Die Engel wandern aus

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      @ torfbombe
      Überzeichnung... Denkanstoß... jetzt? :idee:

      es ist ja völlig in Ordnung, dass hier viele skeptisch sind und verstehen kann ich es in jedem Fall, aber muss man sich dann gleich so versperren?

      Rednose das was Du da postest kennt doch fast jeder, aber meiner Ansicht nach, hilft ein Artikel der nicht auf wissenschaftlichen und messbaren Erkenntnissen beruht nicht weiter. Wurde diese Geschichte nicht ursprünglich von der Whiskyindustrie in Auftrag gegeben?

      Was ist damit, dass ein Fass mit weniger Angel Share zwangsläufig über die Jahre mehr Fasskontakt hat, weil mehr Whisky drin ist und somit vielleicht die reduzierte Atmung ausgleicht oder gar übertrifft?
      Ich frage mich bei solchen News immer, wo denn da die News ist...

      Von der Existenz von passiven und aktiven Fässern haben die Schotten schon lange Kenntnis.
      Die Bastelei an der Reifung ist doch so alt wie der Whisky selber. Ohne Versuche, Änderungen, Verbesserungen gäbe es den Whisky ja gar nicht.

      Nun gibt es also einen Fasshersteller, der damit Werbung macht.... - Überflüssigeres gibt es wohl nicht, aber gut. Werbung ist angekommen, bei uns Whiskynerds... ziemlich fehlgeleitet, aber auch gut. (Mal wieder großen Dank an Whisky-"Experts".)
      Immer schön Dram bleiben

      Malty schrieb:

      @ torfbombe
      Überzeichnung... Denkanstoß... jetzt?

      Malty, ist das so formuliert ein Denkanstoss? Andere Forumsteilnehmer haben andere Meinungen. Soll das nun ausdiskutiert werden oder nicht? Die von Dir titulierten "alten Dachse" erläutern hier Ihren Standpunkt. Man muss das nicht mögen und kann ja auch anderer Meinung sein aber um in eine Diskussion und einen Meinungsaustausch zu kommen funktioniert das meiner Meinung nach so nicht.
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg
      vielleicht ist Dir nicht aufgefallen, dass ich mich sehr für das WIE interessiert habe. Ich habe bisher noch gar keine Meinung, bei mir ist Meinungsbildung ein Prozess... auch ich beziehe gerne Erfahrungen ein, bewerte aber dennoch auch immer gerne jede Situation neu. Schlussendlich wird hier komplett anders damit umgegangen, ob das so richtig ist, muss jeder selbst für sich beurteilen. Wenn aber jeder von den alt Eingesessenen der sich äußert, in diese Richtung geht, naja, dann passiert hier im Forum nicht mehr viel. Dahin ging der Denkanstoß, das Mittel war Überzeichnung. Vielleicht jetzt etwas verständlicher.
      ich habe Dich schon verstanden, auch wenn Dein Ansatz zur Überzeichnung nicht sofort erkennbar war und somit erklärungsbedürftig.
      Wenn aber die "Alteingesessenen" nun einmal ihre Meinung vertreten und auch erläutern warum sie das so sehen: dann muss man aus meiner Sicht einfach eine Diskussion führen. Es geht aus meiner Sicht letztlich um die besseren Argumente. Ich vertrete nun einmal auch solange meine Meinung, solange keiner ein besseres Argument liefert, dass mich vom Gegenteil überzeugt.

      Und nun back zu Topic und meine 2 cents:

      Glenturretsyndrom bringt es aus meiner Sicht ganz gut auf den Punkt: Experimente und Änderungen gab es schon immer, sonst hätten wir nicht den Whisky, den wir jetzt oder vor Dekaden hatten - vielleicht ja gar keinen Whisky. Mich beschleicht halt nur das Gefühl, dass die aktuellen, sogenannten Innovationen aus reinem Kommerz entstehen und das ist aus meiner Sicht im Sinne der Qualität der falsche Weg. Letztendlich werden wir den Zug nicht aufhalten, vielleicht erleben wir ja in einigen das Ergebnis, können es verkosten und final bewerten. Alleine der Glaube an eine Qualitätsverbesserung fehlt mir. Und nun bitte: man möge mir gute Argumente liefern, die mich vom Gegenteil überzeugen ;)
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg
      ich sag mal wir nähern uns an ;)
      ich hatte nie im Sinn die Diskussion zu beenden, ganz im Gegenteil, ich hätte Spaß daran mit der Diskussion unvoreingenommen umzugehen. Alle Argumente die hier in Sachen der Qualität hervorgebracht wurden belaufen sich auf Erfahrungen der Vergangenheit, aber dreht es sich bei Neuerungen nicht vielmehr um die Argumente die die Gegenwart bzw. der Zukunft hervorbringt? Keiner von uns hat den Testmalt dieser Fässer probiert oder weiß bisher wie sich der Malt in den Fässern wirklich entwickelt hat bzw. entwickeln wird. Mehr Fasskontakt auf Kosten der Atmung, ich freue mich auf dieses Experiment und die erste FT. :mahlzeit:
      @torfbombe

