Besuch des Feis Ile 2026 und Blicke über den Tellerrand - Ein bebilderter Reisebericht

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Besuch des Feis Ile 2026 und Blicke über den Tellerrand - Ein bebilderter Reisebericht

      Hallo ins Forum!

      Als großer Freund der Insel Islay im Allgemeinen und des Feis Ile im Besonderen, stellt das 40. Festival natürlich einen besonderen Anziehungspunkt dar. Schon seit dem Frühjahr 2025 liefen meine Planungen. Aufgrund von Flugplanänderungen und abweichenden Fährverbindungen mussten einige Änderungen berücksichtigt werden, aber am Ende ist das ja das Salz in der Suppe.

      Nachfolgend der erste Teil meiner Erlebnisse und Eindrücke.

      Am Freitag, den 22.05.2026 ging es per Bahn ab Koblenz zum Frankfurter Flughafen und ein Airbus A321 der LH (die "Nördlingen") brachte mich nach Glasgow. Aktuell gibt es ab Frankfurt nur noch Direktflüge nach Edinburgh.





      Nachdem mein Koffer, gefühlt wie immer als letzter auf dem Band landete, führte ein kurzer Fußweg zum Fahrzeugvermieter meiner Wahl. Dort gab es ein kostenloses Upgrade auf dieses Modell samt Automatik. Die Federung war nicht zwingend Highland- und Island kompatibel. :D



      Am frühen Freitagabend lief der Verkehr auf der A 83 recht flüssig und nach einem Verpflegungshalt in Lochgilphead erreichte ich gegen 20:00 Uhr meine Unterkunft in Kennacraig. Das Redhouse Cottage.



      Ich hatte mich bewusst gegen eine Unterkunft auf Islay entschieden. Das Cottage liegt nur 10 Gehminuten von der Fähre nach Islay entfernt und stellt einen guten Ausgangspunkt in Richtung Arran und Kintyre dar. Doch dazu später mehr. Auch innen strahlt das Häuschen Wohn- und Behaglichkeit aus.







      Am Samstag dann der angesprochene kurze Fußweg zum Fährhafen von Kennacraig. Dort wartete das neueste Schiff der Calmac-Reederei, die MV Isle of Islay.



      Auch im Inneren macht das Schiff einen hervorragenden Eindruck. Durchdachte Lösungen und ein freundliches Ambiente heißen die Reisenden willkommen.
      Allerdings ist die Funktionsfähigkeit der Bugklappe bereits nachhaltig gestört. Die Auffahrt konnte in der gesamten Woche nur über das Heck erfolgen. Pkw`s wendeten im Bauch der Fähre, Lkw`s, Lieferwagen und Wohnmobile mussten rückwärts auffahren.







      Nach einer kurzweiligen Überfahrt wurde Port Askaig erreicht. Bei meiner Buchung war noch Port Ellen als Zielhafen angegeben und so wurde es nichts mit dem gemütlichen Fußweg zur Lagavulin Brennerei. Stattdessen hatten die umsichtigen Organisatoren des Feis Ile einen Bus geordert, der Besucher direkt zu Lagavulin transportierte.



      Um 11:00 Uhr begannen dort die Festlichkeiten. Ja, es gab eine längere Schlange von Menschen zum Zeitpunkt der Eröffnung, die sich aber anschließend rasch verteilten. Insgesamt erschien mir das Festival keinesfalls überlaufen. Es war wirklich überall stressfrei. Vielerorts kann man den Zulauf mit einer ordentlichen Dorfkirmes vergleichen. Lagavulin war neben Bowmore recht gut besucht. Bruichladdich am Sonntag ragte wohl heraus, dort war ich aber selbst nicht. Ein guter Indikator ist in meinen Augen auch immer die Parksituation am Fährhafen in Kennacraig. Bereits ab dem Montag gab es dort trotz einiger Absperrungen wieder zunehmend freie Parkplätze.





