Corona und Selbständigkeit - Erfahrungen und Hilfen

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      Bei mir wird es höchstwahrscheinlich so aussehen, dass meine geplante Festanstellung erst einmal verschoben wird.
      Starttermin geplant war der 01.04., da aber Teile der vorhandenen Belegschaft jetzt mit Kurzarbeit rechnen müssen..., aber besser später und dann sicher als das was meinem Vorredner passiert ist.

      Problem bei dem Unternehmen wo ich momentan noch freiberuflich bin ist die Abhängigkeit zur Automobilindustire.
      Wegen des milden Wetters ist der Umsazu schon das erste Mal eingebrochen und da jetzt die Automobilproduzenten ihre Produktion stoppen bzw. runterfahren wird es richtig eng.
      Mal schauen was nächste Woche das x.te Eskalations/Krisenmeeting bringt.
      Wir werden gefühlt fast täglich derzeit von unserem Steuerbüro informiert und zumindest in Hessen gibt es erste konkrete Maßnahmenpakete außer Kurzarbeit.

      Ob und welcher Form allerdings auch das bewilligt wird, kann ich (noch) nicht, aber ich denke es lohnt sich über die Möglichkeiten zu informieren.
      Zumindest der Ansatz ins positiv und man sollte auch mal was Positives zum Ausdruck bringen ;-)
      "Bin immer auf der Suche nach älteren Bruichladdich Abfüllungen. Destilliert in den 60er, 70er Jahren und freue mich auf Angebote"
      Für alle, die zwar immer wieder von der Möglichkeit der "Kurzzeitarbeit" hören, aber denen nicht ganz klar ist, wie es funktioniert, hier ein Link vom Bundesministerium, der viele Informationen dazu beinhaltet:

      kug-faq-kurzarbeit-und-qualifizierung.pdf?__blob=publicationFile
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      Neues Geschäftsmodell in Hessen. Da klingeln zwei Personen an der Türe sagen sie kämen vom Gesundheitsamt und müssten einen Corona Test durchführen. Während einer den angeblichen Test durchführt räumt der andere die Schubladen aus.
      Da kommt man fast in Versuchung ein Schild an der Türe anzubringen: Corona Tester bitte hier klingeln.
      Herr Ober, in meiner Suppe schwimmt ein Mittelfinger! Ich weiß mein Herr. Ein kleiner Gruß aus der Küche
      @chrizthewitz: Tut mir echt leid für dich.

      Aber die Hilfen sind ein Witz!
      Wie gesagt mein Bruder hat eine Tanzschule mit 5 Angestellten. Kosten je Monat 22k€.
      Das kann er nicht sehr lange durchhalten. Zumal es Kurzarbeitergeld nur gibt wenn du einen Tarifvertrag hast bzw. eine Klausel in den Arbeitsverträgen. Das hat aber in der Regel keiner bei kleinen Betrieben. Somit bleiben zwei Lösungen:
      1. Entlassen
      2. Pleite gehen.

      Denn die Leute kündigen ihre Verträge und es kommen 0 Euro rein. Das kann er zwei drei Monate machen, dann war es das für ihn.

      LG

      Toddy

      Toddy schrieb:

      Denn die Leute kündigen ihre Verträge und es kommen 0 Euro rein. Das kann er zwei drei Monate machen, dann war es das für ihn.


      Können denn die Leute diese Verträge nicht einfach laufen lassen und den Unterricht später nehmen?
      Sind die Verträge monatliche Zahlungen oder einmal jährlich?
      Ich aus meiner Sicht würde das ruhen lassen und nicht kündigen, das hilft dem Unternehmen nicht momentan, aber die Verträge brechen nicht weg und der Anschluss nach der Krise bleibt aber erhalten um wieder Geld zu verdienen.
      Mitglied bei

      Berliner Whiskykarawane - Whisky Cup Winner 2010
      @ Macwhisky.