      Ist es nicht ein bisschen Verklärung der Vergangenheit zu schreiben

      torfbombe schrieb:

      Mich beschleicht halt nur das Gefühl, dass die aktuellen, sogenannten Innovationen aus reinem Kommerz entstehen und das ist aus meiner Sicht im Sinne der Qualität der falsche Weg.
      ? Ein Gefühl, dass es heute nur noch um Kommerz geht ist ja auch nur ein Gefühl, kein Argument wenn man semantisch spitzfindig sein will ;-)

      Letzten Endes wird doch selbst bei Diageo, Pernod etc., ein Kompromiss ermittelt zwischen Qualität und Rentabilität. Es bringt nichts zum niedrigsten Preis zu produzieren wenn es keiner kauft. In Deutschland klappt das vielleicht gut, aber nicht international.

      Aber mal Beispiele Kommerz vs Qualität: Füllstärke der Fässer. DCL hatte zweitweise mit Destillationsstärke abgefüllt. Die Qualität war ja ganz augenscheinlich nicht ansprechend für die Produkte & Konsumenten (Auch wenn dadurch natürlich aus der Rare Malt Reihe ein paar wirklich tolle Tropfen herausgekommen sind.), denn warum sonst sollten sie heute wieder mit 63,5% befüllen? Rein wirtschaftlich macht es mehr Sinn bei Destillationsstärke, das spart Fässer.

      Worm tubs bei Dalwhinnie: Dort ist man auch zurückgegangen, trotz dass shell-and-tube einfacher in der Wartung & Instandhaltung sind + deutlich sparsamer im Betrieb.

      Auch sollte imho nicht Qualität mit einem sich wandelnden Geschmacksprofil der breiten Massen verwechselt werden, das passiert meines Gefühls nach sehr oft ;-)

      HorrorVacui schrieb:

      Auch sollte imho nicht Qualität mit einem sich wandelnden Geschmacksprofil der breiten Massen verwechselt werden, das passiert meines Gefühls nach sehr oft ;-)

      oha... huer wird es spannend, so spannend, dass man diesen Punkt bestimmt seeeehr ausführlich diskutieren kann aber das funktioniert meiner Meinung nach nur noch in einer persönlichen Diskussion und nicht mehr schriftlich in einem Forum. Ob nun das Geschmacksprofil der breiten Massen gleichbedeutend mit Qualität ist, zumal dieses sehr marketingseitig beeinflusst wird, darüber kann man trefflich diskutieren.
      Auch dazu habe ich eine Meinung, aber nicht mehr in diesem Format ;)
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „torfbombe“ ()

      HorrorVacui schrieb:

      [...] denn warum sonst sollten sie heute wieder mit 63,5% befüllen? Rein wirtschaftlich macht es mehr Sinn bei Destillationsstärke, das spart Fässer.
      Ja, benötigt aber i.d.R mehr Lagerzzeit u. verursacht damit wieder Kosten, weil der Spirit langsamer reift. Wenn man also locker flockig weiter produziert, braucht man also doch wieder mehr Fässer, die dann wieder länger liegen bleiben ... "Sparen" geht vermutlich dann doch - zumindest in Zeiten ohne Whisky Absatzflaute - anders besser.
      Von den "Problemen" beim Handeln der Broker in Sachen Blended Scotch mal abgesehen.

      Philip hat's hier m.b.M.n. recht anschaulich zusammengefasst: -> Eye for Spirits. (etwas nach unten scrollen)


      Beste Grüße,
      Det
      They won't appreciate your long experience. They'll only notice when we've gone.
      Service may vary, according to my mood and your attitude ...

      HorrorVacui schrieb:

      [...] weniger Reife in Kauf nehmen und sagt halt "solang keiner murrt lassen wir es so".
      Ich habe da ja den Verdacht, dass es zuweilen schon so ist. Wenn ich gucke wo sonst noch so überall dran geschraubt wird u. wurde ... ;)

      Egal. Zum Thema:
      Wenn das alles so stimmt, was einem vor Ort so erzählt wird u. was man hier u. dort so lesen kann, dann stellt sich mir natürlich die Frage, wie man denn auf die Idee kommen kann, dass eine solche "Hightech" Lagerung mit ihrer Veränderung der Verdunstungskurve von Vorteil für uns sein kann.
      Wenn die oxidative Reifung durch mehr Fassinhalt im Verhältnis zur beinhalteten Luft weniger wird, bleibt doch wieder mal nur der aufgesprittete ex Fassinhalt u. das herauslösen von Holzaromen in den Spirit hinein. Das aber haben wir doch bisher auch schon, nur dann eben ohne die - bzw. mit deutlich veminderter - Oxidation, wodurch es sich (zumindest für so'n verknöchertes Fossil wie mich) doch leider wieder mal primär auf eine reine Kostenersparnis reduziert.
      Wogegen natürlich aus Sicht der Hersteller nichts zu sagen ist, immerhin sind es ja Gewinnorientierte Unternehmen, wo der Shareholder sein Share haben will. Leider sehe ich da weiterhin den "Vorteil" für mich nicht.
      Aber ich bleibe ja neugierig u. warte. Vielleicht kann ja jemand etwas anführen, das sogar mich überzeugt. :)