      Nach einem kurzen Spaziergang zum Dunyvaig Castle, welches anlässlich von Renovierungen teilweise eingerüstet ist, standen drei Events auf meinem Programm.

      Lagavulin Feis 40 Masterclass mit mehreren unveröffentlichten Lagavulin Drams (bei Interesse gerne mehr Infos)



      Lagavulin Skies of Feis Ile Release mit Manager Jordan Paisley und den 14 und 31 Jahre alten Festivalabfüllungen aus 2026



      Lagavulin 90`s Experience, einige Bilder der verkosteten Abfüllungen sind angefügt









      Anschließend kam ich doch noch zu meinem Fußweg ab Lagavulin zum Bus von Port Ellen nach Port Askaig. In bester Stimmung erreichten Whiskyfreunde aus aller Welt und zahlreiche Einheimische die Unterwegshalte.

      In Port Askaig wartete schon die MV Isle of Islay auf die Gäste. Ganze vier Motorräder, ein PKW und eine Handvoll Fußpassagiere stachen kurz nach 20:00 Uhr in See.





      Ein erlebnisreicher Tag auf Islay ging zu Ende. Hervorragende Drams und viele sehr interessante und auch lustige Kontakte mit Whiskyfreunden aus aller Welt bleiben in Erinnerung.

      Weiter geht es dann mit dem zweiten Teil. Wieder geht es über Wasser, aber diesmal nicht auf Islay. :P

      Viele Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Es geht weiter mit dem zweiten Teil des Reiseberichtes. Und darin folgt der erste Blick über den Tellerrand.
      Schon sehr früh ging es am Sonntag nach Campbeltown. Ziel war der Hafen, denn heute sollte es mit dem Kintyre-Express ins nordirische Ballycastle gehen. Schon um 06:30 stand die Abfahrt auf dem Programm.
      Noch zeigt sich der Hafen eher verschlafen.



      Doch pünktlich geht es los. Obwohl das Meer sehr ruhig wirkte, wurde man doch ganz schön durchgeschüttelt. Das liegt sicherlich an der Größe des Bootes und der relativ hohen Geschwindigkeit.



      Entlang der Kintyre-Coast ging es Richtung Südwesten, bevor dann nach rund neunzigminütiger Fahrt Ballycastle erreicht wurde. Während sich die Kleinstadt noch ruhig präsentiert, macht sich das Boot mit neuen Fahrgästen auf den Weg nach Port Ellen.





      In Ballycastle laufen die Vorbereitungen für einen Festivaltag an, unter anderem steht ein Laufevent an. Da vergeht die Wartezeit wie im Fluge, der erste Bus entlang der Antrim-Coast verkehrte an diesem Tag erst um 10:00 Uhr. Erster Stopp ist das beeindruckende Dunluce Castle.





      Von dort hat man auch einen guten Blick auf die Küstenline mit dem sogenannten Wishing-Arch.



      Weiter geht es mit dem Causeway-Rambler genannten Busservice zum Giant`s Causeway. Beindruckende Felsformationen wohin man auch blickt. Zwar gibt es an diesem Sonntag viele Besucher, abseits der Hauptwege und besonders, wenn es bergan geht, kann man aber die herrliche Natur entspannt genießen.







      Letzter Programmpunkt waren die Ruinen von Dunseverick Castle.



      Zurück in Ballycastle präsentierte sich das Städtchen im goldenen Nachmittagslicht.





      Was sich nicht präsentierte, war leider das Boot des Kyntire-Express. Erst eine Stunde nach der Planankunft schleppte sich das Schiffchen in den Hafen. Antrieb beschädigt. Keine Weiterfahrt mit Passagieren zulässig. Doch zum Glück gab es an diesem Abend noch eine Charterfahrt mit Golfern und so kam der verlorene Sohn mit dreistündiger Verspätung doch noch in Campbeltown an.



