Waterford - der nächste Hype?

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      Hi there,

      nee, jetzt bin ich wirklich überrascht. Echt. Jetzt.

      Research shows terroir in whiskey does exist

      Greetings
      kallaskander
      Never water another man's whisky.

      Ah yes, predictability, a word that has come to define today’s whisky in so many ways.

      Es besteht keine Verpflichtung obigen post zu lesen, zu mögen oder zu kommentieren.
      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.
      Na ja aus meiner Sicht ist da schon was dran, aber selbst Insider von Laddie geben zu, daß der Einfluß im Laufe der Lagerzeit abnimmt und eher in den Hintergrund tritt. Wer also gerne junges Gemüse zwischen 4 und 8 Jahren trinkt mag das reizvoll sein, ansonsten verschwindet der Effekt eher ;-)
      "Bin immer auf der Suche nach älteren Bruichladdich Abfüllungen. Destilliert in den 60er, 70er Jahren und freue mich auf Angebote"
      Never water another man's whisky.

      Ah yes, predictability, a word that has come to define today’s whisky in so many ways.

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      Sollte eine persönliche Meinung enthalten sein, besteht weiter keine Verpflichtung, sich diese zu eigen zu machen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „kallaskander“ ()

      für mich stellen sich dabei erstmal ein paar grundsätzliche Fragen:

      wie wird beim Whisk(e)y „Terroir“ genau definiert?
      wie hoch ist der Einfluss des Ausgangsproduktes Gerste am Endprodukt Destillat bzw. später am Endprodukt Whisky in unterschiedlichen Reifezeiten?

      ich kann mir grundsätzlich vorstellen, dass unterschiedliche Gerstesorten einen gewissen Einfluss auf das Destillat haben. Bis dahin und auch dananch laufen aber so viele Prozesse mit sovielen „Steuermöglichkeiten“ ab, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass man das später beim Whisky wirklich so isoliert rausriechen oder schmecken kann.
      "Realität ist eine Illusion, die sich durch Mangel an Alkohol einstellt" - Udo Lindenberg

      torfbombe schrieb:

      für mich stellen sich dabei erstmal ein paar grundsätzliche Fragen:

      wie wird beim Whisk(e)y „Terroir“ genau definiert?
      wie hoch ist der Einfluss des Ausgangsproduktes Gerste am Endprodukt Destillat bzw. später am Endprodukt Whisky in unterschiedlichen Reifezeiten?

      ich kann mir grundsätzlich vorstellen, dass unterschiedliche Gerstesorten einen gewissen Einfluss auf das Destillat haben. Bis dahin und auch dananch laufen aber so viele Prozesse mit sovielen „Steuermöglichkeiten“ ab, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass man das später beim Whisky wirklich so isoliert rausriechen oder schmecken kann.


      Das ist auch mein Gedankengang zu dem Thema... Bei jungem Zeugs vielleicht tatsächlich noch wahrnehmbar, dürfte es spätestens bei langer Reifung beim Fassmanagement schwierig werden, außer es werden nur ausgelutschte 3. Refillfässer verwendet.
      Kurze Frage zum "Forum Hype" (einen anderen sehe ich eher weniger?) ;-)
      Seit Monaten muß/darf ich mir das Waterford Bild auf der Titelseite ansehen. Wäre es nicht mal an der Zeit das gegen etwas anderes auszutauschen oder bekommt das Forum Werbeeinnahmen?! Dann natürlich nicht ;-)
      PS: Wenn ich das als User "abschalten" kann, wäre es natürlich auch ne Alternative
      "Bin immer auf der Suche nach älteren Bruichladdich Abfüllungen. Destilliert in den 60er, 70er Jahren und freue mich auf Angebote"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „MiddleCut“ ()

      MiddleCut schrieb:

      Kurze Frage zum "Forums Hype" (einen anderen sehe ich eher weniger?) ;-)
      Seit Monaten muß/darf ich mir das Waterford Bild auf der Titelseite ansehen. Wäre es nicht mal an der Zeit das gegen etwas anderes auszutauschen oder bekommt das Forum Werbeeinnahmen?! Dann natürlich nicht ;-)
      PS: Wenn ich das als User "abschalten" kann, wäre es natürlich auch ne Alternative

      Du kannst einen neuen Artikel in den CN schreiben und schon erscheint der ne ganze Zeit an der Stelle.

