich diese Woche alles um Longrow dreht. Longrow (wie auch Hazelburn) war eine der über 30 Brennereien in Campbeltown die es bis in die 1920er gab. Seit den 1970ern wird Longrow als zweifach destillierter Whisky hergestellt, der eine deutliche Rauchnote aufweist. Da ich dem Torfkram nicht abgeneigt bin, war ich damit ganz zufrieden. Insgesamt macht man sich als Stillman nicht gerade tot, Robert nannte es ein „waiting game“. Punkt 12 ging es für die Truppe in den Cadenhead Shop zum Lunch. Es gab Haggisrolls und dazu einen 34jährigen Grainwhisky. Der Rest des Arbeitstages verbrachte ich im Stillhouse. 17 Uhr war Feierabend und unser Sechser ging zurück ins Hotel wo um 18:00 das Dinner aufgetischt wurde. Suppe, Seafood Platte und Kuchen in Sahne... man kann nicht gerade meckern. Die älteren Herren blieben zuhause, der Rest besuchte standesgemäß die gastronomischen Einrichtungen der Stadt, heute war das Black Sheep am Hafen angesagt... eine der „feineren“ Adressen. Sehr alt wurden wir aber auch nicht mehr und dann ging es ins Bettchen.


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      Tag 3 – Zweiter Schultag

      Nach dem Frühstück (das wurde ab jetzt auch auf das nötigste reduziert) ging es zurück an die Arbeit... Frühsport war angesagt und alles Malz was wir gestern auf den Boden verteilt hatten musste einmal umgepflügt werden. Dafür gibt es zwar eine elektrische Maschine, aber die steht eine Etage drunter, also mit einer Art Riesenharke einmal um den Acker gepflügt. Inzwischen wurde das Becken zum Einweichen (die Steeps) mit Wasser befüllt. Das Korn dafür wurde gestern von Teilen unserer Gruppe mühsam mit der Schaufel befüllt. Sicher gäbe es auch Möglichkeiten diese Arbeitsschritte zu erleichtern, aber das ist eben Springbank... bloß kein neumodischer Schnickschnack... Die Mitarbeiter verdrehen manchmal ein wenig die Augen wenn es um das Thema geht...


      ...das Malz bei Laune halten...

      Die nächste Station des Arbeitstages bestand darin, leere Fässer mit New Spirit zu befüllen. Daran beteiligt war unsere komplette Gruppe und so richtig Zuckerschlecken war es nicht... Ich hatte den Job die leeren Fässer zu öffnen, also das kleine Loch in der Mitte seitlich des Fasses. Man benutzt eine Art Korkenzieher mit Hammereinrichtung. Etwa ab Fass 20 hatte ich den Dreh raus, vorher hatte ich zeitweise erwartet, das jemand zu mir kommt und mir sagt, ich soll das nicht wie ein Mädchen machen... es sah sicher ganz putzig aus wie ich mir da einen abgebrochen habe... Wir bildeten eine Kette, Fässer rein, Fässer auf, Fässer befüllen (in etwa wie an der Tankstelle), Nummer auf das Fass pinseln, Nummer ansagen für die Bücher, Fässer zu, Fässer raus. Da die Fässer aber auch nicht einfach dort stehen bleiben konnten, war es unsere nächste Aufgabe, sie in Warehouse No.9 zu rollen. Der Gabelstapler wurde gerade anderswo gebraucht. Die ersten 3 Fässer gingen noch, ab da wurde es anstrengend... 250 Liter + Eigengewicht sind jetzt nicht ganz ohne... dann kommt noch dazu das die Fässer stets mit der Öffnung nach oben stehen müssen, damit man später nicht alles 5 mal drehen muß. Ein Teil der Fässer musste in die obere Etage des Lagerhauses, was mit einem einfachen elektrischen Flaschenzug passiert... so lange der nicht unterwegs die Grätsche macht... wie just an diesem Tag.


      Kuddelmuddel in Warehouse 9

      Etwa 40 Fässer standen jetzt vorm Warehouse und es ging nicht weiter. Nun musste ein Alternativplatz in eines der Racking Warehouses frei gemacht werden... also Fässer raus, neue rein... Kuddelmuddel halt... Irgendwann war dann gnädigerweise Mittag und danach ging es für mich zurück ins Stillhouse bzw. an die Mashtun. Die erste Mash der Woche war bereit, also das gerade hergestellte Malz wird drei mal gebadet. Aus einem Silo über der Maischtonne kommt das Malz zusammen mit heißem Wasser, während ich es gefilmt hatte, wurde ich ganz schön eingesaut... ein wenig als würde man angekotzt werden... Das Video ist die Mechanik der Mashtun im Trockenlauf... das zweite wie die Mash in die Tonne römert...