      Alles in allem ein sehr gelungener Tag. Ganz ohne Whisky? Fast ohne Whisky, denn der Causeway-Rambler passiert auf seinem Weg auch die Bushmills-Brennerei. Aber das wird einmal eine andere Geschichte an einem anderen Tag ...

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Nach dem zeitlich doch sehr ausgedehnten Sonntag, soll es Montag etwas geruhsamen zugehen. Auch in Großbritannien ist heute Bank Holiday.

      Erst später am Morgen führt die Fahrt über die herrliche kurvige südliche Route entlang der Kintyre-Halbinsel nach Campbeltown. Unterwegs gibt es immer wieder Aussichten, unter anderem auch auf die Isle of Arran.





      Zunächst ging es durch Campbeltown hindurch bis zum Parkplatz am Ende der Welt oder zumindest der Halbinsel Kintyre. Von dort aus dann ein kurzer Fußweg zum Blick auf das Mull of Kintyre Lighthouse. Am Horizont entdeckt man die charakteristischen Felsen von Ballycastle, dem gestrigen Ziel.





      Die Rückfahrt nach Campbeltown ging an der südöstlichen Küste entlang und bot somit noch Ausblicke auf Ailsa Craig und Davaar Island.





      Nun wurde es aber wieder Zeit für das Wasser des Lebens aus dem Fass.





      Da ich die Brennerei schon mehrfach in unterschiedlichen Formaten besuch habe, blieb es diesmal beim Warehousetasting.
      Normalerweise fremdele ich immer mit Rumfassreifungen, aber der WB298596 hat mich dann doch von einer Mitnahme überzeugt.



      Nochmals frische Seeluft tanken bei Bellochantuy ...



      ... und dann zurück in die Unterkunft.



      Der Dienstag stand wieder im Zeichen des frühen Aufstehens und einer Premiere auf Islay.

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Nach einer Aktion unter dem Motto "PC im OP", berichte ich nun weiter von meiner Zeit Ende Mai auf Islay und um Islay herum.

      MV Finlaggan hat mich nach Port Ellen gebracht. Es ist für mich immer noch ein besonders Gefühl, dort anzukommen.



      Da mein Festival-Programm erst um 10:00 Uhr beginnt, nutze ich die verbleibende Zeit noch für einen kurzen Spaziergang um die Bucht von Port Ellen zum Aussichtspunkt Rubha a' Chuinnlein.



      Von dort hat man einen schönen Blick auf den Fähranleger. Bis ins Jahr 2029 wird Port Ellen allerdings aufgrund von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen am Anleger nicht mehr von den Schiffen der Calmac-Reederei angelaufen.



      Mich führt der Weg zurück zur Ramsay Hall. Dort findet in drei Sessions das Indie Whisky Feis Ile statt.
      Die Zeit dort hat wirklich viel Spaß gemacht und es gab viele interessante Unterhaltungen mit Händlern und Teilnehmern.
      Besonders angenehm war es, die Köpfe von Dramfool und Brave New Spirits einmal persönlich zu treffen.





      Gar nicht weit war der Weg zu meinem nächsten "Date". Und das war dann gleich eine Doppel-Premiere. Mein erster Besuch in der neuen Port Ellen-Distillery und meine erste Visite in den Port Ellen Maltings.





      Los ging es mit einer Verkostung von drei verschiedenen New Makes. Der jeweils Rechte ist der Standard namens Phoenix.





      So gestärkt, nahmen uns die beiden Manager mit auf eine sehr interessante Tour durch die Maltings. Die Dimensionen sind sehr beeindruckend, auch wenn die Technik schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Nachfolgend einige Impressionen.

      Steeping tuns



      Drumming floor





      Blick ins Innere



      Peat fire



      Nun wird es aber Zeit für einen Blick in die neue Brennerei. Der folgt dann heute etwas später.

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Nächster Programmpunkt ist dann die Besichtigung der neuen Port Ellen Brennerei.