      P.S. In der Überschrift steht zu "Hype" ja auch ein Bildzeitungshaftes "?"
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!

      Maltman schrieb:


      Das ist auch mein Gedankengang zu dem Thema... Bei jungem Zeugs vielleicht tatsächlich noch wahrnehmbar, dürfte es spätestens bei langer Reifung beim Fassmanagement schwierig werden, außer es werden nur ausgelutschte 3. Refillfässer verwendet.

      D.h. analog, wenn ein Wein lange lagert, nimmt der Terroir-Einfluss ab? Nur mal so ne Frage...
      Viele Grüße
      Martin
      Dafür müsste man halt eine klare Definition des Begriffs Terroir haben. Und dann hat auch noch keiner gesagt, welche qualitative und quantitative Relevanz für den Geschmack bzw. den persönlichen Geschmack diese Definition hat. In vielen Fällen und auch bei Waterford ist halt auch aus meiner Sicht nicht unbedingt eine Vergleichbarkeit gegeben, um Terroir wirklich schmecken zu können. Klar, kann man das analysieren und dann irgendwelche Werte feststellen. Aber wenn ich nicht Lieschen Müller beide Sachen mit vergleichbaren Parametern auf die Theke stellen kann und die sagt mir ja, ich schmecke einen Unterschied ist es dann nicht müßig über Terroir zu sprechen? Macht es dann nicht mehr Sinn, den Begriff weiter zu fassen, wenn ich ihn denn verwenden möchte?

      Und bei längerer Fasslagerung nimmt so oder so der Fasseinfluss zu. Also nimmt schon mal relativ der 'Terroir-Einfluss' ab.
      ich koche gerne mit wein. und manchmal gebe ich ihn sogar ins essen.
      Bzgl. Terroir-Einfluss bin ich der Meinung, dass ist eine Scheindebatte. Und die hat nichts mit Wein zu tun. Wein wird gepreßt, fermentiert, lagert und wird getrunken. Whisky wird nach dem fermentieren noch mind. 2x destilliert und lagert dann eine x-fache Zeit in einem Holzfass.
      Die Traube geht direkt in den Pressvorgang. Die Gerste wird erst gemälzt und getrocknet, gemahlen und erhält einen große Wasserzugeabe vor der Fermentierung.
      Natürlich wird die Gerste und deren Inhaltsstoffe im Labor einen feststellbaren Einfluss hinterlassen. Mit denen des Weins ist er aber nur marginal vergleichbar. Jedes Fassmanagement, jede Hefe und Fermentationszeit wird einen signifikanteren Einfluss haben als die Tatsache ob die Gerste bei Bauer Meier, Müller oder Schulze auf dem Feld stand.
      ___Mortlach.de

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      ... ja, und selbst dann geht es ja eben nicht um Bauer XY sondern im engsten Sinne des Begriffs um Boden. Da können halt drei Bauern den gleichen Boden haben aber ein komplett anderes Mikroklima. Oder selbst das ist gleich, die Gerstensorte ebenfalls aber der Klon ein ganz anderer. Das wäre mit dem Klon zumindest beim Wein eine Option. Von daher ist 'Scheindebatte' sicher etwas, was es zusammenfassend auf den Punkt bringt.
      ich koche gerne mit wein. und manchmal gebe ich ihn sogar ins essen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „slk“ ()

      rednose schrieb:

      Natürlich wird die Gerste und deren Inhaltsstoffe im Labor einen feststellbaren Einfluss hinterlassen. Mit denen des Weins ist er aber nur marginal vergleichbar. Jedes Fassmanagement, jede Hefe und Fermentationszeit wird einen signifikanteren Einfluss haben als die Tatsache ob die Gerste bei Bauer Meier, Müller oder Schulze auf dem Feld stand.


