McLarsen @Springbank Whisky School 2019

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Sehr cooler Bericht! Danke. :rauf:

      Ich könnte mir das durchaus auch mal vorstellen, ist mit Sicherheit ne tolle Erfahrung.
      Und vermutlich sind die ganzen Tastings und Zwischendurch-Drams 5 Tage am Stück am Ende härter, als das bissel Arbeit... fettgrins
      Meine Samples: NEU: Samples von stollimaus: Über 80 Malts! Raritäten und Standards
      Mitglied im Whiskyclub Lichtenstein (Westsachsen) ---> Whiskyclub Lichtenstein
      Mitglied bei "Säggssche Wissgievornischdor" :prost:
      Vielen Dank für den tollen Bericht! Springbank wächst mir dadurch noch mehr ans Herz.
      -> Ich bin immer auf der Suche nach Abfüllungen bzw. Sampels aus meinem Geburtsjahr 1976 und darüber hinaus nach alten Islays & Broras aus den 1960/70ern. Schreibt mir gern!

      Mitglied & Schriftführer der Churpfälzer Maltfreunde / Schottland- & Single Malt-Liebhaber (Ardbeg-, Bowmore, Brora und Port Ellen).
      ...einen haben wir noch:

      Inveraray & Glasgow

      Als ich im September 2018 den Zuschlag für die Whiskyschool erhielt (derzeitige Warteliste : 3,5 Jahre) plante ich auch noch, wenigstens einen Tag irgendwo anders zu halten. Hätte ich damals gewusst das der Freitag so kurz ist, hätte ich es noch anders gemacht... aber ok.. nun war es so. Die Wahl fiel auf Inveraray, eine schicke Ortschaft ziemlich genau in der Mitte zwischen Glasgow und Campbeltown. Durchgefahren bin ich schon öfters, außerdem macht der Bus hier eine 10 Minuten Pause, was stets für ein Foto von dem alten Boot im Hafen reichte.


      Dieses Bild habe ich sicher schon 10 mal gemacht... Hafen von Inveraray

      Diesmal wollte ich ein paar Stunden länger hier verweilen und mietete mich für eine Nacht im Rudha-na-Craige Hotel ein. Das Haus liegt am Ortseingang, hat 4 Sterne und war seinerzeit Tagesschnäppchen einer Onlinebuchungsseite. Als ich die etwa 15 min von der Bushaltestelle zurück gelaufen war, wurde ich herzlich empfangen. Hausherr Howard teilte mir mit das er mein Zimmer upgraded hat... warum auch immer... und so hatte ich eines der vornehmsten Zimmer die ich in Schottland je bewohnen durfte... mit tollen Blick auf Loch Fyne... für weniger Geld als ich für die Bruchbude in Campbeltown bezahlt hätte. Erstmal ging es aber in den Ort, es war schon nachmittags und ich wollte auf jeden Fall Castle und Gardens besichtigen, eventuell auch noch zu dem ominösen Wachturm auf den Berg dahinter. Das Castle, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert ist noch heute Sitz der Dukes of Argyll, einem Zweig des Campbell Clans. Einen großen Teil des Schlosses kann man besichtigen. Als Potsdamer kenne ich ja Schlösser und Gärten ganz gut, anders ist nur das hier auch der Adel noch wohnt. Der Garten ist zum Teil eher Wald als Lustgarten mit einigen imposanten Bäumen, in ein bis zwei Monaten wird der Rhododendron das Farbkommando übernehmen... jetzt waren es noch die Osterglocken... allerdings bereits im fortgeschrittenen Zustand.


      Inveraray Castle... links der Turm auf dem Berg ist ein langer Weg...

      Imposante Bäume im Schlossgarten

      So groß war das alles nicht, das Wetter war bis auf den eisigen, kräftigen Wind ok... also dann doch auf den Berg... der heißt übrigens Dun Na Cuaiche... gälisch für Napfberg... oder Schüsselberg. Der Wachturm wurde 1748 fertiggestellt... er ist also so alt wie das Schloss Sanssouci... aber das nur am Rande. Mit der Besteigung von größeren Erhebungen hatte ich bereits im September auf Arran Erfahrung als es auf den Goatfell ging, der ist 874 m hoch und ich war glaub ich 6 Stunden unterwegs, dieser Berg misst nur 348 m (allerdings von Null), in 40 Minuten war ich oben, mit hängender Zunge... ich dachte zwischendurch ich komme nie an... nach jeder Ecke vermutete ich den Turm... aber es ging immer weiter steil bergauf... Im Nachhinein habe ich gelesen, das der Weg gerade mal 2,5 km lang ist... eigentlich lächerlich... wenn man sportlich ist... Irgendwann stand der Turm... der auch gerade einmal vielleicht 10 m hoch ist... vor mir... Puh... Die Aussicht entschädigte aber auf jeden Fall den Aufwand. Super Blick über Schloss und Ort Inveraray und die bergige Gegend der schottischen Westküste, auf manchen Gipfeln lag noch Schnee... der Wind blies mich allerdings fast wieder runter... also nach ein paar Minuten zurück... bergab geht bekanntlich einfacher.


      ...nach gefühlt 3 Stunden Bergbesteigung im Himalaya... der Turm...

      ...die Aussicht entschädigt... nicht im Bild : der eisige Wind.