      Unter der Führung von Site Operations Manager.Allan Campbell erfolgte ein intensiver Rundgang mit zahlreichen Erläuterungen und Dokumentationen in flüssiger Form. :) Eine der ersten Stationen war die Mühle. Diesmal einmal nicht von Porteus oder Boby.



      Die nächsten Kandidaten sind aus anderen Brennerei wohlbekannt. Port Ellen bietet insofern jedoch das Kontrastprogramm z. B. zu Bruichladdich.





      Dieses ist der Spirit Safe der "klassichen" Port Ellen Brennerei. Die Brennblasen sind den alten Blasen nachempfunden und sollen so ihren Beitrag zum bekannten Geschmack von Port Ellen beitragen.



      Die dazugehörigen Brennblasen sehen wir hier.



      Gleich daneben befindet sich dann der "experimentelle" Bereich mit eigenen Brennblasen und gesondertem Spirit Safe. Wir können also auf die Zukunft gespannt sein.



      Geschmackliches Highlight war dann ein Tasting in der Pagode sprich im neuen Kiln. Was es an leckeren Sachen gab, sehen wir hier in Bild und Wort.





      An der "Wall of fame" ist noch viel Platz für künftige Abfüllungen, das Licht brennt schon mal ...



      Besonders enge Freunde der Brennerei dürfen ihre Schätze gleich in der Distillery lagern. Es gibt goldfarbene Schließfächer, deren Inhalt nebst den Besitzern natürlich im Dunkeln bleibt.



      Den Teilnehmern des Tastings wurde natürlich kein Schließfach angeboten, dafür wurden von den funf verkosteten Port Ellens drei Wunschtropfen großzügig zum Mitnehmen abgefüllt. Da blickt man doch gerne vor dem Weg zur Bushaltestelle nochmals zurück.



      Im Verlauf einer außerordentlich kurzweiligen Busfahrt mit internationalen Whiskyfreunden und der Inseljugend konnte zwar nicht geklärt werden, ob nun die Rangers oder Celtic das No. 1 Team der Ileach sind, aber in Windeseile erreichten wir Port Askaig. Dort stellte die Fähre von Jura den letzten Anschluss sicher, bevor wir mit einem Blick auf die Paps of Jura nach Kennacraig in See stachen.





      Neuer Tag, neues Ziel. Die Reise wird fortgesetzt. Bei bestem Wetter.

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Ganz herzlichen Dank für Eure Kommentare.

      Weiter geht die Reise und zwar wieder auf Islay.
      Am Mittwoch hat unter anderem Bowmore zu seinen Festivitäten eingeladen. Mit Calmac ging es wieder nach Port Askaig. Da es an diesem Tag keinen Sondertransfer gab, galt es, zwischen der Ankunft der Fähre und der Abfahrt des Busses um 11:00 Uhr, etwas Zeit totzuschlagen. Was lag näher, als ein kleiner Spaziergang zu Caol Ila durch blühende Landschaften?







      Zur Mittagszeit spuckt mich der ÖPNV dann in Bowmore wieder aus. Gleich mal angestellt und die obligatorische Empfangstasche mit Glas und Token für die Free Drams entgegengenommen. Bowmore ließ sich da nicht lumpen, im Ausschank waren ein 20 und ein 25 Jahre alter Whisky.



      Nach dem Anstehen für die Festival-Abfüllung (der Vorrat reichte etwa für zwei Stunden), hatte ich mir dann ein Schlückchen verdient. :)



      Anschließend war wieder Arbeit angesagt. Unter dem Motto "Mixology" galt es unter fachmännischer Aufsicht, drei Cocktails mit Bowmore Whisky zu mixen. Ich bin mal ehrlich und sage: Ganz nett aber großer Aufwand, der Whisky alleine hätte es auch getan. :D
      Unschlagbar war hingegen der Ausflug mit den Drinks auf den Balkon mit einem Blick über das Festivalgelände mit gut gelaunten Menschen und starken Musikdarbietungen.