      Nun, dann würde es ja wirklich stimmen, was die Whiskykonzerne immer behaupten: nämlich dass bei der Gerste - im Gegensatz zum Wein - der Ertrag keine schmeckbaren Auswirkungen auf das Endprodukt hat.

      Oder ab wieviel Prozent "Einfluss" wirds relevant? Unterhalb von wieviel Prozenzt beginnt die Scheindebatte? Ab 20%, ab 5%?
      Viele Grüße
      Martin

      Neu

      Da geh ich auch mit, dass man den Begriff beim Whisky sicher erweitern kann und sollte.
      Doch davon mal abgesehen, wenn der Einfluss der verwendeten Gerste auf den Geschmack des Endproduktes keinen Einfluss haben soll nach entsprechender Lagerdauer im Fass, warum reden wir dann immer von einem Destilleriecharakter?

      slk schrieb:

      Für mich ist es relevant, wenn ich es schmecke.


      Dazu ein Beispiel: Wir hatten ein Blindtasting mit 9 Personen. Ich hatte einen Benromach CS ins Rennen geschickt ... 80% auf Islay getippt.

      rednose schrieb:

      Natürlich wird die Gerste und deren Inhaltsstoffe im Labor einen feststellbaren Einfluss hinterlassen. Mit denen des Weins ist er aber nur marginal vergleichbar. Jedes Fassmanagement, jede Hefe und Fermentationszeit wird einen signifikanteren Einfluss haben als die Tatsache ob die Gerste bei Bauer Meier, Müller oder Schulze auf dem Feld stand.


      Wenn nun aber die Gerste bei Meier, Müller und Schulze doch einen so intensiven geschmacklichen Einfluss bringt wie sagen wir mal, Roggen oder Mais, was ist dann?
      "never whisky without water - never water without whisky"

      Mitglied bei "Diem No. 2" :prost2:

      Neu

      Lough schrieb:

      ....wenn der Einfluss der verwendeten Gerste auf den Geschmack des Endproduktes keinen Einfluss haben soll nach entsprechender Lagerdauer im Fass, warum reden wir dann immer von einem Destilleriecharakter?

      Eigentlich hast du es ja schon geschrieben. Destilleriecharakter. Und eben nicht Gerstencharakter oder Naturcharakter.

      Wie Markus schon geschrieben hat, entsteht der Destilleriecharakter bei der Verarbeitung der Gerste:
      "Die Gerste wird erst gemälzt und getrocknet, gemahlen und erhält einen große Wasserzugeabe vor der Fermentierung."

      Aus diesen Verarbeitungsprozessen entsteht dann der typische Charakter. Und wenn man es so mag ist genau dieser Blick auf den Destilleriecharakter, der Terroir-Charakter des Whiskys, nicht der Standort des Feldes sondern der Standort der Verarbeitung ist eben für den Geschmack entscheidend.

      Im Gegensatz zum Wein ist Whisky kein Naturprodukt. Es ist ein industrielles Produkt, - von mir aus - ein Handwerk. Beim Whisky gibt es keine naturbedingten qualitativen Unterschiede in den Jahrgängen wie wir es beim Wein kennen. Heiße Sommer oder Jahre mit viel Niederschlag, haben keinen Einfluss auf die Produktionsqualität. Alle guten oder schlechten Jahrgänge beim Whisky sind zurückzuführen auf betriebswirtschaftliche Entscheidungsprozesse innerhalb der Destillerien, Konzerne oder den jeweiligen Abfüllern.

      Natürlich gibt es unterschiedliche Gerstensorten, die zum Einsatz kommen. Aber auch hier entsteht der geschmackliche Unterschied weniger aus der Gerste selbst, sondern aus der dem Unterschied angemessen unterschiedlichen Verarbeitung dieser Gerstensorten. Hier wird z.B. bei der Wasserzugabe oder an der Fermentationzeit gedreht, und dadurch dann ein geschmacklicher Unterschied erzeugt.