      Dann die Überlegung... etwas essen, paar Bier trinken, klar. Der Ort ist allerdings annektiert von überwiegend britischen Touristen im Seniorenalter... nicht das ich da etwas gegen hätte, aber ich hatte ja auch noch dieses fast royale Hotelzimmer und immer noch reichlich Sachen zu schreiben... also heute mal was ganz anderes : In den Supermarkt paar Würstchen, etwas Krautsalat und paar Punk IPA eingekauft und zum ersten mal in der Historie meiner Schottlandreisen (diese ist No.16) ging es abends nicht ins Pub sondern ich blieb im Hotel, schaute auf Loch Fyne, schrieb an diesen Bericht und machte es mir gemütlich... werde ich jetzt richtig alt ?... Egal... hat Spaß gemacht. Nächsten Morgen gab es ein gutes schottisches Frühstück und dann ging es mit dem Bus nach Glasgow. Dort gab es die ersten Wolken seit dem Ankunftstag, aber noch immer keinen Regen. Residenz war das Willows Hotel in der Renfrew Street, eine Straße die geografisch und taktisch gut liegt, auf der einen Seiten kurz zum Busbahnhof, zur anderen Seite zum Bon Accord. Nach der Nacht im Luxus wurde ich in Glasgow wieder auf den Boden der Realität geholt... aber das wusste ich vorher und für eine Nacht schlafen reicht es alle male... nur auf eigenes Bad legte ich Wert. Etwa 13:00 Uhr war Ankunft, das reicht jetzt nicht für sehr große Unternehmungen, also wählte ich einen Spaziergang durch die Stadt zur Drygate Brauerei, welche unmittelbar neben der großen Tennants Brauerei liegt.


      ...sieht erstmal unspektakulär aus... Drygate Brewery Glasgow

      Die Craftbiere von Drygate hatten wir im Offside auch schon im Aussschank, vielleicht erinnert sich noch jemand an das Bearface (?). Als ich dort ankam war ich überrascht, ein großes Visitorcenter mit Restaurant, Beerhall, Shop und...und...und...vor allem sehr gut besucht, zeitweise hätte ich mich auch im Prenzlauer Berg wähnen können, viele bärtige Papas mit kleinen Kindern, ich hätte beinahe keinen Platz bekommen... und das Sonntag Nachmittag. Ein Burger und zwei Seven Peaks IPA später ging es zurück Richtung Hotel, vorher etwas durch die Innenstadt geschaut, Sonntag spielt da keine Rolle, fast alle Kaufhäuser und Läden hatten bis 18:00 Uhr geöffnet... jeden Sonntag übrigens. Gegen 20:00 startete ich denn die letzte offizielle Unternehmung dieser Reise... und damit endeten schon etliche... Einkehr in die beste Whiskybar Glasgows... das ist für mich das Bon Accord. Dort war wie im Offside ja auch öfters... Sonntags tote Hose, aber das war ok, ein paar Guinness und ein letzter Dram... und zurück ins Hotel und die letzte Nacht in Schottland wird geschlafen. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Berlin... ohne besondere Vorkommnisse.


      ...war schon häufig das letzte Bild bei meinen Schottlandberichten... Bon Accord

      Fazit

      Diese Woche war definitiv eine der Wochen, die ich auch im hohen Alter nicht vergessen werde, auch wenn ich dann vielleicht vergessen habe wie ich heiße... aber ich kann im Altersheim garantiert noch erklären wie Springbank Whisky hergestellt wird (idealerweise wird dann Longrow aus der Schnabeltasse gereicht).
      1400 Pfund für eine Woche arbeiten ? Klingt natürlich erstmal doof und ist natürlich auch eine Menge Geld. Wenn man aber die einzelnen Sachen zusammen rechnet, die wir erlebt haben, dann merkt man schnell, das es ein fairer Preis ist, schließlich war Unterkunft, Vollverpflegung, teure Tastings und eine eigene Flasche Inklusive. Zum Vergleich : eine Flasche Springbank 25y Originalabfüllung kostet etwa 450 €... drei Flaschen davon und man kann eine Woche Spaß haben...
      Das Dellwood Hotel in Campbeltown... nun ja... Tracey und Bruce sind wirklich sehr nette Zeitgenossen, auch die Familie und das Personal lässt keine Wünsche offen, das Essen war alles sehr gut. Das Hotel an und für sich ... für ein kaltes Zimmer mit Elektroheizung aus dem Baumarkt sind 70 Pfund für eine Einzelperson absolut abgedreht... das kann man vielleicht in London machen, aber Campbeltown ? Selbst auf Islay habe ich noch nie so viel bezahlt.. also so richtig empfehlen kann ich das Dellwood daher nicht... aber der Preis war schließlich in den Schulkosten enthalten.
      Gab es sonst noch was zu meckern ? Nö... war alles prima, vielen Dank Nina für Idee und Organisation... vielen Dank an alle die sich daran beteiligt haben... lasst uns bei Gelegenheit mal einen schönen Springbank schlürfen... ...und auch vielen Dank fürs lesen der Berichte... nächstes Jahr gibt’s bestimmt einen neuen... von wo auch immer...


      SPREESIDE WHISKY MESSE BERLIN
      Nächste Vorstellung : 08.-09.05.2020

      www.spreeside-whisky.de