      Vielleicht kennt Ihr das: Mittwochnachmittag haben einige Läden und Praxen geschlossen. Und auch Calmac hatte sein Angebot an diesem Tag merklich ausgedünnt. Daher ging es schon kurz nach 15:00 Uhr wieder zurück aufs Festland. Eine herrlich entspannte Zeit auf dem sonnigen Oberdeck





      Bei der Ankunft in Kennacraig kann man schon hinten über dem ganz rechten Lichtmast den Hausgiebel meiner Unterkunft erkennen.



      Dann war mal Zeit, ein bisschen zu relaxen, Einkäufe zu sortieren und es galt sich vorzubereiten, für einen ereignisreichen Donnerstag, der im Prinzip erneut unter dem Motto "Mixology" stand, aber eben ganz anders. Davon in Kürze mehr.

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Vielen Dank für Euer Feedback.

      Ihr kennt das sicher: Man könnte doch mal! Eigentlich müsste man ...
      So ging es mir immer mit der "Barely to bottle"-Tour bei Springbank. Und so buchte ich das Event dann fast ein dreiviertel Jahr im Voraus und freute mich wie Bolle! Hier der erste Teil eines tollen Whisky-Tages.

      Früh am Tag empfingen mich Campbeltown und seine Sehenswürdigkeiten schon mit reichlich Sonnenschein.





      Morgens halb zehn in Schottland. Nein, die Herrschaften warten nicht auf Knoppers, sondern auf die verschiedenen anstehenden Führungen und natürlich auch auf die Cage-Bottlings, die at 10 o'clock on the dot zugänglich sind. Ein Vorteil für die Teilnehmer der Barley-to-Bottle-Tour (nachfolgend BTBT) ist, dass man sich ganz am Ende unter allen aktuell verfügbaren Abfüllungen eine gegen Zahlung frei aussuchen darf.



      Unter äußerst kompetenter Führung ging es dann zunächst auf die Malting Floors auf zwei verschiedenen Ebenen. Hier kamen dann auch die gängigen Hilfsmittel zum Einsatz und hinterließen ihre unterschiedlichen Spuren. Natürlich durfte jeder mal selbst ran.









      Ein Teilnehmer aus Südkorea, der mit seiner Frau auf Hochzeitsreise durch Europa war (sie hatte sich Italien gewünscht, er Schottland), konnte als Einziger die Frage nach der Bedeutung der farbigen Stützen beantworten. Sie stehen für die unterschiedlichen Springbankabfüllungen und somit das jeweilige Alter.

      Anschließend ging es in die letzten Winkel der Brennerei. Tief gebückt und von Staub und Spinnweben begleitet, krabbelten wir über den Speicher und verfolgten den Weg des Barleys mit Förderbändern in die Vorratsbehälter.





      Auch danach blieben wir dem Getreide auf der Spur. Rein in den Kiln und fast bis zu den Knien im Barley gestanden. Die Körner kamen noch zwei Tage später aus den Schuhen gerieselt. :D



      Und wo kommt jetzt der "Torfqualm" her? Da stellen wir uns ganz dumm und uns ein großes schwarzes Loch vor.



      Dann ging es wieder runter und es wird Zeit für einen Blick auf die bekannte Springbank-Software und ein robustes Stück Antriebs-Hardware.





      Nach weiteren Stationen auf dem Gelände war es dann genug mit Barley - bewegen wir uns in Richtung Bottle.



      Nach dem Welcome-Dram (einem 23 Jahre alten Hazelburn) wurde dieser New Make unser zweites Tasting-Opfer.



      Mit einigen Impressionen aus dem Warehouse schließe ich den ersten Teil.









      Mittagessen stand auf dem Tisch. :mahlzeit: Und "Mixology" kommt ja auch noch ...

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Also raus aus dem Warehouse, das Mittagessen wartet. Mein erstes Essensbild hier. :D



      Und es hat sehr gut geschmeckt! Derart frisch gestärkt ging es nun ans Mischen. Ins Labor! Ein bisschen kam ich mir wie Dr. Honigtau-Bunsen aus den Muppet-Labors vor, aber einen weißen Kittel gab es dann doch nicht.