      Die Verträge laufen monatlich. Aber wenn keine Dienstleistung angeboten wird, ist es rechtlich nicht erlaubt die Beträge abzubuchen. Somit entfallen alle Einnahmen.
      Zudem haben schon mehr als 20 % aller Kunden gekündigt. Und so wie es aussieht werden wir vor Sept oder Okt solche Dienstleistungen nicht mehr anbieten können, wenn das zeitlich überhaupt reicht.
      Aber ich verstehe die Politik da nicht wirklich. Wir fahren alles runter um die Kurve flach zu halten. Soweit alles klar und auch verständlich. Aber wir können doch das nicht ein zwei Jahre durchhalten bis ein Impfstoff oder eine Durchimmunisierung vorhanden ist. Laut Beispielrechnung dauert es mehr als 3 Jahre bis zur Durchimmunisierung wenn wir versuchen die Infektionsrate so klein zu halten, dass jeder die bestmögliche med. Behandlung bekommt. Aber ich denke nicht das es finanziell machbar ist. Die Kosten werden explodieren und die Einnahmen fallen weg da ja die kleinen Betriebe die Steuern bezahlen und nicht die großen Konzerne. Aber viele der kleinen Betriebe werden das nicht überstehen.
      Da muss eine andere Lösung her. Ich hoffe das die schnell ein Medikament finden das die Sterberate verringert oder einen Impfstoff. Ansonsten sehe ich schwarz.

      Toddy schrieb:

      Zumal es Kurzarbeitergeld nur gibt wenn du einen Tarifvertrag hast bzw. eine Klausel in den Arbeitsverträgen.

      Das wäre mir neu!

      Richtig ist, dass der Mitarbeiter ohne solche Klauseln zustimmen muß, bevor man Kurzarbeit beantragt. ... Aber das sollte sich in dieser Situation doch wohl nicht als unüberbrückbares Hindernis herausstellen. Schon gar nicht, wenn man in der Vergangenheit auch schon ordentlich miteinander umgegangen ist.
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

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      Toddy schrieb:


      Die Verträge laufen monatlich. Aber wenn keine Dienstleistung angeboten wird, ist es rechtlich nicht erlaubt die Beträge abzubuchen. Somit entfallen alle Einnahmen.
      Zudem haben schon mehr als 20 % aller Kunden gekündigt. Und so wie es aussieht werden wir vor Sept oder Okt solche Dienstleistungen nicht mehr anbieten können, wenn das zeitlich überhaupt reicht.


      Die Tanzschule, die meine Tochter besucht, bietet das inzwischen online Lurse/Videos per vimeo.com an - wie sieht es denn aus, wenn man hier als Tanzschule das Ganze als Video-/Onlinekurs weiter anbietet - laufen dann die Beiträge weiter? - Die Tanzschule hat auch 6 Wochen Kündigungsfrist - wie sieht es damit aus?

      Mr.Mooc schrieb:

      Toddy schrieb:

      Zumal es Kurzarbeitergeld nur gibt wenn du einen Tarifvertrag hast bzw. eine Klausel in den Arbeitsverträgen.

      Das wäre mir neu!

      Richtig ist, dass der Mitarbeiter ohne solche Klauseln zustimmen muß, bevor man Kurzarbeit beantragt. ... Aber das sollte sich in dieser Situation doch wohl nicht als unüberbrückbares Hindernis herausstellen. Schon gar nicht, wenn man in der Vergangenheit auch schon ordentlich miteinander umgegangen ist.


      Also wir in der Physiotherapie haben auch keinen Tarifvertrag und werden das KuG beziehen. Es gibt ein Dokument zum Download welches (wie oben schon geschrieben) der AN unterschreiben muss, das er einverstanden ist.

      Wenn ich mich recht erinnere war die eizigste relevante Voraussetzung zum Bezug desKuG: Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Und das ist bei uns def der Fall
      «Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben.»
      @ raskobtom: Ja, so ist es! :rauf:

      Zu den Einzelheiten hier nochmal:

      Mr.Mooc schrieb:

      Für alle, die zwar immer wieder von der Möglichkeit der "Kurzzeitarbeit" hören, aber denen nicht ganz klar ist, wie es funktioniert, hier ein Link vom Bundesministerium, der viele Informationen dazu beinhaltet:

      kug-faq-kurzarbeit-und-qualifizierung.pdf?__blob=publicationFile

      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      Und hier noch ein Zitat aus der Welt vom heutigen Tage:

      Mietern soll wegen
      Mietschulden in der Coronakrise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht
      eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und
      Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

      Gelten soll dies für Mietschulden
      aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung
      der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen.
      Auch weiteren Schuldnern, die wegen der Corona-Pandemie ihre
      vertraglichen Pflichten nicht erfüllen können, sollen keine rechtliche
      Folgen drohen. Bei Darlehen soll es eine gesetzliche Stundungsregelung
      geben.