      Zwischendurch ging es auch immer mal wieder an
      die Brennblasen... mit denen war ich ja mittlerweile gut befreundet... Die
      letzte Station des Arbeitstages war weniger anstrengend : Springbank Warehouse
      Tasting.



      Wir gingen mit Findley Ross, dem Leiter der Produktion durch eines der Lagerhäuser und einige Fässer wurden geöffnet, mit dem Vallinch in die Gläser mehr oder weniger großzügig ausgeschenkt. Dabei war ein etwa 20jähriger Hazelburn, zwei Kilkerrans aus sehr verschiedenen Fässern, ein 25jähriger Springbank, irgendein Longrow (vergessen welcher) ...das waren die Highlights... der Rest war auch gut. Ein schöner Abschluss des zweiten Arbeitstages, der es zeitweise in sich hatte. Abends gingen die jüngeren 4 unserer Gruppe (von denen ich der Opa war) noch auf ein paar Bier in die Stadt aber auch heute wurde nichts übertrieben... da steckte einiges in den Knochen... Fortsetzung folgt...

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      Tag 4 - Dritter Schultag

      Auch der dritte Tag der Schule begann auf den Maltfloors. Was die Kollegen letzte Woche geschippt, verteilt und gepflügt hatten war jetzt soweit. Die Körner sind dick und fett und haben begonnen zu keimen. Zeit diesen Zustand zu konservieren und die Körner so wie sie jetzt sind zu trocknen. Dafür wird eine kleine Klappe geöffnet, wo sämtliche Körner der Etage rein befördert werden müssen. Alles was weiter weg ist via Schubkarre, was näher liegt wird mit dem Besen reingefegt. Das ging mit insgesamt 8 Leuten sensationell schnell, die beiden Kollegen von den Maltings waren begeistert... sonst wären sie ja nur zu zweit gewesen.


      ...da rein...

      ...da raus...

      ...und muss gleichmäßig...

      Wir waren auch stolz auf uns... hätten uns aber gleich denken können, daß das Korn jetzt irgendwo geblieben ist und dort warscheinlich nicht so liegen bleiben kann... Also alle Mann in den Kiln... quasi die Platte mit dem durchlässigen Metallboden der über dem Ofen liegt. Wie groß mag das sein (?).. ich schätze mal ca. 6 x 6 Meter. Zwei mannshohe Berge Grünmalz erwarteten uns und die galt es nun in diesem kleinen Raum flach und gleichmäßig zu verteilen. Das erinnerte mich etwas an meine Kindheit beim buddeln... nein nicht im Sandkasten, sondern auf Baustellen etc. Als die Plattenbauten der Nachbarschaft entstanden, gab es Mitte der 70er Jahre genug Möglichkeiten auf riesigen Sandbergen zu spielen und danach eine gefühlte halbe Tonne Sand mit nachhause zu bringen. So ähnlich war das jetzt mit dem Malz... man tauchte mindestens knöcheltief ins Korn und konnte danach erstmal die Schuhe auskippen... für einen Teller Müsli hätte es gereicht... Tage später fand ich noch überall Körner... Als alles verteilt war ging es an den Ofen... da reicht es auch nicht einen Grillanzünder rein zu werfen, da muß man schon einen guten Mix an Holz, Papier, Kohle und Torf hinkriegen. Als der Ofen lief ging es zum Teabreak und danach ging es für mich in die Bottling Hall.


      ...gleich gibts was gefeuert...


      Es gibt nur eine Handvoll Brennereien in Schottland die ihren Whisky selber in Flaschen füllen. Da ja Springbank bekanntlich alles selber macht, ist es in diesem Falle ein Muß... Es gibt zwei Fließbänder, eine für die Springbankflaschen (also auch Longrow und Hazelburn... das sind die gleichen Flaschen) und eine für alles andere, sprich auch die ganzen Cadenhead Flaschen. Ich bekam es mit ersterer zu tun, es wurde Longrow Peated, also der Standard abgefüllt... allerdings wurden öfters die Labels gewechselt, da die Flaschen an verschiedene Märkte gingen.


      ...jahrelang selber Pappkamerad gewesen...