      Ich kann auch dies nur noch mal wiederholen: Eine Whiskydestillerie ist im Regelbetrieb nicht in der Lage über zwei Prozessabläufe einen geschmacklich identischen Spirit zu erzeugen. D.h. selbst bei identischer Gerste - vom gleichen Feld von der gleichen Lieferung - wird das Produkt, der New Make, zweier folgender Brennvorgänge geschmacklich unterschiedlich sein. Erkennbar. Auch für Laien, wenn sie sich nur bemühen.
      In diesen Arbeitsabläufen sind immer - trotz aller Automation und Optimierung - Ungenauigkeiten mit dabei.
      Immer schön Dram bleiben

      Neu

      Glenturretsyndrom schrieb:

      Eigentlich hast du es ja schon geschrieben. Destilleriecharakter. Und eben nicht Gerstencharakter oder Naturcharakter.

      Die Aussage bezog sich auf die oft hier wiedergegeben Meinung und Tatsache, dass der Fasseinfluss richtigerweise eine wesentliche Mitwirkung auf den Geschmack des Whiskys hat. Wenn also der Destillerie Charakter, den Fasseinfluss übersteht, warum nicht auch "unterschiedliche" Gersten, die einen unterschiedlichen Geschmack in die Wash bringen. Macht getorftes Malz sicherlich auch?

      Doch was ist denn Terroir?

      Glenturretsyndrom schrieb:

      Aus diesen Verarbeitungsprozessen entsteht dann der typische Charakter. Und wenn man es so mag ist genau dieser Blick auf den Destilleriecharakter, der Terroir-Charakter des Whiskys, nicht der Standort des Feldes sondern der Standort der Verarbeitung ist eben für den Geschmack entscheidend.


      Das ist es nicht!

      Denn Terroir bezieht sich beim Wein, also der Traube, auf die Umwelteinflüsse, den Boden, Niederschlag, Temperatur, Sonnenstunden ... etc.
      Hier ist also wirklich nur die Gerste gemeint.
      In allen anderen Punkten, was die Einflüsse der Destillation, Fermentation, Wasserzugabe ... usw. angehen, gebe ich Dir recht.

      Glenturretsyndrom schrieb:

      Ich kann auch dies nur noch mal wiederholen: Eine Whiskydestillerie ist im Regelbetrieb nicht in der Lage über zwei Prozessabläufe einen geschmacklich identischen Spirit zu erzeugen. D.h. selbst bei identischer Gerste - vom gleichen Feld von der gleichen Lieferung - wird das Produkt, der New Make, zweier folgender Brennvorgänge geschmacklich unterschiedlich sein. Erkennbar. Auch für Laien, wenn sie sich nur bemühen.
      In diesen Arbeitsabläufen sind immer - trotz aller Automation und Optimierung - Ungenauigkeiten mit dabei.

      Diese Unterschiede mögen sicher vorkommen, jedoch ergeben sie über die Masse der Produktion ein einheitliches Profil. Hast ja gesagt, Destillerie Charakter.
      Ich übertreibe jetzt mal: wenn ich in drei unterschiedlichen Produkten Roggen, Gerste und Weizen verwende, dann habe ich in den einzelnen Brennvorgängen sicher immer ein unterschiedliches Ergebnis (bei mehreren Durchläufen der gleichen Art Getreide), jedoch in den drei Variationen, als einzelnes Produkt, den Geschmack von Roggen, Gerste und Weizen?! Warum soll es dann bei der Verwendung verschiedener Gerste, welche sich auch in ihrem Profil Unterscheiden, nicht möglich sein?

      Die Prozessabläufe wurden in der beschriebenen Studie konstant gehalten. Man muss natürlich sagen, dass diese unter Laborbedingungen stattgefunden hat und ehrlicherweise der New Make Opfer der Studie war. Eine weitere Studie, ob dies auch im letztendlichen Produkt von Waterford zu finden ist, ist auch geplant.
      Und Waterford brennt in dem Sinne nicht im Regelbetrieb, sondern "Batchweise" die Gersten/Malz ihrer Bauern.
      "never whisky without water - never water without whisky"

      Mitglied bei "Diem No. 2" :prost2: