Neue Preispolitik Diageo - Talisker 25 und Caol Ila 25

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      Red_Grant schrieb:

      Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass jemand, der vorher regelmäßig seinen gepflegten Caol Ila 25 genossen hat, künftig bei Gin oder Rum sein Glück sucht.

      Auch wenn ich kein repräsentativer Genießer bin ... so ähnlich ist es bei mir seit ca. 2-3 Jahren.
      Gin, aber vor allem Wein haben den Whisky in meinem "Alltag" vom Thron geholt.

      Schon im Preisbereich von 9- 25 € gibt es beim Wein bislang ausreichend für meine beste Lebensgefährtin und mich zu entdecken, so dass wir schon häufiger "unser Glück" für einen Abend gefunden haben.
      Meist kann dieses Glück auch noch nachgeordert werden.
      Das entspannt ganz kollosal und das Ziehen des nächsten Korkens geht leicht von der Hand.

      Natürlich spielt dabei auch eine Rolle, dass es das "große Versprechen" des Whiskys, das Genießen in angenehmer Runde, in den letzten Jahren schwer hatte.
      Aber "nüchtern betrachtet": Wäre dies Versprechen in den vielen Jahren davor auch nur halb so häufig eingelöst worden, wie erträumt, hätten sich nicht derartig viele Flaschen angehäuft.

      Mein Leben und die Art des Verlangens hat sich geändert.
      Ein guter Whisky ist heute für mich, wie eine ehemalige Liebe. Es ist vertraut und prickelig zugleich, Erinnerungen werden wach und locken ein vergangenes Ich in mir hervor.
      Letzten Endes hat jedoch alles seine Zeit und im Moment lebe ich lieber im Hier und Jetzt als in einer Welt der Verheißungen.
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      Mr.Mooc schrieb:

      Red_Grant schrieb:

      Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass jemand, der vorher regelmäßig seinen gepflegten Caol Ila 25 genossen hat, künftig bei Gin oder Rum sein Glück sucht.

      Auch wenn ich kein repräsentativer Genießer bin ... so ähnlich ist es bei mir seit ca. 2-3 Jahren.
      Gin, aber vor allem Wein haben den Whisky in meinem "Alltag" vom Thron geholt.

      Schon im Preisbereich von 9- 25 € gibt es beim Wein bislang ausreichend für meine beste Lebensgefährtin und mich zu entdecken, so dass wir schon häufiger "unser Glück" für einen Abend gefunden haben.


      Geht mir genauso. Ist auch einer der Gründe, warum ich hier nicht mehr häufig unterwegs bin. Wobei ich Gin auch für maßlos überteuert halte, wenn man bedenkt wie wenig Aufwand dahinter steckt. Ich suche mein Glück da eher bei weniger gehypten Spirituosen und ab und zu mal bei den Whisky-Standards oder den verbliebenen günstigen UAs, auch wenn das nicht mehr viele sind. Und tatsächlich auch beim Wein und beim Craftbier.
      Sure they’ve always made NAS whiskies, but those were the cheapest ones. Like NAS–8–12–15–18–25. Not NAS–NAS–NAS–NAS–25. (Serge Valentin)

      Red_Grant schrieb:

      Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass jemand, der vorher regelmäßig seinen gepflegten Caol Ila 25 genossen hat, künftig bei Gin oder Rum sein Glück sucht.


      Mr.Mooc schrieb:


      Auch wenn ich kein repräsentativer Genießer bin ... so ähnlich ist es bei mir seit ca. 2-3 Jahren.
      Gin, aber vor allem Wein haben den Whisky in meinem "Alltag" vom Thron geholt.


      Ich kann mich Dirk hier nur anschließen und bin hier im meinen Freundeskreis auch nicht allein. Es ist zwar nicht Wein sondern besondere Biere oder Cognac. Diese Entwicklung beobachte ich seit 2015. Auch wenn wir gern noch Whisky trinken aber mit der Preis-Leistung Kurve und gerade bei aktuellen Abfüllung braucht man den Whisky nicht mehr. Die ganze Entwicklung, die besonders durch dem Whisky of Year 2013 Yamazaki ein Boom beim Whisky-Investment ausgelöst wurde, hat dafür gesorgt das viele sich dem geliebten Hobby abgekehrt haben oder die zumindest die Intensität stark gesenkt haben. Hier wurde die „Milch sauer gemacht“ und damit viel kaputt gemacht.
      Aber egal mit Biere, Cognac oder den Whiskys die noch da sind kann man auch schöne Abende mit Freunden verbringen. Gerade gestern war’s ein Bourbon Abend wo es abschließend ein toller Armagnac gab wo wir ganz sicher kein Caol Ila 25 oder Talisker 25 vermisst haben.
      Früher wurden einem die 25er ja teilweise für 90€ "hinterher" geworfen - und man war schon erschüttert, wenn für die 18er 100€ aufgerufen wurden.
      Seltsamerweise waren bei anderen Herstellern die 18er damals noch deutlich günstiger - habe hier einen HP18 mit einem 45€-Preisschild im Schrank stehen - auch Laphroaig18 war für ca. 60€ zu bekommen ... sogar Glendronach21 gab es für das Geld ...

      Natürlich hat sich auch mein Einkommen und die Lebenshaltungskosten allgemein in den letzten 15 Jahren deutlich erhöht - und man muss halt immer abschätzen, ob es einem das wert ist.

      Und selbst heute bekommt man ja auch noch genug Whiskyauswahl im Bereich unter 50€ / 100€ ... habe grad einen Tamnavulin aus dem deutschen Rotweinfaß für ca. 20€ gekauft - mal schauen, ob der soviel schlechter ist, als der "wässrige" 25er Caol Ila ;-)

      XLarge schrieb:

      habe grad einen Tamnavulin aus dem deutschen Rotweinfaß für ca. 20€ gekauft

      Ist die Frage will man das wirklich nur um zu sagen ich trinke weiterhin Whiksy und halte krampfhaft die Fahne für das Hobby hoch?
      War generell an deinem Beispiel gemeint daher Bitte versteh mich nicht falsch. Ich hoffe aber Lars Du hast für dich ein guten Kauf und was ordentliches dann auch im Glas wo Du dann zufrieden bist.

      Dorain schrieb:

      XLarge schrieb:

      habe grad einen Tamnavulin aus dem deutschen Rotweinfaß für ca. 20€ gekauft

      Ist die Frage will man das wirklich nur um zu sagen ich trinke weiterhin Whiksy und halte krampfhaft die Fahne für das Hobby hoch?
      War generell an deinem Beispiel gemeint daher Bitte versteh mich nicht falsch. Ich hoffe aber Lars Du hast für dich ein guten Kauf und was ordentliches dann auch im Glas wo Du dann zufrieden bist.


      Meine eigentliche Aussage sollte sein: Wenn es euch zu teuer ist: kauft es einfach nicht - es gibt immer noch genug anderen guten Whisky.
      Vor 15 Jahren war mir der Whisky ü30 in der Regel zu teuer - wenn es inzwischen ü18 ist, kann ich gut damit leben.
      Das meiner Meinung nach wirklich interessante ist es doch, Whisky zu finden, der mir sehr gut schmeckt und zusätzlich noch preisgünstig ist.
      (Bei teurem Whisky kann das vielleicht einfacher sein - aber auch teurer Whisky kann mir manchmal nicht schmecken ...)
      Und die UA-Ausnahmen, wie z.B. BenBracken Islay 27yo. für unter 100€ sind dann für mich eher interessant als OA-Flaschen über 200€.

      XLarge schrieb:

      Meine eigentliche Aussage sollte sein: Wenn es euch zu teuer ist: kauft es einfach nicht - es gibt immer noch genug anderen guten Whisky.


      Die Preisentwicklung ist eigentlich nur einer der Faktoren.
      Schon zuvor habe ich in manch einem Monat dramatisch mehr Geld für Whisky ausgegeben als angemessen gewesen wäre.
      (Okay, dafür gab es auch wesentlich mehr Pullen als heute. Hat dann im Gegenzug zu Platzproblemen geführt ... auch nicht gut! :zwinker: :D )

      Sicherlich gab es auch eine Preissteigerungsstufe, so zwischen "ganz schön teuer" und "sind die bekloppt?", die dazu beigetragen hat, den Whisky vom Thron zu stoßen.

      Hauptsächlich ist mir aber die emotionale Bindung verloren gegangen.
      Vieles der sehnsüchtigen Whiskyromantik präsentiert sich mir heute pfauengleich als Kaiser ohne Kleider.
      Wenn "my friend" lediglich zu einer umsatzsteigernden Floskel verkommt, Ardbeg- Werbung im TV nach einer Fußballübertragung auftaucht, dann ist klar, der einstmals geliebte Whisky ist im Mainstream angekommen. Der Single Malt als Jim Beam der Jetztzeit.
      Er ist nun noch vielmehr das, was er eigentlich schon immer war ... lediglich Schnaps.

      Und mit der Entzauberung des Mythos, geht auch eine ausufernde Heterogenität der wachsenen Anhängerschaft einher.

      Waren früher die Anhänger des Single Malts Botschafter des Uisge Beatha und Felsen in der Brandung der Beliebigkeit, gleicht der Inhalt dieser typisierenden Schublade mittlerweile eher einer Ikea- Pröddelbox.

      Das Alles ist kein Wehklagen des "Früher- War- Alles- Besser". Es ist nur anders und hat für mich an Faszination verloren ... aber auch das hat für mich seine Vorteile. :zwinker:
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...



      Ich gebe dir in weiten Teilen Recht Dirk - aber ich glaube für sehr viele ist das Ende der Whisky-Schottland-Romantik schon vor mehr als 13 Jahren eingetreten. 2009 brachte DIAGEO mit den Managers Choice überteuerte Beliebigkeit (Ausnahmen bestätigen die Regel, und bezogen auf das was damals sonst im Markt verfügbar war) mit einem enormen Preissprung auf den Markt. Spätestens damit und der Preisentwicklung der SR muss jeden klar geworden sein, wo die Reise hinging. Wir haben uns ein paar Jahre mit UA über dem PLV-Abgrund gehalten und spätestens ab 2009 nur noch die Rosinen im trockenen Kuchen gesucht. Oft genug auch gefunden udn das geht auch heute noch. Schon damals haben wir spekuliert, das die Blase irgendwann platzt. Seitdem haben in Deutschland über 100 neue Whiskys erfolgreich den Weg in den Markt gefunden. Es haben in Schottland gefühlt 50 neue Brennereien aufgemacht. Über weltweit will ich gar nicht reden.
      Nicht kürzlich wurde der Mythos entzaubert sondern man gesteht sich das vielleicht erst früher oder später ein. Mein Mythos ist schon lange nicht mehr das "Produkt" das heute auf den Markt kommt, sondern die alte Fazination, die Freunde auf ein Glas vor dem Kamin zusammenholt.
      ___Mortlach.de

      ____ „Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.“ Alexander von Humboldt

      Wir alle seins Brüder,
      Wir alle seins gleich!
      Das kann ich gut nachvollziehen, Markus!

      Ich bin ja eine ganze Ecke später zum Whisky gekommen als Du; richtig intensiv bin ich erst mit meinem Beitritt ins Forum dem Hobby verfallen. Zu einer Zeit also, als für die alten Dachse unter Euch die Veränderungen schon deutlich spürbar waren.

      Ich muss es mir also gefallen lassen, damals für die romantisierende Marketingstrategie der Industrie ungefähr so empfänglich gewesen zu sein, wie eine alleinstehende weiße Frau für die Liebe ihres Lebens im kenianischen Badeurlaub .

      Klar genieße ich immer noch gerne einen guten Whisky in angenehmer Gesellschaft, aber die Leidenschaft, sich durch Berge von trockenen Kuchen auf der Suche nach den Rosinen zu baggern, ist mir abhanden gekommen.

      Wie gesagt, kein Wehklagen ... lediglich die Antithese zu Red_Grant.
      Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol! :slainte:

      Komm, wir essen Opa! ...Immer beachten: Satzzeichen können Leben retten!!!...