      Erst Taiwan, dann Japan, dann UK. Der erste Teil läuft vollautomatisch, erst wird Luft in die Flasche gepresst, dann Whisky, dann Korken, dann der Korkenverschluss... der auch nochmal festgestanzt wird. Dann im nächsten Kasten kommen die Etiketten (ein großes vorn, ein schmales hinten). Was danach kommt ist Handarbeit : eine Tante faltet die Kartons in Form, die nächsten beiden prüfen ob alles gerade sitzt und stellen die Flaschen in den Karton, die nächste alte Tante und ich schließen die Kartons, der nächste packt die Kartons in den Sechserkarton, eine klebt die Kiste mit Klebeband zu, die nächste stempelt irgendwas drauf der nächste macht die Sechserkiste auf die Palette... die wird dann noch verpackt und raus geht’s aus der Halle... insgesamt arbeiten mindestens 10 Arbeiter an der Abfüllanlage. Ob das in Punkto Gewinnoptimierung günstig ist darf bezweifelt werden... aber auch das zeichnet Springbank aus, es ist kein Konzern, die Besitzer sind nach wie vor Nachfahren der Gründer Mitchell und man hat ein großes soziales Bewusstsein. Als vor einigen Jahren Gavin McLachlan die Leitung bei Springbank übernahm, gab es ein Team von 10 Leuten. Heute arbeiten über 80 Leute in der Brennerei... schön zu sehen, das es auch noch andere Modelle als den stinkend faulen, parasitären Kapitalismus (sorry, so wurde mir das damals im Osten in der Schule beigebracht) gibt.


      ...aller Whisky Anfang : der Quellsee Crosshill Loch

      Nach dem Mittagessen fuhr uns Findlay Ross (der zweite Mann hinter Gavin McLachlan) mit seinem Privat PKW zur Wasserquelle von Springbank. Es ist ein See namens Crosshill Loch. Wie in Kreuzberg sah es aber garantiert nicht aus... sehr idyllisch, etwas außerhalb der Stadt gelegen, bei dem schönen (aber kalten) Wetter ein schöner Anblick mit tief blauem Wasser, grünen Hängen mit gelben blühenden Ginster. Sehr schön. Dann kam von Findlay die Frage was wir wollen.. weiter an unser letzten Station arbeiten oder ein Sherrytasting mit ihm machen ? Ich hatte mir die Antwort tiefgreifend und gründlich überlegt (etwa 0,001 Sekunden) und war mit Sherry einverstanden... Die Sherryfässer liegen auf dem Gelände der Glengyle Distillery, also da wo der Kilkerran hergestellt wird. Findlay holte uns etwas mit dem Vailinch aus den Fässern, es gab Manzanila, Fino, Oloroso und Pedro Ximenez (auch PX genannt). Der Oloroso war derart dunkel und von extremer Viskosität, das ich das Glas später erstmal mit New Spirit aus der Brennblase ausspülen musste.



      Erdöl ? Bitumenklebstoff ? ... Oloroso Sherry !

      Nur kurz ging es nochmal zum Pappschachtelschliessen ans Fließband ... also mal kann man das machen... man muß nicht viel denken und es beruhigt die Nerven. Dann ging der Arbeitstag ähnlich hart zu Ende wie gestern : Cadenhead Warehouse Tasting mit Mark Watt... und der hatte auch noch Geburtstag... Also ich erinnere mich an einen Aultmore, Benrinnes 23y (durfte auch mit nach Berlin, genau wie der:) Kilkerran 2006, weiterhin ein Paul John (aus Indien), ein Tormore 30y, ein 89’er Grain, ein Glen Scotia... hmmm... vielleicht hab ich was vergessen... aber egal... die Lampen waren danach bei allen an und wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Dinner ins Dellhouse Hotel. Abends ging es zu dritt ins Fiddlers Inn, einem traditional Pub... relativ in der Nähe... aber auch an diesem Tag wurde nicht bis in die Puppen gefeiert... 3 Bier, dann Zapfenstreich... wird fortgesetzt...


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      McLarsen schrieb:

      Benrinnes 23y (durfte auch mit nach Berlin


      Haste da mal auf die Rückseite des Fasses gespickt ... ?




      "The nobility show themselves very great before strangers; they ply you briskly with drink;
      for its their way of showing you'r welcome, by making you drunk"


      Thomas Kirke, during his travels around Scotland in 1679

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „cairdean“ ()

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      Ich denke Gérard hat wie oft recht.
      Danke Lars fürs Teilhaben lassen

      Schick schickes Geschenk :rauf:
      El Tren "Die Pangalaktischen Whiskygurgler"

      FT - Theater: z.Z geschlossen
      Lounge und Bar geöffnet
      "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." (E.Kästner)
      "Die Hoffnung ist das wichtigste Organ und daher das größte."

      Neu

      Tag 5 – Vierter und Fünfter Schultag

      Heute wurden wir gleich von Beginn aufgeteilt, jeder ging dahin wo er noch nicht eingesetzt wurde. Heute ging es für mich und Michael in die Bottling Hall, aber nicht zum Flaschen abfüllen, sondern zum Fässer befüllen und zwar nicht mit New Spirit sondern mit Whisky, nämlich Longrow Peated, allerdings in der fassstarken Version. Wer eine Flasche Longrow Peated kauft bekommt einen Longrow ohne Altersangabe mit 46% aus verschiedenen Fässern geboten. Dieser Mix muss allerdings erstmal geblended (gemischt) werden.


      Das "Riesenfass" namens Vat 2

      ...wie romantisch... Hochzeit und Flitterwochen im Vat...

      So wurden neulich jede Menge Fässer Longrow in eine Art Riesenfass gekippt, dort vermischt sich das ganze dann, der Malt wird vermählt. Danach bleibt er ein paar Tage in dem Vat (so heißt das Riesenfass) Honeymoon quasi.. Da aber nicht alles abgefüllt wurde, mußte der nun verheiratete Whisky erstmal wieder in Fässer zurück um zu einem späteren Zeitpunkt abgefüllt zu werden. Das war unsere Aufgabe mit Kerry zusammen. Kerry ist schon 15 Jahre bei Springbank, verantwortlich für alles was mit Fässern und Warehouses, immer lustig und sympathisch ... vor allem anpacken kann sie wie zwei Kerle. Die Arbeit die wir heute machen ist nicht sehr kompliziert, Fass auf, drunter rollen, Schlauch vom Vat auf, laufen lassen, wenn voll dann zu, Fass zu und ab ins Lagerhaus. Etwa 30 Fässer haben wir so befüllt, ab und zu kam mal ein Dram von der Flaschenabfüllung rüber, wie ein wunderbarer 24jähriger Springbank aus einem Einzelfass.


      ...alberner Michael.... Kerry steht mit dem Hammer dabei...

      Nach dem Mittag stand die Campbeltown Walking Tour auf dem Plan. Ein Guide von Springbank führte durch die ehemalige Whisky Hauptstadt der Welt und zeigte wo die vielen Brennereien ungefähr standen. An einigen Stellen stand nicht viel anderes als Destillen. Zum Abschluss der Tour ging es in die Glengyle Distillery. Es war etwa um die Jahrtausendwende als die Scotch Whisky Association an die Campbeltowner Whiskybrenner trat und ihnen ankündigte, das die Region Campbeltown demnächst abgeschafft würde, schließlich sind 2 kleine Brennereien zu wenig um als Region zu gelten... (zum Vergleich : allein das Dorf Dufftown in der Speyside hat schon 7 Brennereien) Zum Glück gab es zu dieser Zeit aber in den Lowlands auch nur 3 Brennereien im Betrieb, so das man überein kam, mit Bau einer dritten Brennerei in Campbeltown den Status einer Region zu erhalten. Also rief der Familienpatriarch Hedley Wright den damaligen Manager Frank McHardy in sein Büro und gab ihn einen Auftrag : Frank, please build a new distillery... Es traf sich gut, das das Gelände der ehemaligen Glengyle Distillery (eine Ecke weiter als Springbank) noch immer im Familienbesitz war und in den letzten Jahrzehnten als Traktorgarage diente. ...also Trecker raus, renoviert... gebrauchtes Equipment wie Malzmühle und Brennblasen besorgt und fertig ist die Laube... 2004 lief der erste Whisky der sich Kilkerran nennt, aus den Brennblasen. Der erste offizielle Standardmalt Kilkerran 12 Jahre kam 2016, bis dahin gab es jährliche Kostproben namens „Work In Progress“. Die Brennerei arbeitet nur 8 Wochen im Jahr und wird komplett von der Springbank Mannschaft bespielt.


      Das Logo vom Kilkerran ist der Blick durch das Fenster zur Kirche

      Glengyle Distillery... nur 8 Wochen pro Jahr in Betrieb...