      (Quelle: WELT - Aktuelle Nachrichten, News, Hintergründe & Videos)

      Klar, dass alle Arten von Stundungen das Problem mit sich bringen, sie irgendwann doch bezahlen zu müssen. Aber wir sind noch am Anfang der Lösungen; ich bin zuversichtlich, dass es nach und nach zielführende Ideen geben wird.
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      @ Toddy: Die hiesige (riesengroße) Tanzschule hat vor 2 Wochen innerhalb von wenigen Tagen für sämtliche Kurse detaillierte Kursvideos aufgenommen und hochgeladen. Vielleicht wäre soetwas eine Option?

      Ansonsten hoffe ich, dass sich viele Leute in diesen Zeiten mal etwas solidarischer zeigen als sonst, und (sofern sie es denn selber finanziell nicht zu sehr strapaziert) ihre Mitgliedschaften für 2-3 Monate einfach mal weiterlaufen lassen, den Bäcker und Bauern auf dem Wochenmarkt unterstützen und wir so irgendwie gemeinsam da durchkommen.
      Hierzu ein ganz gut passendes Zitat aus der NOZ:
      Gerade jetzt müssen alle in unserer Gesellschaft, im Großen wie im Kleinen, füreinander da sein. Gemeinschaftssinn ist gefordert statt Egoismus. Solidarität und Zusammenhalt helfen uns, diese schwere Krise zu meistern. Der Gemeinschaftsgedanke muss wieder gestärkt werden. Das Gute liegt oft in unserem direkten Umfeld so nah. Zudem hilft es, in großer Not positiv nach vorne schauen zu können.


      SO siehts aus! :rauf:
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      Mr.Mooc schrieb:

      Hierzu ein ganz gut passendes Zitat aus der NOZ:
      Gerade jetzt müssen alle in unserer Gesellschaft, im Großen wie im Kleinen, füreinander da sein. Gemeinschaftssinn ist gefordert statt Egoismus. Solidarität und Zusammenhalt helfen uns, diese schwere Krise zu meistern. Der Gemeinschaftsgedanke muss wieder gestärkt werden. Das Gute liegt oft in unserem direkten Umfeld so nah. Zudem hilft es, in großer Not positiv nach vorne schauen zu können.


      SO siehts aus! :rauf:

      Ein heeres Ziel. Die nächste Zeit wird erweisen, inwieweit unsere Gesellschaft dazu in der Lage ist. Seid der Kohl-Regierung wurde allen quasi mit der Muttermilch eingeimpft, dass jeder für sich allein seines Glückes Schmied ist und wenn er in eine Notlage gerät, selber schuld ist. Er hat einfach nicht hart genug gearbeitet. Pech gehabt. Wer am meisten verdient, der ist wer und wer sich entschieden hat, in einem sozialen Bereich zu arbeiten, wurde von vielen bestenfalls milde belächelt oder als dämlich angesehen. Plötzlich sind Ärzte, Pflegeberufe, Krankenhauspersonal, Polizei, Feuerwehr und selbst Kassiererinnen und die Müllabfuhr "systemrelevant" und manche in der Presse versteigen sich dazu, sie als stille Helden zu bezeichnen. So ändern sich manchmal innerhalb von wenigen Tagen die Sichtweisen, wenn man plötzlich und unmittelbar persönlich einem unsichtbaren Feind gegenüber steht, den man nicht einfach mit ein paar Geldscheinen wegwischen kann.

      Bleibt zu hoffen, dass das alles nicht ganz schnell wieder vergessen ist, wenn sich, hoffentlich bald, die Lage wieder einigermaßen stabilisiert.
      Naja, ich lasse unsere Verträge bei der Tanzschule zB selbstverständlich weiterlaufen. Im Gegensatz zu denen bringt mich die Summe nicht um - auch wenn ich keine Leistung bekomme.

      Wir haben auch für uns beschlossen in nächster Zeit deutlich mehr Takeaway bei Restaurants zu machen wie sonst. Wir kochen zwar gerne selbst, aber gehen auch gerne essen. So können wir wenigstens eine Branche unterstützen, die nun keine Einnahmen mehr hat.