      Die Aufgabe war so simpel wie sie kompliziert war. In rund einer Stunde aus den zur Verfügung stehenden Springbank Samples einen Single Malt Whisky "blenden", das Ganze dann in die Maßeinheit für eine 0,7 l Flasche übertragen und diese dann aus den großen Zylindern anteilig füllen.



      Dafür lagen und standen am Arbeitsplatz allerlei Utensilien und Gerätschaften zur Verfügung. Welche Springbank-Tropfen zur Auswahl in Frage kamen, kann man hier wie dort der gedruckten Übersicht auf dem Tisch entnehmen.





      Nun galt es also, möglichst systematisch zunächst die einzelnen Whiskies zu verkosten, sie dann einzeln untereinander zu mischen, dann zu Mehreren zusammenzusetzen und dann evtl. auch noch in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Wie haben jetzt das Bourbon Cask und das Madeire Cask nochmals harmoniert? War das jetzt mit Fresh Sherry besser? Ich gestehe, es macht einen riesigen Spaß und am Ende schmecken fast alle gleich gut. :cheesy: Nun tickt aber die Uhr, es muss noch abgefüllt werden, der Alkoholgehalt gemessen, das Etikett aufgeklebt werden und Korken nebst Kapsel drauf.

      Am Ende erstand dann dieses Unikum mit 57,35 Vol. % und einer magischen Geheimmischung aus größeren Anteilen Fresh Bourbon, der beiden Sherry`s, einem kleineren Anteil Sauternes Cask und als "Special" einem Teaspoon Madeira Cask. :)



      Natürlich wollte niemand die diversen Reste vollständig verderben lassen und derart beseelt strebte die Peruanisch-Süd Koreanisch-Schweizerisch-Deutsche-Laborantengruppe noch der neuen Verpackungsanlage zu, deren Demonstration aufgrund fehlender Ersatzteile jedoch ausfiel. Daher zum Trost und guten Schluss, noch der Springbank Filling Store. Irgendwie hat das Bild Symbolkraft für den Tag ...



      Ach ja, ein Cage Bottling durften wir auf Wunsch ja auch noch erstehen. Bei mir wurde es dieser Longrow: WB297986 zu einem fairen zweistelligen GBP-Betrag.

      Der nächste Teil führt uns dann wieder auf eine Insel. Bis dann!

      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()

      Hallo ins Forum!

      Vielen Dank für Euer Lob.

      Freitag ist Bunnahabhain-Tag. Folglich geht es ein letztes Mal auf dieser Reise mit Calmac auf Islay. Das Wetter schwächelt, aber nur das Wetter. :)

      Erste Station ist aber nochmals Bowmore. Auf dem Plan stand das Cask Discovery Warehouse Tasting im Warehouse No. 1. Immer wieder schön und auch geschmacklich konnten die Drams durchaus überzeugen. Es gab Bowmores aus dem Bourbon-, dem Rotwein- und dem Amontillado-Cask. Letzterer, mit einem Alter von 18 Jahren, machte dann auch das Rennen für das Handfilled-Fläschchen.





      In der Bowmore-Bar gab es dann noch einen Nachschlag nach Wahl.



      Jetzt aber los, nächste Station ist eine Wiese unweit der Persabus-Farm. Dort endet nämlich an diesem Tag der Individualverkehr, weiter u. a. zu Bunnahabhain geht es nur mit diversen Klein- und Shuttlebussen. Alle 10 bis 15 Minuten verkehren diese zuverlässig über die enge und kurvige Zufahrtstraße. Die letzten Meter geht es dann zu Fuß weiter.





      Als Erstes habe ich meine Seetüchtigkeit geprüft. Raus ging es bis zum Rhuvaal Lighthouse. Die Gischt schwappt ins Heck und die Hose wird bedenklich nass, als geht es doch rein ins Innere.