      Nach dem Stadtrundgang und Glengyle kam nun der letzte Punkt des Arbeitstages... und der gesamten Schule überhaupt... Zum erstem mal überhaupt konnten wir uns eine Flasche Springbank nach unserem eigenen Geschmack kreieren. Das alles machen die Leute von Springbank/Cadenhead zum allerersten male, der Raum dafür roch noch nach Farbe, wenige Stunden zuvor wurden noch elektrische Leitungen verlegt... Spannung pur... Bereit standen 6 Fasssamples von Springbank : First Fill Bourbon, Refill Sauternes, Refill Rum, Refill Port, Refill Sherry und First Fill Sherry. Dazu auch 6 Kleinsamples zum probieren. Das Ergebnis wird dann in Messzylinder gemixt und letztendlich in die Flaschen gefüllt... mit Original Springbank Labeln und Namen des „Master“blenders.


      Neu im Hause Cadenhead : Blend your own Springbank

      Wenn alle Arbeitsplätze der Welt so... vergiss es...

      yeeaaaaahhhh

      Ich bin ja dem Sherry nicht abgeneigt so lange er nicht zu schwefelig ist. Meine Komposition besteht aus 0,35 l First Fill Sherry, 0,15 l Refill Sherry und 0,20 l Bourbonfass. Die Flasche gibt es aber erst morgen... nach bestandener Prüfung. Durch das ganze Verkosten für den Blend hatten wir bereits wieder alle Lampen an... um die Flaschen noch ordnungsgemäß zu verschließen gingen wir nochmal ins Warehouse No.9... wo das Cadenhead Warehouse Tasting immer ist. Der Vailinch lag noch da und Donald Brown, mit dem wir die Blendingsession gemacht haben war auch guter Dinge da er auch nicht mehr ganz nüchtern war... und das Tasting von gestern wurde noch etwas ergänzt... ich kann mich nicht mehr erinnern was alles noch ins Glas kam... Mantel des Schweigens darüber...
      Nebenbei : es soll in Zukunft eine offizielle Tour mit dem Namen From Barley To Bottle (oder so ähnlich) geben, also eine recht üppige Tour mit dem Blenden... für 250 Pfund..., aber auch mit dem Unikat einer Springbank Flasche... wir waren uns für die Pionierarbeit nicht zu schade...
      Nach dem Dinner ging es dann nochmal gemeinschaftlich in die Gastronomie der Stadt. Die älteren (in diesem Falle auch ich) waren Mitternacht zuhause, die jüngeren konnten sich den nächsten Morgen nicht erinnern... es soll wohl aber 3 Uhr gewesen sein...


      Findley Ross, Lars Pechmann, Gavin McLachlan... Springbankiers unter sich...

      Das beste Jodeldiplom der Welt

      ...und damit sind wir beim letzten Schultag angelangt... er war sehr kurz deshalb wird er hier mit abgehandelt. Zum Frühstück musste nochmal früh aufgestanden werden. Der einzige offizielle Termin war zwar um 10:30 Uhr und lautete : Test, Prüfung, Abitur... Diplom... Professur... ok... ich neige manchmal zur Übertreibung... Es gab einige Seiten mit allmöglichen Fragen, die Antworten standen in dem Hefter, den wir am Anfang erhalten hatten und den ich nicht für nötig erachtet hatte mitzunehmen... Naja, so schwer war es auch ohne nicht, spicken und gemeinschaftlicher Austausch war nicht verboten. Dann kam Findlay Ross und die Fragen wurden gemeinschaftlich gelöst... war ja klar das es nur eine Formsache ist... Dann wurden die Diplome mit den Tags zuvor kreierten Springbanks überreicht. Gruppenfoto und Mittagessen (die jüngeren hatten noch keinen Appetit), dann kam schon der Abschied. Die Hälfte der Klasse fuhr schon von Springbank aus mit dem Auto Richtung Glasgow, Felix kam noch mit ins Hotel, reiste aber auch kurze Zeit später ab. Nur Sören und ich blieben noch über Nacht. Abends gingen wir zusammen essen, mehr lief den Tag aber nicht mehr... ich fing an diesem Tag an, diese Berichte zu schreiben, vorher ging das nicht, wie ihr euch das jetzt ja vorstellen könnt... und ich schreibe jetzt noch... morgen gehts weiter...



      SPREESIDE WHISKY MESSE BERLIN
      Nächste Vorstellung : 10.-11.05.2019

      www.spreeside-whisky.de