      Beste Grüße,
      Det
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      Das mit der Verhinderung der oxidativen Reifung hat Diageo schon vor 10 Jahren in Versuchsreihen erprobt. Damals hatte man Fässer luftdicht in Folie eingeschweißt. Ergebnis: Weniger Verlust von Destillat. Aber, dennoch hat man sich in der Praxis damals dagegen entschieden. Weshalb wurde nie offiziell. Aber es geschah wohl, weil die Auswirkungen auf das Endprodukt nicht vorteilhaft (schreib ich jetzt mal....) waren. Ansonsten würde Diageo, ein solches Einsparpotenzial doch nicht links liegen lassen!
      Viele Grüße
      Martin

      Megadet schrieb:

      HorrorVacui schrieb:

      [...] weniger Reife in Kauf nehmen und sagt halt "solang keiner murrt lassen wir es so".
      Ich habe da ja den Verdacht, dass es zuweilen schon so ist. Wenn ich gucke wo sonst noch so überall dran geschraubt wird u. wurde ... ;)

      Egal. Zum Thema:
      Wenn das alles so stimmt, was einem vor Ort so erzählt wird u. was man hier u. dort so lesen kann, dann stellt sich mir natürlich die Frage, wie man denn auf die Idee kommen kann, dass eine solche "Hightech" Lagerung mit ihrer Veränderung der Verdunstungskurve von Vorteil für uns sein kann.
      Wenn die oxidative Reifung durch mehr Fassinhalt im Verhältnis zur beinhalteten Luft weniger wird, bleibt doch wieder mal nur der aufgesprittete ex Fassinhalt u. das herauslösen von Holzaromen in den Spirit hinein. Das aber haben wir doch bisher auch schon, nur dann eben ohne die - bzw. mit deutlich veminderter - Oxidation, wodurch es sich (zumindest für so'n verknöchertes Fossil wie mich) doch leider wieder mal primär auf eine reine Kostenersparnis reduziert.
      Wogegen natürlich aus Sicht der Hersteller nichts zu sagen ist, immerhin sind es ja Gewinnorientierte Unternehmen, wo der Shareholder sein Share haben will. Leider sehe ich da weiterhin den "Vorteil" für mich nicht.
      Aber ich bleibe ja neugierig u. warte. Vielleicht kann ja jemand etwas anführen, das sogar mich überzeugt. :)

      Beste Grüße,
      Det


      @Megadet
      wir ha'm uns ja schonmal gesehen - verknöchert und fossilartig sahst du nicht für mich aus ;-)
      Mir liegt auch nichts ferner dir Engstirnigkeit/Früher-war-Alles-besser-Attitüde etc. unterstellen zu wollen, einmal zur Klarstellung.

      Wenn man das auf Grain-Fässer, oder Fass-Batches für die Billig-Blends diese Bonnets pappt - who cares. Und darum ging es in dem Artikel ja auch ("kein Veränderung im Blend", frei übersetzt).
      Bei den "nassen Fässern" mit dem blutjungen, bis zum Anschlag mit Sherry/Port/…/ aufgeladenen Whisky, glaub ich kann man (für meinen Geschmack) auch nicht mehr wirklich viel kaputt machen wenn man die interaktive Reifung drosselt, der Geschmack kommt eh woanders her ;-)

      Ich sehe nur nicht, warum ich das Ding ohne geschmackliche Referenz verteufeln soll. Übrigens genauso wie ich nicht sehe warum ich das als Gottes Geschenk an die Whiskywelt anhimmeln soll.
      Ja, es wird sicherlich einen Einfluss auf den Geschmack haben, den ich aber bisher nicht bewerten kann. Vielleicht wird das mit 20+ Jahren Reifezeit so ein Ergebnis wie die Rare Malts bringen, vielleicht wird es eklige Brühe. Wenn die Profis das bereits vorhersehen könnten, würde es nicht noch ausprobiert sondern gleich großflächig eingeführt.
      Es würde wahrscheinlich eine Kostenersparnis bringen, aber das interessiert mich erstmal nicht.

      Daher auch mein Einwand oben --> Ja, es wird sicherlich viel getan um Produktionskosten zu minimieren, was nicht unbedingt förderlich für den Spirit ist. Wurde es aber m.M.n. auch schon seit jeher, und ich glaube nicht dass auf Lasten der Qualität auf Gedeih und Verderb alles getan wird (s. Füllstärke und Worm tubs bei Dalwhinnie).

      Über die Sache mit der Qualität kann man wie @torfbombe schrieb wirklich herrlich diskutieren. Mich würde es freuen das mal in einem persönlicheren Format zu diskutieren :rauf: