Home-made-Finishing im 3l-Fass

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      Home-made-Finishing im 3l-Fass

      Liebes Forum,

      das Thema "eigenes Fass" läßt mich nicht so wirklich los.
      Und natürlich habe ich verstanden, dass eine New Make-Reifung eine "gesunde" Fassgröße benötigt. Daher habe ich einen anderen Ansatz und dazu einige Fragen.

      Die Idee ist ein frisches getoastetes 3l- Fass (LINK) zuerst mit Sherry (Oloroso oder PX) vor zu belegen und zum Finishen von jüngeren Standards (z.B. den 10yo Arran, ungefinisht, erhöhte Stärke) zu nutzen. Dabei reden wir beim Finishing natürlich nur über Wochen. Vielleicht hat der ein oder andere Hobby-Abfüller von uns ja schon Erfahrungen damit gesammelt?!

      Zu meinen Fragen:
      • Lagerung eher auf dem Dachboden (Temperatur eher kühl und konstant) oder im Gartenhaus (große Temperaturunterscheide teilwesie auch innerhalb des Tages)?
      • Welchen Sherry könnt ihr empfehlen (ich vermute, dass die Erstbefüllung eh eher eine Opferrolle spielt und entsorgt wird)?
      • Wie lange sollte die Vorbelegung mit Sherry sein?
      • Habt ihr noch Vorschläge für Alternativen zum 10j Arran (gerne in Fassstärke)?
      • Und für danach: eignet sich ein derart genutztes Fass auch zum finishen anderer Spirituosen (insb. Obstler) / kann ich es "neutralisieren"?

      Vielen Dank für Eure Einschätzung und VG,
      Ben
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      "It is true that whisky improves with age. The older I get, the more I like it" - Ronnie Corbett
      Hi, ich habe das mit Freunden schon öfters gemacht :-)
      Wir haben immer Fässer mit 3l Fassungsvermögen aus französischer Eiche und ausgekohlt genommen.
      Wichtig ist das Fass erstmal zu Wässern, damit es dicht ist.
      Den Wein würde ich für etliche Wochen drin lassen, damit auch die ersten extremen Holznoten raus sind. Der erstbelegte Wein war danach nur noch zum Kochen zu gebrauchen.
      Oloroso Sherry haben wir auch Mal gekauft, allerdings nicht ins Fass gefüllt, weil der uns überhaupt nicht geschmeckt hat - da war der billige Sherry die falsche Wahl. Mit Portwein, Madeira und PX haben wir gute Erfahrungen gemacht! Einen normalen etwas süßeren Rotwein haben wir auch mal ausprobiert und fanden das auch gelungen!
      Gelagert haben wir das Fass einfach in der Wohnung.
      Als Whisky hatten wir Glenfarclas 105, laphroaig quarter cask, Ileach cask strength und einen Bunnahabhain 12 drin.
      Die Fasstarken haben uns besser gefallen!
      Die Fassexperimente machen auf jeden Fall viel Spaß :-)
      Viele Grüße,
      Flo
      Hi Ben,

      halte uns bitte auf dem Laufenden.

      Ein befreundetes Ehepaar hatte mal ein 2l Fass von Amazon geschenkt bekommen und Rakija in Zweitbefüllung darin gelagert. Nach ~6 Wochen hat er geschmeckt wie Spanplatte pur.
      Ich denke also, in den ersten Versuchen wirst du nicht so gute Ergebnisse bekommen, wenn du den Inhalt zu lange drin liegen lässt. Und ich würde regelmäßig probieren, damit er dir nicht kippt.
      Hallo. Habe schon einige Fassexperimente hinter mir und geb dir den Rat einfach auszuprobieren. Unter 5 Liter ist es schwer den richtigen Zeitpunkt des entleeren zu finden und er ist zu kurz im Fass um sich richtig zu vereinen mit Holz und Impfung. Beste Ergebnisse machte ich mit PX. Lagerung ist nur wichtig wenn du deinen Verlust an die Engel im Rahmen halten möchtest 50 Prozent sind da schon drinnen bei großen Schwankungen. Lass den Sherry mindestens 6 Monate einziehen das er gut abgibt und mach das Faas Randvoll damit. Fassstärke eignet sich besser da er im Fass Alc verliert. Als Arran Fan muss ich gestehen das bei mir das Arran Experiment das schlechteste war. Der wollte sich nicht wirklich gut verbinden. Hatte den machrie Moore.
      Sehr gute Ergebnisse hatte ich mit Ardbeg First Fill px. Oder auch ne Mischung aus Kilchoman und Glen Els in fassstärke mit PX Finish
      kannst ja mal probieren
      Ich hatte ein 2 Liter Fass, gewässert, dann 6 Monate Sherry. Es folgte ein Poteen mit 71% der völlig ungenießbar war. Nach 5 Monaten war der ganz gut, aber ca 30% Verlust, bei Lagerung im Kellerraum, Temperatur 12-20 Grad. Nach ca. einem Jahr in der Flasche war der echt Super, warum auch immer. Es folgenden Belegungen mit Glenfarclas 105, Portwein, Black Bull 12yo, Lowland by the Sea, Portwein, Glenfarclas 105, Merlot, Glenfarclas, usw...
      Es war nichts dabei das in die Hose ging. Das Ergebniss hat dem Ausgangsstoff ganz gut getan. Das schlimmste war ganz sicher der Morgen nachdem wir den Portwein aus dem Fass geholt haben und zu zweit die 1,5 Liter gebügelt haben.

      Viel Spass auf jeden Fall und lass hören wie es läuft!
      Nun ja, wer Experimente liebt :greenhole:
      Mit Finish hat das allerdings wenig bzw. nix zu tun. Unter Finish verstehe ich eigentlich das man einen ausgereiften Stoff in ein vorher belegtes Fass welches gute bis sehr gute Ergebnisse gebracht hat verbringt. Warum man dann einen trinkfertigen Malt in ein Fass schüttet in welchem sich vorher eine Flüssigkeit befand welche sich nur noch zum weg kippen geeignet hat erschließt sich mir nicht so ganz. Aber jeder wie er möchte :rolleyes:
      Manchmal trifft man auf Leute
      denen würde eine gebrochene Nase
      gut zu Gesicht stehen
      PX und Ardbeg. Müsste mal zuhause schauen welche Marke es war.

      Den PX habe ich etwas länger drin gelassen, vielleicht 3 Monate, aber immer den Füllstand aufgebessert. Und so ist schon eine ganze Kiste im 3-Literfass hineingegangen.

      Den Ardbeg habe ich deutlich kürzer drin gelassen. ein paar Wochen und auch dort immer den Füllstand kontrolliert.

      Da das Fass während der gesamten Zeit unter intensiver Beobachtung stand, habe ich es nicht im Keller gelagert, sondern auf dem Esstisch. Zimmertemperatur, außerhalb der Heizsaison.

      Dem Sherry hat es (meiner Meinung nach) nicht geschadet, er bekam ein süßes leichtes barrique Aroma, und wurde weniger schwer und recht süffig.

      Der Ardbeg gefiel mir danach wirklich gut. So ist das halt mit eigenen Kindern.

      Wobei man sich natürlich aus der Ferne betrachtet fragen darf, ob man einen ähnlichen Aromaeffekt nicht auch hinbekommen hätte, wenn man einfach Ardbeg mit der zu definierenden Menge Sherry direkt gemischt hätte. Auch interessant, aber eine verbotene Trinktechnik mit der wir den Kanon des erlaubten Whiskygenusses verlassen!

      Daher bleiben wir mal lieber bei der Fassreifung. Aber auch hier scheine ich mit Ardbeg eine unüberwindbare Schwelle überschritten zu haben, denn alles was ich danach in dieses Fass getan habe... 1. Süsswein... 2. Rum.... schmeckte danach nicht mehr. Die Torfaromen passten dann nicht mehr.
      Also einmal mit Torf begonnen, sollte man dabei bleiben.

      In einem anderen Fass habe ich dann mit Rum Auchtentoshan Valinchs - Süsswein - Glengoyne - Rum - Glen Moray.... gepantscht. Das funktionierte alles gut. Kam aber am PX - Ardbeg nicht ran.



      Der Ardbeg schmeckte mir danach besser, der PX blieb (für mich) auch noch gut trinkbar, er hatte halt ein ordentliches süßes barrique Aroma.
      Am Ende stellte sich beim Ardbeg zwar die Frage ob es nicht einfacher gewesen wäre Ardbeg mit Sherry direkt im Glas zu mischen. Möglich, hätte aber nicht den gleich Spass gemacht.

      Einmal mit Torf behandelt ist so ein Fass dann doch schwierig in der weiterverwen
      Immer schön Dram bleiben

      Danke für eure Erfahrungen.
      ich hadere generell, ob ich nicht vielleicht doch keinen Whisky, sondern eher Obstbrände
      finishe. Daher macht wohl doch das 3l-Fass am meisten Sinn.

      Bei Whiskys geschmacklich noch „mehr“ herauszuholen ist schon eine Herausforderung und wohl sehr subjektiv. Aber bei Obstbränden kann ich mir nicht-fassgereiften kaum etwas anfangen. Da wäre der erste Fass-Versuch darüber wohl sinnvoller. Und zudem auch weniger kostenintensiv im Worst-Case.

      Die Schritte 2 und 3 wäre dann die Expansion auf ein zweites Fass für Whisky und das eigene brennen. man wächst ja schließlich mit seinen Aufgaben...
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