      Kaum wieder festen Boden unter Füßen, gilt es den Beweis anzutreten, dass Bunnahabhain nicht nur das berühmte Warehouse 9 vor Ort unterhält. Bei einem Rundgang lernen wir viel über Fässer, deren Handling, mögliche Schäden und wie man sie behebt und, wenn wundert es, über deren Inhalt.





      So kurz nach 15:00 Uhr streiche ich die Segel und lasse mich wieder nach Persabus transportieren. Ein Highlight hat mein Feis Ile-Aufenthalt noch. Ein Mangers Q & A von Diageo bei Caol Ila. Dort öffnet man an diesem Nachmittag die Pforten nur für die Teilnehmer.
      Die Protagonisten laufen, ähnlich einem Snooker-Match, mit (scherzhafter) Ansage und unter Applaus ein. Jeder mit eigenem Song. Den Vogel schießt dabei Jordan Paisley von Lagavulin ab, der mit "Careless Whisper" von George Michael auftritt. :D Und da stehen sie nun, die Manager von Caol Ila, Lagavulin, Port Ellen und den Port Ellen Maltings.





      Die Distillery-Manager hatten wirklich einiges zu berichten und ließen es sich natürlich nicht nehmen, aus ihren Brennereien etwas Besonderes mitzubringen. Mein Highlight war der unten abgebildete Lagavulin, ein Schwesterfass von Iains Farewell Dram.





      Zum Abschied kam dann auch noch die Sonne raus. Tschüss Islay, bis zum nächsten Mal!



      Weiter geht es in Kürze, auf dem Zettel stehen noch eine Insel, insgesamt drei Brennereien und eine dicke "Überraschung".
      Zum guten Schluss noch ein kleines Wortspiel:

      Krümelmonster studiert Jura ...

      :D

      Grüße

      Herbert
      Hallo ins Forum!

      Heute soll es auf die Insel Arran gehen. Den Open Day von Ardbeg schwänze ich. :]

      In Claoniag warte ich auf die Fähre nach Lochranza und vertreibe mir die Zeit mit dem Onlinekauf meines Fährtickets und der Bekämpfung der in diesem Jahr sehr aufdringlichen lokalen Mückenplage.





      Nachdem alle Vier- und Zweiräder an Bord sind, gelingt ein Blick auf das sich rasch nähernde Lochranza und die umgebenden Berge.



      Die Lochranza Distillery in Arran ist schnell erreicht und so bleibt vor der Führung samt Tasting noch etwas Zeit, um einige Eindrücke zu gewinnen.





      Der anschließende Rundgang durch der Brennerei ist äußerst unterhaltsam. Neben dem englischen Guide im schottischen Rock und mir ist nur noch ein Amerikaner mit der von der Partie, der beruflich für Jack Daniels aktiv ist. Weitere gebuchte Teilnehmer sind einem technische Defekt der Fähre nach Brodick erlegen. Nachfolgend einige Impressionen:











      Währenddessen hatte es sich so richtig eingeregnet. Über die Querverbindung "The Ross" wechsele ich in den Südwesten der Insel. Die Radfahrer unterwegs haben mir echt leidgetan. Auch bei Lagg angekommen, hatte sich nichts am Liquid Sunshine geändert. So gab es diesmal ein paar Regenbilder von außen und trockene Eindrücke vom Inneren.











      Nach der obligatorischen Verkostung machte ich mich dann schnellstens auf den Weg nach Lochranza. Die letzte Fähre des Tages stand auf dem Plan und ich wollte und musste doch unbedingt rüber nach Claonaig! Am Ende würde ich keinen Platz mehr bekommen. Nun ja, seht selbst ...



      Eine ganze Fähre für mich alleine, mal ganz was Neues. Es ging zurück in die Unterkunft, denn dort wartete das Kofferpacken!

      Und auf Euch wartet noch ein letzter Teil, inkl. der angesprochenen "Überraschung".

      Grüße

      Herbert
      Hallo ins Forum und vielen Dank!

      Endspurt, Ihr habt es fast geschafft. :cheesy:

      Meine Lufthansa! Da hatten mir die Hessen doch schon im Vorfeld den Hin- und den Rückflug ordentlich später gelegt. Also Mietwagen umbuchen, am letzten Morgen in Kennacraig immerhin Ausschlafen können und viel Zeit totschlagen müssen bis zum Abflug in Glasgow am späten Nachmittag. Immerhin, der Rückflug am 30.05.2026 sollte der vorerst letzte Direktflug in die Mainmetropole sein.

      Erstmal in Lochgilphead links ranfahren und ein wenig die Füße vertreten. Im Schatten der Polizeiwache sollte die kostbare Fracht im Koffer gut geschützt sein.



      Nächste "zeitschindende" Maßnahme war der Besuch den Glengoyne Brennerei. Die liegt ja fast auf dem direkten Weg zum Flughafen. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde.





      Über die Straße, welche nicht nur die Brennerei von ihren Warehouses, sondern auch gleich die Whiskyregionen Highlands und Lowlands trennt, ging es herein in die gute Stube. Eine unterhaltsame Führung schloss sich an.







      Noch ein Blick in die Schatzkammer und eine interessante Darstellung der Entwicklung von Whisky in unterschiedlichen Fässern.





      Dann ging es zum Tasting auf den Balkon mit dem bekannten Blick auf den See samt dahinterliegendem Wasserfall.



      Nun aber zurück zum Auto. Moment, eine SMS (die heißt in GB auch so und nicht HMS :D ). Meine Lufthansa!
      Was liegt an? Sitzplatzwechsel? Ein neues Fluggerät? Aber nein, der Flug ist komplett gecancelt. Man meldet sich, wenn es eine Option gibt.
      Klasse! Also erst mal die Optionen gedanklich durchgeprüft. Der Mietwagen muss abgegeben werden. Selber umbuchen z. B. auf KLM zahlt mir Keiner. Also Ruhe bewahren, meine Frau informieren und ein Zimmer im Airport-Hotel in Glasgow buchen. Da war ich schon häufiger zu Gast. Im letzten Herbst hatte ich aufgrund der Witterung und der Verspätung des Busses selbst den Flieger verpasst. Meine Beziehung zur Lufthansa ab Glasgow kann man also als leicht zerrüttet bezeichnen. :) In Glasgow traf ich dann auf viele Reisewillige nach Frankfurt und es kam wirklich kein LH-Flieger. Grund: Gewitter in Frankfurt. Dafür kam dann die Alternative: Am anderen Morgen der Flug nach London Heathrow mit BA und weiter nach Mittag mit LH City nach Frankfurt. Das kam dann wieder per SMS, was mir in London noch Ärger bescherte, da ohne Namensangabe und eine neue Bordkarte gab es erst 100 Meter nach dem Security-Point.

      Nun also noch drei Fotos aus Glasgow und London die entstanden, ehe mich die "Meißen" sicher wieder in deutsche Lande brachte.







      So kam ich dann - mitsamt von der BA unentdecktem Übergepäck - heil und ohne Glasschäden wieder daheim an. Voller schöner Erlebnisse und Erinnerungen.

      Ein Dankeschön an alle die getroffenen Whiskyfreunde aus der ganzen Welt für die Gespräche über Whisky sowie über Gott und die Welt,
      an die unermüdlichen Menschen vom Festival-Committee, an meine bessere Hälfte für den "Freigang" und ein spezieller Dank an Iain, meinen treuen Türstopper in der Unterkunft, den ich leider vor Ort lassen musste.



      Und auch Euch meinen Dank fürs Lesen und Kommentieren. Viel Spaß beim Whisky genießen aus / und eigenen Reisen nach



      Grüße

      Herbert

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Krümelmonster“ ()